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Schön. Eduard 109 Schön, Eduard
quartett hatte, also noch während seiner
Studien zu Olmütz, als Komponist thä
tig. Damals, 1843—1846, sind mehrere
Stücke für Clavier und auch für Gesang
erschienen ^die Uebersicht der Eompositio
nen Engels be rg'S (Schon) folgt
auf S. 110^. Vornehmlich wendete sich
S. der Cbor.Komposition zu, und die
Sangbarkeit seiner prächtigen, den Hörer
gerade zum Mitsingen hinreißenden Chöre
machten EngelSberg's Namen und
seine Composiiionen bald so populär,
daß dieselben nicht nur in Wien, sondern
überhaupt in Oesterreich, in Deutschland
und über dem Meere, bei den deutschen
Gesangvereinen in Amerika, Verbreitung
gefunden habm. Lange Zeit war der
junge Componist der Oeffentlichkeit fern
geblieben und noch 1830 apostrophirte
Dr. Hanslick im Abendblatt der „Wie-
ner Zeitung" den Wiener Männergesang-
Verein: „Kennt denn der Verein die
Kompositionen seines Mitgliedes Dr.
Schön nicht?" (damals gab es noch
keinen E. S. Engelsberg), aber erst
im Jahre 1860 wurde zum ersten Male
ein Chor von Engelsberg: „Waldes»
weise" (am 10. März g, I.) vom Wiener
Männergesang-Verein aufgeführt. Ueber
diese erste Aufführung entspann sich im
ofsiciellen Organ des deuischen Sänger»
bundeS. in der „Sängerhalle" (1878,
Nr. 8 u. 9), eine Polemik, die auch inso»
fern interessant ist, als darin die Auf-
führungen der Kompositionen Schön'S
im Männergesang'Vereine und im Wie»
ner akademischen Gesangvereine nach
dem,Datum verzeichnet sind. Endlich im
Jahre 1863 überließ S. auf Zureden
Hanslick'S, der Protector des akade»
mischen Gesangvereins war, diesem jun>
7gen Vereine für sein am 8. Februar im
Hianasaale stattfindendes akademisches
MaSkenfest seine köstliche „Quadrille", bekannter unter dem Namen .Narren-
Quadrille", mit welcher die Tage des
Glänzen des Componistm Schön-En»
gelsberg beginnen. Denn nun folgten
(4. Februar 1864) die „Ballscenen", (am
29. November d. I.) das akademische
Lustspiel: „Dr. Heine", (27. Juni 1868)
„Nomancapitel" , (am 24. November
1866) „Der Landtag von Wolkenkukufs.
heim", (28. November 1868) „ Im
Thiergarten", während im Männerge»
sang-Vereine n. a. (4. November 1868)
„Die Poeten auf der Alm". (!9. Decem-
ber 1872) „ Im Dunkeln" gegeben wur-
den. Bezüglich der Kompositionen S.'S
ist eineS Umstandes ausdrücklich zu erwah»
nen. S. hat sich den Text zu vielen seiner
Chöre, namentlich zu allen humoristi»
schen, selbst geschrieben, so daß also Text
und Musik zu gleicher Zeit auö einer
Feder geflossen sind. Es ist dadurch dem
in deutschen Landen nicht seltenen Du«.
liSmus, der zwischen Textdichter und
Komponisten zu herrschen pflegt, aus»
gewichen und dabei jene Leichtigkeit und
Natürlichkeit der Bewegung, ein gewisses
Perlen und Schäumen erzielt, das Com»
Positionen humoristischer Art nickt fehlen
soll. Bisher hat der Wiener Männer»
gesang-Verein (bis 14. März 1873)
24 Chöre, der Wiener akademische Ge»
sangverein (bis 3. Juli 1878) 3? Com»
Positionen S.'s, und im Allgemeinen
ersterer vorwiegend die ernsten, letzterer
die heiteren zur Aufführung gebracht.
Daß eine solche fruchtbare und erquickende
Thätigkeit im Reiche der Musik in jenen
Kreisen, welche der Pflege dieser Kunst
huldigen, nicht unbemerkt bleiben konnte,
versteht sich von selbst, und indem der
Gesangverein der alten preußischen Uni>
versitätsstadt Königsberg im Jahre 1864
den Neigen der Ehren»Diplome mit dem
seinigen eröffnete, folgten ihm allmälig
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon