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Schönberg 123 Schöuberg
Großvater, Vater und Sohn. Johgnn
(Kupferstecher, geb. zuOedenburg
in Ungarn im Jahre 1780, gest. 1863)
war ein Schüler von Gchmutzer
sBd. XXX, S. 344) und arbeitete in
der zu seiner Zeit üblichen, durch Fried-
rich John ^Bd. X, S. 238) auf ihren
Höhepunct gebrachten Punctirmnnier
Er stach mehrere Blätter nach Ange-
lica Kaufmann, Lampi, Füger
u. A. Später gab er den Grabstichel auf
und wurde Kunsthändler, als welcher er
sich ein nicht unbeträchtliches Vermögen
erwarb und im Alter von 83 Jahren
starb. — Sein Sohn Adolph (Kupfer
siecher, geb. im Jahre 18l3, gest. im
Jahre 1868) widmete sich gleichfalls der
Kunst seines Vaterö,, besuchte die Wiener
?. k. Akademie der bildenden Künste und
arbeitete unter dem berühmten Franz
Stob er. Bei diesem Meister erging eS
ihm, wie es schon vielen Anderen vor
ihm ergangen und noch Vielen nach ihm
ergehen wird. Unter die von ihm gesto-
chenen Platten setzte Stob er seinen
Namen; dieß war der Fall bei vielen
Bildern für Almanache und Taschen»
bücher, und bei einer großen Menge der
von Johann Neftomuk Ender sBd. IV,
S. 38) gezeichneten Blatter zu dem bei
Härter in Wien erschienenen „Mythos
der Griechen und Römer". Auch an eini»
gen, sämmtlich als Stöber'sche Stiche
berühmt gewordenen Blättern des Wie»
ner Kunstvereins, von denen Wald>
müller'S „Mckkehr von der Arbeit",
Klaf f t 's „Zriny'S AuSfall aus Szi-
geth" , Danh aufer 's „Prasser«.
„Klostersuppe". „Testamentseröffnung",
Rieder's „H. Katharina von Siena"
besonders anzuführen smd. hat Schön,
berg mitgearbeitet. Später verlegte er
sich auf die Lithographie und Moriz von
Schwind's „Srinis« letzter Sn«fnII au« SMth", das 1823 bei Trentsensky
in Wien lithographirt erschien, ist von
Schonberg gearbeitet. Von anderen ll.
thographirten Arbeiten S.'s sind anzufüh.
ren viele Blätter nach den damals so be-
liebten Lithographien von Victor Adam
in Paris und mehrere Vorlagblätter zu
den von Professor Johann Schindler
sBd.XXX, S. 10) indenZwanziger-Iah.
ren herausgegebenen „Zeichnungsschulen".
Schließlich nahm S. an Ort und Stelle
auf die Ansichten der Ruinen und Schlös»
ser Böhmens, welche er dann auch selbst
lithographirte und in einem periodisch
erscheinenden größeren Sammelwerke im
Jahre 1836 erscheinen ließ. Adolph
starb im Alter von 88 Jahren. — Sein
Sohn Johann Nepmnuk (Maler und
I l luf t rat ionszeichner, geb. im
Jahre 1344) zeigte früh das Talent
seines Vaters und Großvaters und kam,
nachdem er die Oberrealschule beendet, in
die k. k. Akademie der bildenden Künste,
an welcher er zwei Jahre arbeitete. Aber
die damaligen Zustände an der in einem
völligen UmformungSprocefse befind»
lichen Akademie sagten ihm nicht zu, und
so begab er sich nach München, wo er
unter Professor An schütz fleißige Kunst»
studien machte. Familienangelegenheiten
trauriger Natur, namentlich aber seines
Vaters Verarmung, riefen ihn mitten
auS seinen Studien nach Wien zurück,
wo er nun achtzehn Jahre Frohnarbeit
verrichtete, um seine Eltern und sich
selbst
zu erhalten. Ein paar kleine, von ihm
gemalte Schlachtenbilder richteten die
Aufmerksamkeit des berühmten Schlach»
tenmalers Fritz L' Al lemand, der eben
damals mit der Ausführung des Bildes:
„Die Festtafel für die Maria Theresien»
Ordensritter im Saale des Schönbrunnec
Schlosses" beschäftigt war und der nun
den Künstler zur Aushilfe bei dieser Arbeit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon