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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Volume 29
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Page - 191 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Volume 29

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Scheller Schels andere gern gehörte Stücke „mit man« ^ nigfaltigen Variationen, theils mit Be»! gleitung einer Violine, theils ganz allein. Endlich.legte er seine Dose auf die Geige und phantasirte so, bis er den fürchter/ lichen Khorgefang der alten Kapuziner» nonnen anstimmte und damit das ganze Auditorium nöthigte. in ein lautes Gelachter auSzubrechen. Den Beschluß machte er mit seiner sogenannten Har» monika, indem er seinen Bogen ab« schraubte, die Haare über die Saiten und den Stock unter den Bogen der Geige brachte, und so, die Dose eben« falls auf der Violine liegend, alle vier Saiten auf einmal in langsamen, wohl» gewählten Accorden und Modulationen eine Zeit lang ertönen ließ." I n einem im Jahre 1799 veranstalteten Concerte, da er bereits durch Trunkenheit und wüstes Leben so heruntergekommen war, daß er nicht einmal mehr ein eigenes In» sirument besaß und ein solches, wenn er auftrat, entlehnen mußte, sing, „indem er zu spielen begann, sein Saitenhaltei immer mehr,und mehr nachzulassen an, indeß er immer im Tone deS übrigen Orchesters fortarbeitete, bis seine Geige am Ende des Concertes um eine Terz tiefer stand". Allmalig sank S. in das tiefste Elend, aus dem ihn emporzuraffen es auch seiner Kunst nicht mehr gelang, und in demsel« ben starb er auch, erst 41 Jahre alt. Von sich selbst sehr eingenommen, pflegte er in seiner Künstlerbescheidenheit von sich nur: „Ein Gott — ein Scheller" zu sagen. Neues Univ ersal-Iexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortges. von Ed. BernSdorf (Dresden 1837. Nob. Schäfer, gr. 8".) Bd. I I I , S. 459. — Dlabacz (Gottfr. Ioh.). Allgemeines histo« nsches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1813, Haase, 4°.) Bd. I I I , Sp. 38 M t ihn zu Prag geboren sein und weiß von ihm nur zu sagen, daß er ein großer Künstler auf der Violine gewesen sei). — Rochlitz (F.), Für Freunde der Tonkunst, Bd. I I , S. 356. Schels, Johann Bapt. (k. k. Ob er st. lieutenant und militärischer Schrift- steller, geb. zu Brunn in Mähren am 9. November, n. A. December 1780, gest. zu Wien am 8. October 1847). Sein Vater Ignaz war Administrator der k. k. Tabak- und Siegelgefälle in Kärnthen; ein Großoheim Johann's, der Feldmarschall-Lieutenant Kar l Frei« herr vonAmadei, warRitterdes Maria Theresien-Ordens. Als der Sohn zwei Jahre alt war. kam der Vater, vorher in Brunn, nach Klagenfurt, wo der Sohn seine wissenschaftliche Ausbildung erhielt. Nachdem er im Jahre 1797 die philosophischen Studien beendet, trat er. dem Wunsche feines Vaters folgend, im Amte desselben als Praktikant in den Staatsdienst, als aber im April 1800 sein Vater starb, verließ S. sein Amt und trat in seiner Vorliebe für den Waf. fendienst im 28. Infanterie»Regimente als Fähnrich ein. In demselben wurde er am 1. Juli 1804 Lieutenant, im August 1803 Oberlieutenant im General« Quarliecmeisterstabe. als solcher machte er im October 1303 die Katastrophe von Ulm mit, kam dann zu dem General der Cavallerie Fürst H o h e n l o h e - I n g e l« fi ngen und blieb in dessen Hauptquar- tier zu Godwg in Ungarn bis zur Auf- losung der Armee, worauf er im Februar 1806 nach Wien berufen wurde. Sein neuer Chef, General Baron Mayer, theilte ihn der Landesbeschreibung in Böhmen zu; im April 1807 wurde er bei der großen Triangulirung angestellt und bereiste in den Jahren 1807 und 1808 die Hochgebirge von Oberösterreich. Steiermark und Salzburg, um das pro«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Volume 29
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sax-Schimpf
Volume
29
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1875
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
374
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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