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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 173 -
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Page - 173 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Schönthaler 173 Schsnthaler arbeitete, welche er an Sonntagen durch seinen Zögling Hausiren tragen ließ. Aus diesem traurigen Verhallnisse riß ihn erst ein Gönner, der bald gewahr wurde, wie S.'s Talent unter solchen Umständen verkümmerte, und durch diesen kam S. zu dem Kunsttischler Leistler, wo sich ihm bald Gelegenheit zu entsprechenderen Arbeiten darbot. Im Jahre 1848 ging S. nach Prag zu dem Kunsttischler Roh l , wo eben die ornamentalen Ar beiten für den Palast des FüistenRohan ausgeführt wurden. Nach anderthalb jährigem Aufenthalte daselbst kehrte er nach Wien zurück, wo man ihm aber rieth, zur weiteren Ausbildung nach Paris zu gehen, welchen Rath er auch befolgte. I n Paris arbeitete er in ver schiedenm trefflichen Werkstätten, unter anderen bei Fourt inois und La france, welch Letzteren er bei seine» Arbeiten für das Napoleon »Denkmal unterstützte. I n Paris machte sich S. auch mit den größten Werken der Ornamentik bekannt und betrieb auf's Eifrigste daS Studium derselben. Im Jahre 4849 kehrte ei nach Wien zurück, wo er wieder bei Leistler und damals mit Arbeiten für die bevorstehende Londoner Nug» stellung beschäftigt war. Ferner arbeitete er für die Graner Kathedrale unter an> deren die Entwürfe für die Chorherrn» stuhle und die prächtige Kanzel. Große Aufmerksamkeit erregte im Jahre 4866 ein von S. ausgeführter Cigarrenbecher, dessen edle, im antiken Geiste stylisirte Gesammtform und sinnige Ausbildung in den einzelnen Bestandtheilen den Bei« fall der Kenner und Kunstfreunde fand. I n der Mai>Ausstellung deS osterreichi» schen Kunstvereins 1860, in welcher die neuesten Erzeugnisse einheimischer Kunst» gewerbe zu sehen waren, hatte S. einen Bücherschrank, einen Damenschreibtisch, einen Speisestssel und einen runden Tisch, sämmtlich nach Angabe des Architekten Friedlich Stäche, ausgeführt — die Tischlerarbeit war von der Hand des Meisters Philipp Schmidt — ferner mehrere Bronzegegenstände, dann in Birnbaumholz geschnittene Ornamente, und in der Iuni-AuSstellung deS Jahres 1861 eine Bibliothek nebst Schreibtisch von Nußholz und einen Tisch aus Eichen» holz nach eigenen Zeichnungen ausgestellt. Im Jahre 1868 fand ein von ihm für die protestantische Kirche in Kronstadt ausgeführter, 3 Klafter breiter und 8V2 Klafter hoher Altar allgemeine Anerkennung. Der Altai war nach den Rissen de« Architekten Bartesch in Eichenholz gearbeitet. Die decorativen Elemente warm nach Motiven deS 14. Jahrhunderts, als der Blüthe- zeit deS gothischen Styls, ausgeführt. Der bildliche Theil des AltarS zeigte die vier Evangelisten und die Apostel Petrus und Paulus. Im österreichischen Museum für Kunst und Industrie sah man von feiner Hand öfter ornamentale Holzschnitzereien, und im fünften Saale desselben befindet sich nach seinem Ent- würfe die Darstellung und Zusammen» stellung eineS vollständigen billigen Wohn» zimmerS. Mehreres Andere vollendete S. für das k. k. Arsenal in Wien, für das dem Grafen Breun er gehörige Schloß Grafenegg, für den Votivaltar in der St. Stephanskirche in Wien und die Orna» mente für die Giebel daselbst. Ferner chmückte er viele Paläste in Wien, wie jene deS Grafen Harrach, Fürsten Kinsky, Herzog von Coburg, die Börse u. a. mit seinen Arbeiten, in welch allen sich der vollendete Künstler seines Faches kundgibt. Fremden'Vlatt. Von Gust. Heine (Wien, i».) l8L3, Nr. 12«, unter den Tagesneuig'
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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