Page - 139 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Image of the Page - 139 -
Text of the Page - 139 -
Schllnliorn 139 Schonborn
^ekl- ! Oaue. V«!. Nainb. N^ii. st N.
<ohne Ang. des Zeichners u. Slechers, Kupfer«
stich, 4°,),) — <ö. Melchior Friedrich
-GrafSch. (geb. t6, März 1644, gest, lli, Mai
i717), ein Sohn Phi l ipp Crwein's uon
Sch. auü dessen Ehe mit Mar ia Ursula
'Greifenklau vonVol lraths und älterer
Bruder des Churfürsten Lothar Franz s.s. d.
Vorigen, Nr. 14^>, Er war Kämmerer, k. k.
wirklicher geheimer Rath, Reichsbofrath, chur>
mainzischer Staatsumnster, Oberhoftneilier
und Statthalter zu Aschaffenburg und Pleni»
potentiarius auf dem Friedenscongresse zu
Ryswik, wo er übcrdieß die Stelle des Prä-
sidenten der von den Stünden abgeschickten
Gesandtschaften bekleidete, welche in feiner
Wohnung zu den Beralhunaen sich verfaul»
melten. Sein Vruder Lothar Franz belehnte
ihn mit dem Erzschenkamte des Erzftiftes
Mainz und am 3. August 070t wurde er mit
seiner ganzen Familie in den Neichsgra»
fensta n d erhoben. Der Graf starb im hoh,>n
Alter von 73 Jahren. Seine ihm 1668 ange»
ein Friedens» und Freundschaftspfand zwischen
dem bis dahin entzweiten berühmten chur»
üiainzischüli Minister Johann Christian Frei<
Herrn uon Voyneburg und Melchior
Fr icdr i ch's Vater Ph i l ipp Erwein uon
Schönüorn, gebar ihm l4 Kinder. Die
H-eiralhen der sieben Töchter sind aus der
Stammtafel ersichtlich. Von den sieben Söh<
nen aber bekleideten vier: Johann Phi»
l ipp, Friedrich Kar l . DamianHugo,
Franz Georg die höchsten Kirchenwürden
und verliehen dem Grafenhause der Schön»
born cinen Glanz, wie er kaum von einer
andern deutschen Familie jener Zeit ausging.
— lL. Rudolph Franz Erwein Graf (Rit-
ter des goldenen Vließes, geb. 23. Octuber
1677, gest. 22. September l?64), ein Sohn
des Grafen Melchior Friedrich Mr. ü>)
und Mar ia Sophien« Freiin u. Boyne.
bürg. Der Graf, ursprünglich Domicellar
zu Trier, trat dann a<2 Kämmerer und Reich«,
hofrnth in kaiserliche, als Vicedom von
Aschaffcnburg in churmainzische
Dienste. t?«7
wurde er churmainzischer wirtlicher Geheim-
rath, 47U9 Oberhofmarschall, <?<« ging er
als Gesandter an den Hof zu Dresden. Ka!>
ser Kar l VI . schlug ihn bei seiner Krönung
1711 zum Ritter deö h. röm. Reiches, uer>
lieh ihm i?13 die geheime Rathswürde, wo.
Tauf der Graf die churmainzischen Dienste
aufgab, und 1731 — dem Ersten seines Ge< schlechtes — den Orden des goldenen Vließes,
der nach ihm noch einen Schönborn, seinen
Neffen Eugen Franz Erwein, schmückte.
Im November l?«l hatte sich Graf Ru<
dolph Franz mit Nari« Eleonow geb.
Gräfin ßatzfelb, Witwe nach Otto, Grafen
von Dernbach, ucrmält. Da ihre erste Ehe
kinderlos geblieben, brachte sie ihrem zweiten
Gemal ein ansehnliches Erbe mit: die im
fränkischen Kreise liegende Reichsherrschaft
Wiesentheid, wonach sich noch heute ein Zweig
der Grafen Schön born schreibt; die im
Warburger Kreise der Stnermark gelegene
große Herrschaft Arnfels und die Herrschaft
Waidenstein im Klagenfurter Kreise Kärn«
thens. Ihre Ehe war mit neun Kindern
gesegnet, uon deren sieben Töchtern Vva
Therese als Aebtissin zu St. Anna in
Würzburg 17Z4 starb, und Anna Katha»
t ina mit Franz Anton, n. A, Franz
Arnold Marquis uon H oensbroech sich
vermalte; die fünf anderen starben theils
jung, theils unUenualc. Bon den zwei Söh»
nen würde der jüngere.Melchior Friedrich
Joseph, Priester und war zuletzt Propst zu
St. Alban in Mainz; der ältere, Joseph
Franz Vonaventura, pflanzte die noch heute
blühende fränkische Linie des Hauses Schön»
born mit Bernardine Gräfin Pleiten«
berg, mit welcher er
sich am 30. August 173ü
vermalt hatte, fort ftergl. die Stammtafel).
III. Wappen. Schräg kreuzweis und einmal
quer in sechs Felder getheilter Schild mit
einem mit einer Orafenlrone bedeckten Herz<
schilde, welches im rothen Felde einen auf
drei silbernen Spitzen rechtsschreicenden »ol>
denen gekrönten und duppelschwünzigen Löwen
als das ursprüngliche Geschlechtswappen zeigt.
1: in Gold der doppelte kaiserliche Reichs»
adler mit Krone, Schwert, Zepter und Apfel,
als besonderes kaiserliches Gnadenzeichen;
2: in Ruth drei silberne, (L über i) gestellte,
unten abgerundete Schindeln (Neichelspera);
3: in Blau ein silberner, oben von zwei,
unten von einer silbernen Raute begleiteter
Querbalken (Heppenheim); 4: in Schwarz
drei goldene Korngarben (2 über l) (Puch<
heim); ä: ist durch den in dcr Mitte befind»
lichen, mit dem Ei-zherzogshute, bedeckten und
von einem Hermelinmantel umgebenen öfter»
reichischen Wappenschild in zwei Theile ge>
spalten; rechts im Hermelingrunde, zur Ne>
zeichnung des österreichischen Erbtruchsessen»
Amtes, der Reichsapfel auf rothem golduer»
ziertem Kissen, links in Silber ein von zwei
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon