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mesbernerbei Gelegenheit. al5 die „Bombe"
eine Charakteristik des Letzteren zu geben ver<
suchte.
Rogäts, Johann Freiherr von (k. k.
Major und Ritter des Maria Theresien»
Ordens, geb. im Jahre 1780, gest. zu
Mosciska in Galizien 22. November
183l). Dem Namen nach Pole von Ge-
burt, trat R. als Cadet in das Wurmser
Freicorps ein, wurde Officier im deutscb«
banater Negimente und nach dem Frie»
den von Luneville Oberlieutenant bei
Vukaffovi'b. Infanterie, in welcher er
zum Hauptmann vorrückte. Ende des
Jahres 1811 trat er als Hauptmann in
Pension, ließ sich aber bei Ausbruch der
Befreiungskriege wieder in die active
Armee eintheilen und machte die Kämpfe
derselben als Rittmeister mit. Nach deren
Beendigung trat er im December 1817,
seiner Blefsuren wegen, als Titnlar-Major
neuerdings in Ruhestand, dcn ?r noch
vierzehn Jahre genoß, bis er im Alter
von erst öl Jahren zu Mosciska in Ga-
lizien starb. R. hat sich in den verscbie-
denen Kämpfen seiner Zeit als rin ebenso
tapferer wie umsichtiger Kriegsmünn,
und zwar in den Feldzügen der Jahre
1799 und 1803 in Italien, insbesondere
aber in j:nem des IahreS 1809 in Po«
len bewährt. In letzterem erkämpfte er
sick durch seine mit Ueberlegung verbun-
dene Bravour das Ritterkreuz des Maria
Theresien-Oroenä. Zuerst that er sich bei
dem Vordringen des 7. Armeecorps
gegen Warschau am 19. April 1809
hervor. Der Feind hatte bei Rafä'in und
Nadraschin eine sehr vortheilhafte Stel»
lung genommen. Das zur Verdrängung
desselben bestimmte Regiment Baron
Simbschen wurde durch die Uebermacht
des Feindes genöthigt, die bereits errun«
genen Vortheile fallen zu lassen und war
zum Weichen gebracht; in diesem ver» hangnißvollen und entscheidenden Augen-
bliche erneuerte R. durcb seinen Zuruf
und sein Beispiel glücklich wieder den
Angriff, brachte den weit überlegenen
Feind in gänzliche Unordnung, zwang ihn
zur Flucbt. nahm ihm 3 Kanonen ab und
hatte ihm überdieß einen Verlust von 260
Todten und Verwundeten nebst 300 Ge»
fangenen beigebracht. Die Position von
Naschin und Nadraschin wurde nun von
unseren Truppen eingenommen, behaup-
tet und das 7. Arme^corps, daS eben
durch die Stellung des Feindes von den
bezeichneten zwei Puncten in seinem Vor-
rücken aufgehalten worden, konnte nun
ungehindert gegen Warschau vordringen,
was auch geschah. Nur wenige Wochen
später, am 14. Mai, that sich R. wieder
bei Erstürmung der Verschanzungen der
Brücke von Thorn in ausgezeichneter
Weise hervor. R- bot sicb mit dem 620
Mann starken 2. Bataillon, das er als
Hciupiniann während der ganzen Cam»
p^gne befehligt hatte, aus freien Stücken
an, den Brückenkopf zu nehmen, der mit
Pallisaden befestigt, von 2 Achtpfündorn,
einer Haubitze und 2000 Maiüi Infan»
terie vertheidigt wurde. Beim Vorrücken
der Unseren wurde der Generalstabs«
Oberst von Bru sch von em>'r feindlichen
Kugel getödtet. R. gewahrte. daß die
Mannschaft bei dem F>>lle des braven
Obersten zn wanken begann, aber er er-
munterte sie durch sein eigenes Beispiel,
indem er entschlossen zum Angriff vor»
drang, und in der That war es ihm und
der durch sein Beispiel angefeuerten
Tapferkeit seines Bataillons gelungen,
den Brückenkopf nebst den Geschützen
zu nehmen und 330 Gefangene zu
machen. Durch die Erstürmung und
Behauptung des Brückenkopfes waren
für uns große Vortheile erreicht: vor«
erst war das linke Weichsewfer vom
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon