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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 153 -
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Page - 153 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Schönfeld 483 Schonftld eigentlich an das seinei Zeit viel genannte und nach ihm benannte „Schönfeld» sche Museum", deffen Gründer er eben war. Seine Biographie geht somit in einer Geschichte dieses Museums auf, welche wir hier in möglichst gedrängter Darstellung folgen laffen. Sein Vater Hanns von Sch. (geb. 1720) war Hof» buchdrucker in Prag. Er besaß eine be> trächtliche Sammlung genealogisch-heral» discher Urkunden aus dem Nachlasse des berühmten R i xn er, Verfassers des „Teutschen Tumierbuches" vom Jahre 4372, welche später auf seinen Sohn Johann F e r d i n a n d übergingen. Dieser, schon durch seinen Vater in die Gewohnheit des Sammelns und dadurch in jene des Suchens eingeführt, richtete sein Augenmerk bald auf andere Gegen» stände, als blos Urkunden, dabei eröffnete sich ihm unter Joseph II . , unter dem für Druck und Verlag eine bessere Zeit aufging, eine für seine Zwecke ungemein gewinnreiche Aera, welche er mit prakti» schein Blicke und regem Eifer auszunützen und stch so durch seine Druckerei in Prag zum reichen Manne emporzuarbeiten ver» stand. Dabei gelang es ihm, mit Aner» kennung alter Familienpapiere im Jahre 1787 den Ritterstand zu erwerben, I o> hann Ferdinand baute in Prag eine reizende Villa vor dem Spittellhore im jetzigen Karolinenthale, gründete eine deutsche und böhmische Prager Zeitung, richtete ein «Frag» und Kundschafts am t" ein und erkaufte den Annahof, ein auf» gehobenes Kloster der Dominikaner»Non- nen mit der dazu gehörigen gothischen St. Laurentiuskirche, um in den Kloster- räumlichkeiten seine für jene Zeit alle» dings sehr bedeutende Buchdruckerei und Zeitungserpedition zu placiren. Seine Villa vor dem Spittelthore benannte er «Rosenthal". Das beachtenSwertheBuch: „Beobachtungen in und über Prag" (zwei Bände) gibt im Jahre 1787 über dieses Rosenthal folgende Mittheilung: „Der Bescher desselben, Herr von Sch önfeld, ließ diesen reizenden Ort nach dem besten Geschmacke anlegen. Die Fapon deö Ge< bäudes ist durchgängig chinesisch, bezau» bernd schön un) romanhaft. Man führte hier deutsche Singspiele im populären Style auf, die wegen des Sonderbaren und Ausgewählten vielen Zuspruch ha» ben. Dazu trägt viel bei, daß der Spa» ziergang bis hierher durchgehends ange» nehm ist, denn die Gegend ist hier eine der reizendsten, weil sie mit den Gegen« Milden der Landlust auf eine Vergnügen einflößende Art abwechselt. Man erhält hier alle Bequemlichkeit und sonstige Artikel, die bei Gelegenheit der Nrgötzun» gen gewöhnlich verlangt weiden können." Um dieselbe Zeit ließ Sch önfeld in seinem Rosenthal eine Papiermühle und einen „topographischen Garten" anlegen, d. i. einen Obstgarten, welcher die „geometrisch ausgemejsene Land« und Postkarte des ganzen Königreichs B5H- mm" vorstellte. Iaroslav Schaller beschreibt den Schönfeld'schen Garten im Jahre 1788 also: „Jeder Kreis ist darin dergestalt ausdrücklich geordnet, daß man alle Orte von Bedeutung in ihrer Entfernung genau daselbst antrifft. Die Bäume haben ihren Ortsnamen, z. B. Pilsen, Klattau, Ienikau. Deutsch» brod u. s. w., so zwar, daß man hier der Jugend oder einem dieses Landes sonst Unkundigen einen richtigen Begriff von der geographischen Lage geben kann. Durch die Wasserwerke der daranstoßen» den Papierfabrik sind sogar die Haupt» fiüsse des Königreichs, z. B. die Moldau, Elbe, Iser u. s. w., in der Natur ange» bracht, daS Wasser, strömt daher sehr angenehm den ganzen Garten durch.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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