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Schönherr 162 Schönherr
486 gab S. >m Vereine mit Huber
Dur ig. Laduiner und I . Zinger l
das „Archiv für Geschichte und Alter
thumskunde Tirols" heraus, welchen
Unternehmen im Anbeginn der Tirole
Landtag fördernd entgegenkam, ihm abe
später die ohnedieß kleine Subvention
entzog, da die Parteien des Landtag
wohl für ihre Interessen, aber nicht fü
eine rein wissenschaftliche Publication sich
zu erwärmen im Stande waren. So
mußte denn auch dieses Unternehmen
unfähig, sich selbst zu erhalten, mit dem
8. Jahrgange geschlossen werden. I n
diesem „Archiv« legte S. seine durch
dasselbe auch in weiteren Kreisen bekannt
gewordenen kunsthistorischen Aufsätze nie
der, welche, größtentheils ganz NeueS
bietend, von den Fachmännern als sehr
dankensweithe VeUräge zur allgemeinen
Kunstgeschichte bezeichnet wurden. Auf
Grund seiner kunsthistorischen und histor!»
fchen Arbeiten eriheilte 1866 die Univer-
sltät Tübingen S. das Doctor-Diplom,
Durch seine geschichtlichen Forschungen
hatte sich S. mit dem Archiuwesen ve»
traut gemacht und suchte nun einen für
seine dießfälligen Kenntnisse entsprechen-
den Wirkungskreis. Eben, als er im
Begriffe siand, unter sehr vortheilhaften
Bedingungen eine Archivarstelle im AuS-
lande — wenn Herausgeber nicht irrt,
bei Fürst Thurn und Taxis in Regens»
bürg — anzutreten, erhielt er ein minder
vortheilhaftes Anerbieten von Seite der
österreichischen Regierung, welches S.,
um in seiner Heimal zu bleiben, annahm,
und so wurde S. durch Verleihung einer
Stelle am Innsbrucker Statthalterei»
Archive mit dem Titel Archivar seinem
Vaterlande erhalten. Durch diese Bestel-
lung eines eigenen Archivars ist nun daS
Innsbrucker Archiv im Stande, seine
bedeutenden Schätze der historischen For- schung zu erschließen: von Jahr zu Jahr
steigert sich in Folge dessen der Besuch
gelehrter Forscher auS Oesterreich. Deutsch,
land und der Schweiz, und seit dieser
Zeit begegnet man oft in Geschichtswer»
ken und zerstreut gedruckten historischen
Forschungen das Innsbrucker Statthat'
terei'Archiv — das früher dem Namen
nach kaum gekannt war — alg benützt
ehrenvoll erwähnt. Der vorstehenden
Lebensskizze lassen wir eine Uebersicht der
selbstständigen und in Sammelwerken
zerstreut gedruckten Arbeiten S.'S folgen,
welche sich vornehmlich auf rein histoci»
schein, cultur» und kunsthistorischem Ge«
biete bewegen. Selbstständig hat S.
herausgegeben: „Gin schiitzenteÄ in Mal
nnl> Vorarlberg. NeMnch zur Grinnernng an
den 19, Mlirz 1853" (Innebluck, Wagner);
S
ch »e iz g e r'z OlirnniK brr stallt
M l . 1303—15?»" (ebd. 1867, 8».); -
Ver Giiiiall des lLlinrknrsten Nlurii umi
!lch»cn in TirnI 155g" (ebd. 5868, 8«.)',
t>ic Inge öcr nugeliüch urrlichnticteii
M«jn"'(ebd. 1873); — „Duz
Knu!ttl«llin Iir! Nutzen. Mit linm
des Zchlasses uiin N93" (ebd.
1874). S.'s größere, in Zeitschriften und
Sainmelwerke» gedruckte historische und
culturhistorisch e Aufsätze sind: „Das
Iutherthum im Kloster Stams im Jahre
!5i24" ftlrchiu f. tirol. Geschichte, Bd.II,
S. 82—9l)'. — „I)r. Wilhelm Nie-
e c's Gattin und Kinder. Ein Beitrag
u deg Kanzlers Geschichte, Nach urkmidl.
Quellen" (Tiroler Note 1873. Nr. 77
iö 86)', — „Biener's Richtstätte und
etzte Augenblicke" (Schützen > Zeitung
869, Nr. 102—107)1 — ,Der Zaube<
er Matthäus Niederjoch er, vulga
loisl u. Schwaz. Ein Criminalproceß
liö dem Jahre 1639" (Tiroler Bote
873. Nr. 181—190); — „Max Tieih'
Sauerwein. Geheimschreiber Kais«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon