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SchünlllUb 168 Schönlaub
zurückzukehren, aber noch in Innsbruck
besann er sich eines anderen und reiste
wieder nach München, wo ihn wieder
Schwanthaler für sich gewann und
bei verschiedenen Arbeiten verwendete, so
bei mehreren Statuetten für die neue
Pinakothek, bei verschiedenen, für den
kön. Thronsaal bestimmten Sculpturen,
dann bei dem herrlichen Barbllroffa>FrieS
u. s. w. Bis 1838 arbeitete S. in
Schwanthaler 's Atelier, blieb aber
auch ferner des Meisters treuester
Freund bis zu defsm, leider zu früh
(1848) erfolgten Tode. So leitete er
interimistisch wahrend Schwanthaler's
langjähriger Krankheit von November
4839 biS Februar 1849 mit wenigen
Unterbrechungen den praktischen Unter»
richt in der Bildhauerschule der kön. Aka<
demie in München. Fortan geht deS
Künstlers Leben in einer Reihe von Wer»
ksn auf, die ihm unter den Künstlern,
namentlich Holzbildhauern der Neuzeit,
eine ehrenvolle Stelle sichern. Hier lassen
wir nun eine der möglichsten Vollstän»
digkeit sich annähernde Uebersicht der
Arbeiten Schönlaub's folgen, unter
denen wenigstens keine bedeutende fehlen
soll' so beschickte der Künstler im Jahre
4834 den Münchener Kunstverein mit
einem Gypsrelief, die „Mckkchr des un-
lärmn Zutuns" darstellend,' — vollendete
im Jahre 1836 ein „M>U ms t«nF«^s"
und eine „Mubunn» mit tiem Kinde" in
Relief auS Carrara-Marmor; in diesem
Jahre erhielt er auch von König Lud»
wig den Auftrag zur Anfertigung von
22 kleinen Statuen aus Stein für den
Dom in Bamberg und des Taufsteins
mit den Darstellungen der sieben Sacra»
mente in Relief für dieselbe Kirche. Diese
Reliefarbeiten wurden 1842 von Profef«
soi S te inhe i l im galvanoplastischen
Wege hergestellt; für eine Statue für Modell und Ausführung in Stein wur.
den vier Louisd'or bezahlt; — fernere
Werke des Künstlers sind die Reliefs am
Geminargebäude in München und die
Holzsculuturen im neuen Betsaale des
Krankenhauses der barmherzigen Schwe»
stern ebenda; — in den Jahren 1837
und 1838 die Holzsculpturen für die
Mariahilferkirche in der Vorstadt Au
ebenda, darunter drei große Reliefs für
den Hochaltar, sechs Statuen für die
beiden Seitenaltäre; auf dem Hochaltare
sieht man Christus am Kreuze mit Maria,
Johannes und Magdalena, zu den Sei»
ten Ludwig und Theresia in sinniger
Beziehung zum Königshause: nämlich
dem h. Ludwig wird daS Modell einer
Kirche, der h. Theresia die Stiftungs-
urkunde ihres Ordens überreicht; unter
den Uebeireichern der Kirche hat Schön»
laub' sich selbst und den Architekten
der Kirche, Ohlmül ler , dargestellt;
tzchönlaub hatte, da die Kirche in
altdeutscher Form gebaut war, sich bei
der Ausführung seiner Bildwerke mög»
lichst diesem Style zu nähern bemüht;
'— im Jahre 1841 die Leidensstationen
für die nämliche Kirche, die Figuren in
Linden», die Architectur in Eichenholz
(Preis 10.680 fi.); — die Giebelblume
für das neue Kunstausstellungsgebäude
in München aus Salzburger UnterSber»
ger-Marmor (l280 st.); — mehrere
Marmoracbeiten für die Ruhmeshalle
bei München, darunter Büsten auö wei»
ßem Marmor von Schlanders in Tirol,
und zwar jene deS Obersten Nalthasar
Neu mann, des Erbauers deS Schlosses
in Würzburg, des Conrad CelteS, des
Dichters Jacob Bälde, des Botanikers
Franz de Paula Schrank, deS Optikers
Joseph von Fraun hofer (a 440 fi.)
und einige Metopen auS UnterSberger»
Marmor; — im Jahre l843 zwei große
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon