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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Volume 29
Page - 206 -
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Page - 206 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Volume 29

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Scherer 206 Scherer jhatiges Mitglied er war, entwarf kalli» graphische Tableaur — stin kalligraphi- sches Talent war es eben. das ihm zur Anstellung in der Hofkanzlei verholfen hatte — und lithographirte. S. war ein ungemein vielseitiger und fruchtba» rer Componist und in den verschiedensten, oft gerade entgegengesetzten Genres mu» slkalischer Composition thätig. So schrieb er viele Tonstücke für die Kirche, aber auch Marsche für Militarmusik, Walzer- parthien für den Tanzsaal, besonders viel Gelegenheitsmusik, Serenaden für Flöte, Violine und Guitarre. Für letzteres In . strumeni war er besonders thatig. Seine Guitarreschule wurde sehr gesucht, sowie auch seine Variationen und Phantasten für Guitarre einer allgemeinen Beliebt, heit sich erfreuten. Besonders denkwürdig bleibt S. aber durch seine zur Förderung des musikalischen Vereinslebens in Wien an den Tag gelegte Thätigkeit. I n der« selben wetteiferte er mit seinem Freunde Joseph Smeykal, dessen auch in diesem Lexikon gedacht werden soll. Mit diesem zusammen rief er den „Verein für Kunst und Frohsinn" in's 3e< ben und leitete dessen Musikaufführun» gen; mit dem Chorregenten Michael Fischer begründete er einen Kirchen« musikverein, der mit theilweise verän« derten Regulativen jetzt noch nach einem halben Jahrhundert unter dem Namen „Verein zur Verbreitung echter Kirchen« musik" eine einflußreiche Thätigkeit ent- wickelt und eine ehrenvolle Stellung unter den musikalischen Vereinen Wiens behauptet. Nicht geringen Antheil hatte S. ferner an' der Begründung der „Gesellschaft der Musikfreunde des öster- reichischen Kaiserftaates". deren eifriger Beförderer er während seines ganzen Aufenthaltes in Wien blieb, zu dessen Productionen er immer persönlich mit» wirkte und zu deren größeren Concerten und Musikfesten er stets ein ansehnliches Contingent an Sängern und Instru« mentalisten beistellte. Noch gründete S. das Unternehmen der „musikalischen Abendunterhaltungen" im Saale zum „römischen Kaiser", in welchen die Aus« führung von Solostücken mit Chor« und Orchesterwerken abwechselte und die län- gere Zeit einer großen Beliebtheit im mu- sikalischen Publicum Wiens sich erfreuten. Das letzte Lebenszeichen feines künstle- rischen Wirkens ist eine „Olinralgesang- schule", welche wahrscheinlich, wie noch manche andere seiner Compositionen. von ihm selbst lithographirt, im eigenen Verlage erschienen, jedoch längst schon aus dem Musikalienhandel gekommen ist. Recensionen und Mittheilungen über Thea» ter und Musik (herausg. von Fürst Czar,» toryski) (Wien, Redaction, Druck u. Ver« lag von I . Löwenthal. 4".) IX. Jahrg. (1863). Nr. 44. S. 69l: „Zwei Dilettanten. Ein Bei< trag zur Geschichte der musikalischen Vereine in Wien", von Aug. Schmidt. Echerer, Claudius Ritter (Arzt, geb. zu Donauwör th 2. November 4752, gest. zu Gratz 9. Juni 1834). Nachdem er die Gymnasial« und philo- sophischen Studien in den Iesuitenschulen zu München beendet, betrat er die in» dustrielle Laufbahn, ging nach Innsbruck und errichtete dort eine Kattundruckerei, während er fich zugleich auf die Land« wirthschaft verlegte. Mit einem Male gab er das eine und das andere auf und begann zu Innsbruck im Jahre 4776 das Studium der Medicin, wel- ches er 4779 in Wien unter dem be> rühmten St ol l fortsehte. Sich der Thierarzneikunde zuwendend, wurde er am 6. November 4781 ordentlicher 3eh« rer der Thierarzneikunde zu Innsbruck und zugleich Leibarzt der Erzherzogin
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Volume 29
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Sax-Schimpf
Volume
29
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1875
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
374
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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