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Schiwfeld Schönfeld
zehnhundert Gulden zur Anschaffung von
Büchern, wie er sie wünschte, gewährte.
Nun trieb er mit allem Eifer neben dem
Studium der deutschen Sprache, in wel>
cher er sich selbst in der Dichtung ver>
suchte, auch jenes der übrigen lebenden
Sprachen, und zwar der englischen, fran»
zösischen und italienischen, und trat im
Jahre 1773 (am 17. December) zu Prag
zum katholischen Glauben über, worauf
«r den Namen seines schon 1769 zur
nämlichen Religion übergetretenen alte-
ren Bruders, welcher sich Schönfeld
nannte und die Stelle eims OfficierS in
einem kaiserlichen Infanterie.Regimente
bekleidete, annahm. Als Versuch seines
eigenen Schaffens gab er: „Miche Gedichte
W Prulie" (Wien 1773) heraus. Nun
folgten: „Zchiiierspiele" (Prag 1774. 8«.)'.
— „Theorie der schönen Wissenschaften" (ebd.
177.); — ,Neier die Poesie der alten
Hebräer unter dem Eitel: 8elerl'»«<:Iln»ku»"
(ebd. . . . . ) ; — „Gin schafilgedicht in eben
dieser Spruche",' — ,Oine hebriüsche poetische
GrtmsetMg des Pythllgural goldener Sprüche"
(Prag 1773. 8«.); — .«Sebet oder christ-
Uche Ode in Psalmen" (Wien 177., 8«.);
— „Hllnül's RritWesiinge; deutsch uns dem
Grunütelte; dem Hee« Illleph'Z" (Wien
und Leipzig 1789). Außerdem befinden
sich Gedichte seiner Feder einige Jahre
nach seinem Tode in Becker'S „Taschen»
buche zum geselligen Vergnügen". Im
Jahre 1778 wurde S. zugleich mit seinen
Geschwistern: Kar l S.. k. k. Unterlieu»
tenant, Joseph, Fähnrich, Maximi-
l ian , Leopold und Emanuel in
den erblandischen Adelstand erhoben, und
aus dem Adelsdiplome erfahren wir, daß
Franz Thomas Mitvorsteher derbe»
rühmten Garelli'schen Bibliothek war,
an welcher Denis ^Bd. I I I , S. 238)
als Vorsteher bedienstet gewesen. Ueber
die Ursache seines gewaltsamen Todes, ^ den er zugleich mit seinem Bruder Erna.
nuel Ernst zu Paris erleiden mußte,
da Beide am 6. April 1793 guillotinirt
wurden, wie Friedrich Naß mann in
seinem „Deutschen Nekrologe" (Nordhau-
sen 1818, G. W. Happach, 8°.) S. 172,
berichtet, konnte ich leider nichts Näheres
erfahren.
(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein
Versuch (Wien i?78, v. Trattnern, 8».)
I. Bds. 2. Stück, S. 103.
Schönfeld, Ignaz Ritler von (G e»
nealog, geb. zu Prag um daS Jahr
1780, gest. zu Wien. Todesjahr unbe<
kannt). Nn Sohn deS Johann Fer»
dinand Ritter uonGchönfeld sstehe
den Folg. S. l32^, der, nachdem er in
Prag seine juridischen Studien been»
det, in der judiciellen Sphäre in den
Staatsdienst eintrat und in Galizien an»
gestellt wurde. Daselbst rückte er bis
zum Landrathe in Czernowitz vor, legte
aber in einiger Zeit seine Stelle nieder,
kehrte nach Wien zurück und wurde da>
selbst im Jahre 1819 k. k. Hofagent.
Auch diese Stelle resignirte er im Jahre
1826. Nun betheiligte er sich auf das
Thätigste an der Errichtung der ersten
österreichischen Sparcafse und Versor»
gungsanstalt in Wien, bei welch beiden
er durch eine Reihe von Jahren als Re>
ferent und Kcmzleidireclor wirkte. Nach»
dem er auch aus diesem Geschäftskreise
ausgetreten war, unternahm er verschie»
dem Privlltuntemehmungen, von denen
eine noch heute, wenngleich unter ver»
schiedenen Namen, fortbesteht, es ist näm<
lich die unter dem Namen „PhoruS"
bekannte erste k. k. priv. Holzscheiter.
Verkleinerungsanstalt. Um in den engen
Gassen der inneren Stadt Wien das
lästige und mitunter gefährliche Holz>
hauen zu vermeiden, wurde die Einrich»
tung getroffen, den Consumenteli das
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon