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Schermcr 217 Scherfon
berichten, sowohl in den größcren. als
auch noch in den in Zeitungen erschienenen.
Näheres über die Künstlerin und ihr Bild
czesucbt, dessen Prcis und Aufnahme in
die Kunsthalle ein bedeutendes Talent
vermuthen lassen.
Off ic ie l ler Kunst-C atalog (Wien 1873.
Verlag der General.-Direction, Druckerei des
Journals „Die Presse", gr. 8°.) S. U?.
Nr. 73^.
Schermer, siehe.- Scharnier, Johann
Martin sS. 62 d. Bds.^j.
Echernberk, der Jüngere.
, siehe: Oeser, Christian sNd. XXI,
S. l8. im D)xt^.
Echerpon von Kroneuslern, Joseph
Freiherr (k. k. Major . Ritter des Maria
Theresien-OrdenS, geb. zu Wien am
27. Februar 1824). Ein Sohn deS k. k.
Artillerie«Obersien und Maria Therefien-
Ordensritters Oswald Freiherrn S.
>> d. Folgendes. Trat im April 1838
als Cadet in das 1. Artillerie-Regirnent.
in welchem er bis zum Juni 1348
zum Nnterlieutenant, im folgenden Jahre
zum Oberlieutenant befördert wurde.
Im ungarischen Feldzuge 1849 stand S.
als Commandant der halben Kavallerie»
Brigade Nr. 12 bei der Brigade Barco.
welche zum CernirungöcorpS der Festung
Komorn gehörte. I n dcr Nacht vom
2. auf den 3. August hatte die Besahung
im weiten Bogen die Brigade Barco
umgangen, um sie in der reckten Flanke
txi Mocsa und im Rücken über PuSzta
Csäm und Harkäly anzugreifen. I n
der That erfolgte am 3. August in der
vierten Nachmittags stunde der Angriff.
Scherpon befand sich mit seinen drei
Geschützen rückwärts der Schanze am
äußersten rechten Flügel gegen Puszta
Csom. Gegen diesen Flügel hatte dcr
Fcind eine weit größere Anzahl zwölf. pfundiger Kanonen und siebenpfündiger
Haubitzen in's Feuer gebracht. Die Bn«
gade leistete verzweifelten Widerstand,
wurde aber, der Uebermacht weichend,
allmälig aus den Schanzen 'und den
festen Stellungen vom ^.cser Walde bis
nach Puszta Harkäly zurückgedrängt.
Scherpon, von fünf Zügen Civalart«
Uhlanen als Geschützbedeckung unter»
stützt, behauptete in dem von allen
Seiten concentrisch auf ihn gerichteten
verheerenden Geschützfeuer mit seltenem
Heroismus seinen Platz. Schon hatte er
drei Pferde unter'm Leibe verloren, war
auch bereits verwundet, von der Geschütz»
bedienung waren 8 Mann und 17 Pserde
getödtet, mehrere der übrigen auch ver»
wundet, auf Hilfe war von keiner Seite
zu rechnen und er durste sich nunmehr in
allen Ehren zurückziehen; aber S. be«
schloß, seinen Platz zu halten und bis auf
den letzten Mann Widerstand zu leisten
und that es auch, bis die Brigade den
Rückzug nach ^.cs anzutreten begann.
Interessant ist es, was der Feind über
Scherpon's Waffenthat meldet. Szil»
länyi , K lapka's GeneralstabSchef-,
schreibt über diese Affaire: „Trotz des
mörderischen Feuers unsererseits hielt sich
die feindliche Batterie bewunderungs»
würdig standhaft und wich keinen Schritt,
obwohl man deutlich sah, daß bernts
zwci Geschütze demontirt waren. Wie wir
später erfuhren, so hieß der Commandant
Scherpon". Scherpon ist ein Schul-
kamerad Klapka's saus der Bombar-
dierschule). S. hatte in dirsem Kampfe
in der That gegen einen Feind, der
ihm in feiner Waffe nicht nur numerisch,
sondern auch im Kaliber weit überlegen
war. eine Brauour sondergleichen cnt-
wickelt und wurde unmittelbar nach dem
Treffen mit dem Ritterkreuze des Leopold-
Ordens ausgezeichnet. AIs aber das
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Volume 29
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sax-Schimpf
- Volume
- 29
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1875
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 374
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon