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Schenkl 203 Schenkl.
seiner Schriften folgen weiter
seine „Chrestomathie aus Xenophon"
erlebten mehrere Auflagen und sind über
die Grenzen Oesterreichs gedrungen. Nicht
minderen Ruf genießt seine Abhandlung:
„Anmerkungen zu den Tracbinerinnen des
Sophokles" und sein „Schulwörterbuch
der griechischen Sprache". Eine stattliche
Reihe von Monographien und Abhand«
lungen, zunächst über griechische Philo«
logie, veröffentlichte S. in der österreichi-
schen Gymnasial-Zeitschrift und ließ auch
mancke davon selbstständig erscheinen.
Liefern diese durchaus gelungenen und
gründlich gearbeiteten Abhandlungenden
unzweifelhaften Beweis einer ebenso viel»
seitigen als gründlichen Gelehrsamkeit
auf dem Felde der classischen Philologie,
so ist S. auch auf den, Gebiete der ver-
gleich e n d e n S p r a ch f o r f
ch
u n g kein
Laie. Beweise hicfür sind vielfach in den
Abhandlungen S.'s niedergelegt, welche
in Fr. Pfeiffer's „Germania" vom
I . 4861 ab erschienen sind. Seit Jahren
hielt S. an der Innsbrucker Universität
Vortrage über Sanskrit und vergleichende
Sprachwissenschaft. Im Jahre 1837
wurde S. zum Professor der classischen
Philologie in Innsbruck ernannt und im
Jahre 1863 in selber Eigenschaft nach
Gratz übersetzt. S. ist daselbst zugleich
Direccor der Gymnaslal»Prüfungs>Com«
mission und hat vielfach auf die Neorga«
nisirung deS Unterrichtswesens, nament-
lich der Gymnasien durch Wort und
Schrift gedeihlichen Einfluß genommen.
Seine beiden Aufsahe: „Ueber die Vor-
schlage zur Modifikation des gegenwärti«
gen Gymnasial-Lehrplanes" (Zeitschrift
für österreichische Gymnasien, Jahrgang
1888) und „Ueber die schriftlichen Uebun-
gen im griechischen Unterrichte am Ober»
gymnasium und über den Gebrauch com»
mcntirter Schulausgaben von griechischen und lateinischen Klassikern" (ebd. 1360)
erfreuten sich an maßgebender Stelle
gerechter Würdigung. Gelegentlich der
im Jahre 1870 stattgehabten Verhand-
lungen der Gymnaslal.Enquste>Commis.
fion im Unterrichtsministerium wurde S.
als Mitglied dieser Commission berufen
und mit einem wichtigen Referate darin
betraut. Schließlich muß noch bemerkt wer«
den. daß S. seit 21. Juli 1863 wirkliches
Mitglied der Akademie der Wissenschaften
ist. Er hat an der Gratzer Universität die
Gründung eines archäologischen Cabinets
veranlaßt, welches trotz seines kurzen
Bestandes durch den relativen Reichthum
an Gypsabgüffen. Münzen und anderen
Antiquitäten bereits eine Zierde unter
den dortigen Sammlungen genannt zu
werden verdient. S. erhielt zum Zwecke
der kritischen Bearbeitung der Werke des
h. Ambrosius (für das von der kais. Aka>
demie der Wissenschaften besorgte Werk:
„OolML pÄti-uw") von dem Ministerium
für Cultus und Unterricht einen Urlaub
auf die Dauer des Winter-SemesterS
1872/73 und eine Subvention, um zu
dem angedeuteten Zwecke eine wissen«
schaftliche Reise nach Italien unrerneh»
men zu können. Im Jänner 1873 ist
seine Berufung als Professor der in Gratz
vorgetragenen Fächer an die Wiener
Hochschule erfolgt. Die Titel seiner selbst,
ständig erschienenen Werke sind: „(Kriecht-
öches Glementarbuch für i>ie 5. und H. <5lll35e
der Gymnasien des österreichischen Kniserstantes.
Noch der Oraniuilltik des Professors Aurtins
brllllmtrt" (Prag 1832, Calve; 2. Aufl.
1834; 3. verbeff. Aufl. 1837, Tempsky;
3. Aufl. 4863; 6. Aufl. 1866); eine ita-
lienische Uebersetzung dieses Buches unter
dem Titel: „VäSi-oi-i §rsoi" (Wien
1835, Gerold) sür die osterreichisch-ita-
lienischen Gymnasien wurde von C. Ma>
son besorgt; — „ClireZtomnilni nn5 Fe iio-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Volume 29
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sax-Schimpf
- Volume
- 29
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1875
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 374
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon