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Schedel 148 Scheder
Künstler-Iexikon. Schedl und Sch edle
geschrieben. Dlabacz und Nagler
führen ihn Ersterer (Bd. I l l , Sp. 33).
Letzterer (Bd. XV, S. 136), unter Sche-
del. und Ersterer wieder (Bd. I I I ,
Sp. 38). wie auch Letzterer (Bd. XV,
S. 421) unter Schoedle auf. Seine
richtige Schreibweisebin ich außer Stande,
festzustellen. I m Tirolischen Künstler-
Lexikon heißt eS. daß der Künstler auf
einem Blatte, welches den heiligen Io.
hannes, nach Piazetta gestochen, dar.
stellt, sich: Uartinuä 8ok6ä1 1irol6HLi8
Louip. Vonetiis gezeichnet habe. Sche«
delwar ein Schüler des Prager Kupfer.
stecherS A. Pirkhart oder, wie er auch
geschrieben erscheint, B i rkhar t , bei
dem er mehrere Jahre gearbeitet hat.
Von Prag begab sich S. nach Venedig,
wo er bei seinem Landsmann Joseph
Wagner (geb. 1706 zu Thalendorf am
Bodensee, gest. zu Venedig 1780), einem
berühmten Kupferstecher seiner Zeit, einem
Schüler Amiconi 's und des Pariser
MeistersLaurentCa rs, sichvervollkomm«
nete. I n der Folge besuchte S. auch
Rom. Genaueres ist über seine Lebens»
Verhältnisse nicht bekannt, und obwohl
eS von seinen Stichen heißt, daß diesel»
ben, welche er sowohl in Deutschland, als
in Italien verfertigt habe, allgemeinen
Beifall fanden, sind außer dem schon
erwähnten Johannes nur noch ein paar
Blatter bekannt: ein „Nilbni55 der Grz-
Herzogin, nachmaligen Kaiserin Marin Ghe-
resiü". im Jahre 1738 radirt in Folio,
und eine „Maria mit dem schlafenden Rinde
unter einer Ariade". nach A. Correggio,
Halbsigur. ebenfalls 4738 in gr. Folio.
Nagler nennt dieses Blatt selten; aber
auch andere Blatter dieses Meisters mö«
gen nicht häufig sein, da nicht einmal
Andreas Andresen inseinem „Hand«
buche der Kupferstichsammler" (Leipzig 1873, T. O. Weigel). in welchem er denn
doch nicht fehlen sollte, feiner gedenkt.
Tirolisches Kün stler»3erikon oder kurze
Lebensbeschreibung jener Künstler, welche ge»
borne Tiroler waren u. s. w. (Innsbruck 1830,
Felic. Rauch. 80.) S. 219. — Meyer (I.).
Das große Conversations'Lexikon für die
gebildeten Stände (Hildburghausen. Bibliogr.
Institut, gr. so.) Zweite Abtheilg. Bd. VII,
S. 243. Nr. 3.
Scheder, Ferdinand (Soldat , geb.
zu Groß.Thoneberg in Steiermark
7. Mai 1824. gest. zu Pesth 23. Februar
1849). Die Inschriften des ihm von
seinen Landsleuten und seinen Kriegs»
kameraden in seiner Heimat auf der
Straße nach Mariazell errichteten Denk»
mals enthalten die kürzeste und treffendste
Biographie. Dem Orte der Aufstellung
— auf offener Straße — entsprechend,
hat der Künstler dem Denkmal eine
kirchliche Form gegeben. Dasselbe bildet
eine sammt den Stufen 19 VZ Wr. Fuß
hohe, im gothischen Style gehaltene, vier»
eckige, einfach, jedoch stylgemäß verzierte
Säule mit einer spitzig auslaufenden
Ueberthürmung. welche mit Knorren und
einer Aufsatzrose geschmückt ist. An der
Vorderseite steht in vertieften Buchstaben
von schwarzer Färbung : „Ferdinand
Scheder, zu Thoneberg im Angerbauern-
Hofe Nr. 34 den 7. Mai 1824 geboren,
wurde am Geburtstage 1844 zum k. k.
Fuhrwesencorps afsentirt. — I n der
Schlacht bei Szolnok in Ungarn am
25. Jänner 1849 harrte Er, nachdem
schon der erste feindliche Schuß Ihm den
rechten Unterschenkel zerschmettert hatte,
noch im fortgesetzten Manöver seines
Cavalleriegeschützes zu Pferde Helden«
müthig aus, bis der Sieg entschieden
war." An den beiden Seitenfeldern sind
zwei Weihbrunnkeffel angebracht. DaS
rückwärtige Feld ist leer gelassen. Ober«
halb eines Gesimses befinden sich aber»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Volume 29
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sax-Schimpf
- Volume
- 29
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1875
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 374
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon