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im Corps, und in den Jahren 1820 bis
1823 als Brigude-Adjutant bei dem Ar-
tillerie > General Baron von Stein,
1830—1833 bci dem Artillerie-General
Marschall von Biberstein und
wurde fĂĽr seine Verdienste im Jahre 1839
in den erblandischen Adelsstand mit dern
Ehrenworte Edler von und dem Präoi-
cate Kronenstern erhoben. Die Bewe-
gungsjahre 1848 und 1849 gaben S.
Gelegenheit, durch neue Waffenthaten
die höchste militärische Auszeichnung sich
zu erkämpfen. Schon bei dem Angriffe
gegen Nien im October 1848, damals
Major und Artillerie'Commandant des
2. ArmeecorpS, erwarb sich S. durch sein
Verhalten die ah. Zufriedenheit und das
Militär« Verdienstkreuz. Im weiteren
Verlaufe des Feldzuges gegen die unga»
rischen Insurgenten war S. in allen Ge»
fechten bis zur Einnahme von Ofen
und Pesth, dann im Jänner 1849 mit
dem 2. Armeecorps, mit welchem er als
Artillerie «Commandant die Schlacht bei
Kapolna am 26. und 27. Februar mit«
machte. Im Monate März 1849 über-
nahm S. das GarnisonS'ArtlNerie»Di-
strictscommando zu Ofen. Auherordent»
Uches leistete er in dieser wichtigen Stel.
lung durch erfinderische Thätigkeit, durch
Selbstaufopferung und kaltblütige Ent»
schlofsenheit; im Augenblick der höchsten
Gefahren hat er wesentlich zur Verlan«
gerung dieser so denkwürdigen Vertheidi«
gung Ofens beigetragen. AlS am21.Mai
1849 der Feind bereits die Bresche
stĂĽrmte, hatte S. aus freiem Antriebe im
stärksten feindlichen Gewehrfeuer mit per»
sönlicher Handanlegung mehrere Kanonen
aus einer Batterie nächst der Burg gegen
den St. Georgsplatz vorfĂĽhren lassen
und durch diese Geschütze daä Vordringen
des FeindeS einige Zeit noch aufgehalten.
Als aber der stĂĽrmende Feind ĂĽberall mit Uebermacht und selbst gegen die Burg
vordrang, blieb S. nichts ĂĽbrig, als
kämpfend den Rückzug gegen die Burg
zu nehmen, um wenigstens noch diese
ehrenvoll zu vertheidigen. Nach dem
Falle des Festungscommandanten von
Hentzi Ad. VIII, S. 317) und des
Obersten von A l ln och Ad. XI, S. 332)
ĂĽbernahm S. sofort das Commando
ĂĽber den die Burg vertheidigenden Rest
der Besatzung. Durch seine zweckmäßig
getroffenen Vorkehrungen, durch sein
persönliches Beispiel und durch seine
todesverachtende Hingebung gelang es
S., die Burg noch dann einige Zeit
hartnäckig zu vertheidigen, als bereits
die ganze Festung in feindlichen Handen
war. Mit Beschluß vom 26. März 1850
wurde S. für sein ausgezeichnetes Ver»
halten, das von dem versammelten Ca»
pitel des Maria TherestewOrdenS streng
geprĂĽft worden, der Auszeichnung mit
dem Ritterkreuze des Maria Theresien-
Ordens wĂĽrdig befunden und ihm auch
dasselbe mit Diplom vom 20. Octo<
ber1830 verliehen. Im Juli des nächsten
Jahres wurde er den Statuten des Or-
dens gemäß in den erbländischen Frei»
Herrnstand erhoben. Oswald Freiherr
von S. war seit 1823 mit Anna Hauck
(geb. 16. März 1803j, der Tochter eines
Kaserne'Verwalters, vermalt, auS welcher
Ehe ein Sohn Joseph s^. d. Vorigen
S. 247^ stammt, der, dem Beispiele seines
Vaters folgend, in jungen Jahren sich
auch die höchste militärische Auszeichnung
erkämpft hatte.
Adelstands. Diplom ääo. 7. Februar l839.
— FreiherrnstandS'Diplom ääo.
9. Juli tsäl. — Hirtenfeld (I.). Der
Militär-Maria Theresien'Ordcn und seine Mit.
gliedcr (Wien 1837, Scaalsdruckcrei. kl. 4<>.)
S. 168! u. 1754. — Orsterreichilchrr
Militär-Kalender. Hcrausg. uon Hir»
ten fcld (Wicn. kl. 8°) XVI. Jahrg. (l8«5).
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Volume 29
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Sax-Schimpf
- Volume
- 29
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1875
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 374
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon