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Zchedius 131 Schedms
des Verfassers, daß sein P lan al le
zehnIahre einer neuen Revision
unterworfen werdensoll. Als im
Jahre 4796 die gelehrte Gesellschaft für
Siebenbürgen gestiftet worden, erwählte
man S. zu deren Secretär für Ungarn.
Nun trachtete er noch durch andere lite»
rarische Vereine das geistige Leben Un>
garns zu fördern, und insbesondere lag
ihm die Gründung einer naturhiftorischen
Gesellschaft sehr am Herzen. Obwohl
ihm nun in dieser letzteren Richtung daö
Gelingen seiner Bestrebungen zu winken
schien, so scheiterte doch fein Plan an
äußeren Hindernissen, und erst viele Jahre
nach seinem Tode konnte eine solche
Gesellschaft in's Leben treten. Ungleich
wichtiger und von Erfolg begleitet waren
seine Bemühungen zur Herstellung einer
ordentlichen Karte Ungarns, welche bis
dahin fehlte. Er hatte sich zu diesem
Zwecke mit dem damaligen k. k. Husza«
reN'Lieutenant, nachmaligen Obersten
Johann von Lipszky j^Bd. XV,
S. 234^ > und mit dem Adjunclen der
Ofener Sternwarte, Emerich Daniel
Bogdanich Md. I I , S. 24), in Ver.
bindung geseht, mit TrieS necker.
Zach und anderen Astronomen eine
darauf bezügliche (Korrespondenz ein-
geleitet und nach mehrjährigen, nicht
geringen Mühen alle Schwierigkeiten
überwunden, und in den Jahren 1806
bis 1808 die Karte Ungarns in 12 Folio-
blättern zu Stande gebracht, welche als
die beste der bis dahin erschienenen be-
zeichnet wird. Zu dieser Karte wurde
überdieß ein vollständiges Repertorium
ausgearbeitet als Vorläufer jenes großen
geographischen Werkes, zu welchem er
ein halbes Jahrhundert hindurch Mate-
rialien mit unglaublicher Emsigkeit und
Genauigkeit gesammelt. Andere dringen«
dere und nicht minder wichtigere Arbeiten, zuletzt der Tod, hatten ihn gehindert, die
letzte Hand an dieses Werk zu legen.
Im Jahre 1832 verband er sich mit
dem Ingenieur Blascheneck zur Her»
ausgäbe einer General«. Post. und Stra«
ßenkarte Ungarns, dieser in ihrer Art
einzigen musterhaften Arbeit. Auf den
zu diesem Zwecke unternommenen Reisen
hatte S. alle Gegenden Ungarns. Croa»
tiens, Slavomenö und Siebenbürgens
besucht, in den Jahren <802 und 1807
noch litercmsche Reisen nach Deutschland
und Italien, letztere bis Neapel und
Paestum ausdehnend, unternommen. S..
den die Naturgeschichte immer mächtig
angezogen hatte, richtete namentlich auf
die praktische Seite derselben sein Augen,
merk, und seine bereits im Jahre 1800
begonnenen Versuche mit der Seidenzucht
waren so günstig ausgefallen, daß er
eine eigene Seidenzuchlanstalt errichtete,
eine, die zweckmäßige Besorgung deS
Seidenbaues und die Localverhältnifse
des Landes besonders berücksichtigende
Anleitung dazu herausgab und zur Nach»
ahmung ermunterte. So geschah es denn,
daß er im Jahre 1810 nach Wien berufen
wurde, um einen Plan zur Beförderung
dieses Zweiges der Staatswirthschaft in
Ungarn auszuarbeiten. Als im I . 1811
das große städtische Theater in Pesth
erbaut wurde, übernahm er die Leitung
desselben, führte sie bis 1817 und wirkte
sowohl hiedurch, als auch durch die För«
derung der Kunstvereine mächtig auf die
Läuterung des Geschmackes des großen
Publicums. Die im letztgenannten. Jahre
ausgebrochene große Theuerung und da»
durch entstandene Noth riefseine Thätigkeit
nunmehr auf ein neues Feld. Es hatte
sich zur Linderung der davon betroffenen
ärmeren VolkSclossen unter dem Schuhe
der Erzherzogin Hermine, Gemalin
des Erzherzogs Palatin Joseph, em
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Volume 29
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sax-Schimpf
- Volume
- 29
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1875
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 374
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon