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Nöszler 269 Nöfter
1898) . neu bearbeitet und vermehrt;
die nächste Ausgabe dieses Werkes' und
einen vierten Band fügte H. G. Edler
von Krem er in den Jahren 1820 und
1833 hinzu. Schließlich war R. in den
Jahren 1813 und 1816 auch Mitarbei-
ter an der damals erschienenen Wiener
allgemeinen Literatur-Zeitung.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Ilmenau.
Bcrnh. Fr. Voigt, kl. 8«.) I I I . Jahrg. (!82ö).
Td>'il I I , S. t64l. Nr. 462. — Oesterrei«
ch i s ch
e Nat ional» Encyklopädie von
Gräffer und Czikanu (Wien t83ä, 6".)
Bd. IV, S. 403.
Nüßler, Karl Hugo (Poet, geb. zu
Postupi^ in Böhmen 1. Juni 1801.
gest. zu Urfahr nacbst Linz 14. März
1866). In der Taufe erhielt er den
Namen Kar l ; den Namen Kar l Hugo,
wie später einen anderen, weiter unten
crwähnlen, legte er sich alä Pseudonym
selbst bei und ist er deßhalb von dem Pesther
Iudcn Kur lHugo ^Bd. IX, S. 413^.
dem berüchtigten Herausgeber der „Fucl>'
tel", dann von dem „Düsseldorfer Poe«
tcn" und Verfasser des Drama's „Lud«
wig der Bayer", gleichfalls Kar lHugo,
und von dem Redacteur der „Iago«Zei«
tung". ÄlbertHugo ^Bd.IX, S.4t2^.
wohl zu unterscheiden. Nobler stammt
aus einer deutstden, in Böhmen ansässi»
gen Familie und sein Vater war Director
der graflich Bucquoy'schen Kattun-
fabrik. In der Folge ilbersiedelte N ö ß»
ler's Vater nach dem im südlichen deut«
scheu Böhmen gelegenen Silberberg. wo
er die Leitung der dortigen grast. Glas»
fabrik übernahm und dieselbe in großen
Flor brachte. Der junge R. beendete in
den Jahren 1818—1820 zu Prag die
philosophischen Studien und in den Iah>
ren 182l—5824 die Rechte. Mit beson-
derer Vorliebe betrieb er das Studium
der Klassiker, welche er, sowohl die Grie< chen wie die Nömer. im Originale las
und in denselben trefflich Bescheid wußte,.
Kränklichkeit hinderte ihn, die juristische
Laufbahn, für die er sich eigentlich vor«
bereitet hatte, zu ergreifen, und so kehrte
er zu seinen Eltern nach Silberberg zu»
rück und war seinem Vater in der Lei»
tiing der Glasfabrik behilflich. Als in der
Folge der Vater starb, trat der Sohn an
seine Stelle und stand bis in die Fünfzi»
ger-Iahre als Glasfabriks'Director von
Silberberg in gräflich Bucquo y'schen
Diensten. I n dieser Stellung fand na«
metitlich sein ausgebildeter ästhetischer
Sinn vielfach Gelegenheit, in der For-
menwahl sich berathend geltend zu ma>
chen. So hatte er sich denn als Indu-
strieller bald einen geachteten Namen
erworben. Die bisherigen freundlichen
Beziehungen zu seinem Dienftherrn, der
seinen beliebten „Geschmacksrath" —
denn das war Rößler — in seine eng»
sten Zirkel gezogen hatte, erlitten aber
durch Intriguen und heimliche Nichts«
Würdigkeiten mit einem Male eine solche
Trübung, daß
sich N. in seiner Stellung
nickt mehr behaglich fühlte, dieselbe auf-
gab und seinen jahrelangen Heimatsch
im Jahre 1862 für immer verließ. R.
übersiedelte nun zu seinen Verwandten
nach Linz. pachtete daselbst eine Wirth«
schafc in dem nächstgclegenen Urfahr, wo
ihn schon nach wenigen Jahren im Alter
von 63 Jahren der Tod ereilte. Für
dieses Lexikon hat der vorangeschilderte
Lebenslauf nur insofern Interesse, als
der schlichte Glasfabriks.Director und
gräflich Bucq u oy'sche Geschmacksrath
auch als Dichter aufgetreten und - als
solcher eine naturwüchsige, poetische Kraft
entfaltet hat. Es kann hier nicht auf seine
dichterische Entwicklung und seinen selbst»
ständigen, durchaus eigenartigen Charak-
ker, auf seinen Hang zu philosophischer
17 *
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon