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Schotts Eduard 107 Schön, Eduard
kammer ernannt, bekleidete S. diese
Stelle 48 Jahre lang bis Juli 1863/
dem er in der Zwischenzeit den Titel und
Charakter eines Ministerin!. Secretärs
erhielt und zugleich als Stellvertreter
des kais. BankcommifsärS fungirte. Im
Jahre 1869 zum Sectionsrath im k. k.
Finanzministerium befördert, wurde er
mit der Leitung des Credit-DepartementS
und den Functionen des kais. Bankcom-
miffärs und des landesf. Börsecommiffärs
betraut. I m Jahre 1872 erfolgte seine
Ernennung zum Ministerialrathe und
Mitgliede der Dllnal!'Regulirungs<Com>
Mission. I n diesen Stellungen war S.
bei verschiedenen amtlichen Commissionen,
so bei jener über die Erneuerung des
Vertrages mit der österreichischen Lloyd-
Gesellschaft, bei der Sequestration der
Lemberg'Czernoluitzer Bahn, bei der Be>
rathung über das neue Börsegesetz, über
jenes der Actiengesellschaften und zuletzt
als Mitglied der Centralleitung der
Staats'Vorschußcafsen thätig. Die Wie-
ner Börse hat S< eine freundliche Erin»
nerung zu bewahren, da er am 9. Mai
1873, als dem
stürmischen Tage des Aus»
bruches der Börsenkrise, dem Beschlusse,
die bewaffnete Macht herbeizurufen und
einschreiten zu lassen, in seiner Eigenschaft
alS lnndesf. Börsecommissär sein beson»
nenes Veto entgegenstellte. Auf dem
finanziellen Gebiete, auf welchem S. so
viele Jahre thätig gewesen, erschien er
auch als gewandter Fachschriftsteller und
stammen aus seiner Feder folgende Werke:
„Ner Mener sourzzettel" (Wien 1888,
Gerold, 8°.); — „3ie Meim Nüneardnung"
(ebd. 1860, Braumüller); — „NaZ bentZche
Hllnüelsgrschbnch nnb die Wiener Vürsc" (ebd.
1363, 8°.) — und „Nie VPu'dllMn un dn
Wiener NürZe . . . " (ebd. 1868, Braumül»
ler, 8«.), Seit dem Jahre 1866 ist S.
auch Verwaltungsrath der Wiener Han- delsakademie und scit 1873 Vice<Präsi'
deut derselben. Für seine in den vor°
erwähnten amtlichen Stellungen erwor»
benen Verdienste wurde S. im Jahre
1867 mit dem Ritterkreuze des Franz
Joseph., im Jahre 1874 mit jenem des
kais. österreichischen Zeopold>Ordens aus-
gezeichnet. Aber noch nach einer anderen
Seite verdient S. eine nicht weniger e!n>
gehende Würdigung, und zwar als Mu>
fiker und vortrefflicher Lieder-Composi-
teur. Seine künstlerische Entwickelung
wurzelt in den denkwürdigen Wusikzu«
ständen seiner Vaterstadt Engelsberg
während der Jahre 1830—1889. Da-
mals wirkten zwei humane und geistvolle
Lehrer und Chordirectoren, Adalbert
Po mm und Florian Schr ott , indem
Städtchen und um diese zwei Männer
hatte sich ein Kreis von jungen und
strebsamen Männern gebildet, die, Jeder
ein kleiner Meister in seinem Fache, im
Stande waren, bei ihren Musikfesten, als
deren vornehmstes das Cäcilienfest galt,
Oratorien von H a y d n , G r a u n ,
Beethoven, classische Symphonien und
bei kirchlichen Feierlichkeiten die größten
Werke der Nunina LäLia bei vollständig
besetztem Orchester tadellos aufzuführen.
Im Kreise jener Männer befand sich auch
Anton Schön, der Vater unseres Mini»
sterialratheö, welcher mit seinem Freunde
Franz Klement, Beide geschmackvolle
Solosänger, in diesen Musikauffühnmgen
mitwirkten und nicht wenig zu dem ver-
breiteten Ruhme der Vngelsberger Musik-
aufführungen beitrugen', wurden doch da»
elbst die letzten Sireichquartette Neetho°
ven's schon um die Mitte der Dreißiger-
Jahre, also 18 Jahre früher, ehe Hell»
mesberger sie dem Wiener Publicum
vorführte, aufgeführt und enthusiastisch
bewundert. I n diesem Kreise wuchs
Eduard S. heran und lernte früh die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon