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Scheither 478 Scheiwl
ciere. 363 Huszaren und Kosaken gefan«
gen nahm und einige hundert Pferde
erbeutete; einige Tage später machte er
bei Pinsk 3 Ofsiciere und 420 Mann
zu Gefangenen, großen Mundvorrath
und 300 Gewehre Beute. Noch vor Ende
des Jahres wurde S. zum General»
Major befördert. Mit der Führung
eines größeren Streifcommcindo's betraut
operirte er mit großem Geschick im
Nucken der feindlichen Armee in Sachsen.
Die letzte hervorragende Waffenthat des
tapfern KnegerS war der am 18. Sep-
tember 1813 ausgeführte Ueberfall der
befestigten Stadt Freiberg, welche von
den Franzosen besetzt gehalten wurde,
um von jenem Puncte auS die linke Flanke
der in Böhmen stehenden Armee der
Alliirten zu bedrohen und von franzö-
sischer Seite eine Hauptverbindungsstraße
gesichert zu haben. Die Erlangung dieses
Postens war demnach von besonderer
Wichtigkeit. Mit großer Ueberlegung,
alle Wechselfälle genau erwägend, hatte
S. den Plan entworfen und seit mehreren
Tagen Alles zum Ueberfalle vorbereitet,
der am 18. September Früh gegen
3 Uhr begonnen und um 3 Uhr mit eben
so viel Scharfsinn als Bravour von S.
ausgeführt wurde. Scheither's Vcr»
lust betrug im Ganzen 1 Todten und
3 Verwundete von einem Corps, daS aus
sechs Schwadronen Vincent« und zwei
Schwadronen Kaiser«Cheveauxlegers und
dem 2. und 7. Iäger-Batailloti bestand.
Er hatte in Freiberg den General
Bruno. 20 Stabs, und Oberofsiciere,
4 Kriegscommissar. 200 westphälische
Huszaren und 200 Italiener zu Ge-
fangenen gemacht, außerdem fielen 228
Kranke in seine Hände. Die Einnahme
Freibergs brachte in der ganzen Armee
große Freude hervor und General S.
wurde für diese auS freiem Antriebe unternommene und für die weiteren
Operationen so ersprießliche Waffenthat
mit kaiserlichem Handschreiben ääo.
Komotau 8. October 1813 zum Com«
mandeur des Maria Therefien>Ordens
ernannt. Die Feldzüge der folgenden
Jahre 1814 und 1813 machte S. in den
Divisionen Bianchi und Colloredo mit
und beschloß die Neihe seiner glänzenden
Waffenthaten mit der Einnahme von
Mömpelgard am 2. Juli 18l!5, wo-
bei er nicht nur zahlreiche Gefangene
machte, sondern viele Munition und an»
dere Vorräthe und 7 Kanonen erbeu-
tete. Aber schon im folgenden Jahre,
im schönsten Mannesalter von erst
44 Jahren, raffte der Tod den tapfern
General dahin.
Hirtenfeld (I .) , Der Militär<Maria There.
sien.Orden und seine Mitglieder (Wien 1827,
Stalltsdl'uckerei. kl. 40.) I I . Theil, S. 748.
1137, 1744 u. 1748. — (Thür heim. An»
dreas Graf) Die Reiter-Regimenter der k. k.
österreichischen Armee (Wien 1862, Geitler.
gr. t>o.) I. Band.- Die Kürassiere und Dra»
goner, S. 294—298; I I I . Band: Die Uhla.
ncn, S. 194, 195 u. 218.
Scheiwl, Joseph (Maler. geb. zu
Königgrätz in Böhmen am 7. April
1833). Sein Vater war Schuster und
Kirchendiener an der Marienkirche zu
Königgrätz. Der Sohn besuchte bis zum
Jahre 1849 die Unterrealschule seines
Geburtsortes, bezog alsdann daS Gym«
nasium, aber schon nach der dritten Classe
trat er im Jahre 1832 in Prag in die
Kunstakademie ein, wo er ein Schüler
deS damaligen Directors E n g e r t h
wurde und sich ganz der Historienmalerei
zuwendete. Im Jahre 1838 trat er in
der Präger Kunstausstellung mit seinem
ersten Wecke in die Oeffentlichkeit. Es
war daS Historienbild: „Nie h. Anümila
bewirthet ihre Mörder" (110 fl.). Sein auf
einer der folgenden Aasstellungen bemerk«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Volume 29
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sax-Schimpf
- Volume
- 29
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1875
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 374
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon