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Nogendorf 271 Nogendorf
Leopold am 9. October 1?9tt in den Reicds-
fürstenstand erhoben hatte. R a p h a e l e's
Geinal erkaufte von ihren Geschwistern die
Herrschaft Raitz, welHe durch GeorssEhren«
reich's (II,) M . ^ Oemalin Johanna
Drnowska von Drnowitz an das Haus
K 0 genoorf gekommen war, ferner die Dör>
fer Rogendoif. Mollenburg, üarolin u. s. lv.,
welche nun sämmtlich Salin'sche Besitzungen
sind. — 9. Signlund von 3t., lebte im
45. Jahrhunderte, er wnr ein Sohn des
Niko laus , der als Ahnherr der Famiiie
Rogendorf elscheint; im Jahre 1 l40 be>
kleidete Signiund die Stelle eines Amt
mannes und Iudcnrichtcrs zu Marburg, das
den Nogendorf 's zu eigen war; l4l>2 die
eines Landesverwesers von Stciermark. Im
Jahre 1446 befand sich S ig mund dei dem
Aufgebote gegen die Ungarn. Von seinen
Söhnen pflanzte Caspar und dessen erste
G attin Margarethe vonWi! dhaus. die
letzte ihres Stammes, in Folge dessrn Cas<
par das Wi ld h aus'iche Wappen in das
R og end o rf'sche aufnahm, das Geschlecht
fort. — 10. Wi lhelm (I.) Freiherr uon R.
(geb. 1481, gest. im August 1341). Gin Sohn
Caspa r's von Rogendor f und Ni a rga>
rethen's uon Wi ld haus, wurde mit
13 Jahren Edelknabe des Erzherzogs Phi-
l ipp dlS Schönen und im Jahre 1öl<3 sl.>in
Nach und seiner Gemalin Johanna von
Castil ien Kämmerer. Nach Phi l ipp's
Tode ging R. mit einer kaiserlichen Gesandt»
schaft zu König Heinrich VII . von England.
Sonst noch besorgte er verschiedene Missionen,
diente auch im Felde unter König Mar I.
gegen die Venetianer im Jahre 13l)8, dann
unter Kar l V. in Spanien, wo er geaen
die Mauren rümpfte, spater einen Einfall
nach Vuarn unternahm und die uon den
Franzosen eroberte Festung Fucntarabia zum
Falle brachte, Für seine Waffenthaten ei-
nannte ihn der Baiser zu seinem Trabanten-
Hauptmann, zum Nitter uon Calatrava und
Statthalter uon (Katalonien und Noussüon,
<ÜS welcher er mehrere glückliche Einfälle n^ch
Frankreich aufführte. In den Tagen der Noth
zu Wien im Jahre 1328 glänzte Nogen-
dorf'KName neben jenem seines Schwieger«
sohncü, des an seine Tochter Elisabeth
vermalten Niklas Grafen Halm. Im Octo»
ber 1530 zog er niit IU.U0U deutschen und
böhmischen Knechten über Gran langsam gegen
Ofen. wo er den Gegenkönig Zap o lya ein--
schloß, aber durch übles Welter, Seuchen und das heranrückende Entsatzheer gezwungen
wurde, die Belagerung am 19. December aufzu»
beben und den Rückzug nach Gran anzutreten.
R, durch diesen Mißerfolg übelgestimmi, zo>^
sich nach seiner Besitzung Guntersdorf zurück.
Aus dieser ländlichen Nuhe wurde er im Jahre
!541 wieder gerissen, um von Neuein nach
Ungarn in's Feld zu ziehen. Er rückce vor
Ofen. wo die Gegner unter Mart inuzzi 's
und Török's Befehl fest verschanzt der
Ankunft der Kaiserlichen entgegensahen. Die
Köni.nn Isabel la setzte entschiedenen Wider»
stand entgegen, aber in ihrer nächsten Umge«
bung lauerte der Verrath; nämlich der Stadt-
richter A t h:id y, Georg B o rnem isz a u. A
knüpften mit Franz N«5uay, eineni Abthei«
lungsführer in Rogendorf's Heere, Unter»
Handlungen an. welchen zufolge Rsvay nlit
Tausend Mann in der Nacht durch ein Sei«
tenpförtcken eingelassen werden und siä) der
Stadt bemächtigen sollte. Als N^uay diesen
Plan Nogendorf mittheilte, lvollte dieser
seinem Sohne Christoph Gelegenheit zu die«
ser Wassenthat verschaffen. Dieser machte sich
auch zu verabredeter Nachtstunde mit seiner
Truppe an die Anöfüdruna, kam zur bezeich»
neten Pforte, hatte aber veraessen, von Nevay
die Losung sich mittheilen zu lassen. Als
Bornemiszu die Losung forderte und nicht
erhielt, besorgte er Verrath, macht Lärm und
die aufgeweckte Scharwache ruft zu den Waf«
fen. So mißlang denn der abgeredete Plan.
Dazu gesellten sich noch neue Unfälle; die
Türken rückten heran und die Lage wurde
immer drohender. Nogendorf wurde durch
eine feindliche Kugel cnu Arm schwer verwun-
det, siel in ein Zehrfieber und trat mitten
unter den Qualen desselben, von der Gefahr
gedrängt, den Rückzug an, rettete sich mit
genaue,- Noth auf -die Insel Schütt, wo er
nach wenigen Tagen zu Somerein verschied.
^Bergmann (Joseph), Medaillen auf oe»
rühmte und aufgezeichnete Männer des öster-
reichischen Kaiserstaates u s. w.. Bd, I, über
Wi lhe lm speciell S. 220-225. — Bück«
holz. Geschichte Ferdinand's I., Vd. I,
S. iii 177; Bd, I I I , S. 2t)l); Bd. IV, S. 74.
7ä; Bd. V, S. 133 u. f.; Bd. VI I I , S, 28.
— Fehler. Geschichte der Ungarn, Bd. VI ,
S. 592. — Mai la ih . Geschichte der Ma>
gyaren, Vd. IV, S. 68 u. f. — H orm ayr's
Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur
und Kunst (Wien. 4«.) ix . Jahrg. (!213),
Nr. 12U—1^0. — Vorn schein (Adolph),
Österreichischer (HornrliuS Nepoü (Wien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Volume 26
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Rhedey-Rosenauer
- Volume
- 26
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1874
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 436
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon