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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 206 -
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Page - 206 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Scholl 206 Scholl Schall, Nikolaus (Compositeur des «Rakoczy.Marsches". Geburtsjahr unbekannt, gest. zu Pesih um das Jahr 4843). Ist ein Sohn deS Flöten-Virtuo» sen Kar l H. N. Schol l , deffen Lebens, slizze S. 204 mitgetheilt wurde. Niko» laus erhielt seine musikalische Ausbil» düng von seinem Vater und widmete sich gleich diesem ausschließlich der Musik. Durch sein ungewöhnlich schönes Clan» nettspiel erweckte er allgemeine Bewunde- rung. I n der Folge wurde Nikolaus Scholl Kapellmeister des Infanterie» Regiments Nikolaus Fürst EßtechHzy und stand alö solcher in der Musikwelt in nicht geringem Ansehen. Die Musik» dande deS Regiments, welche durch die Munisicenz deS Fürsten, glänzend equipirt war, war von Scholl musterhaft ein- geschult und genoß ihrer Trefflichkeit wegen in der Armee einen ausgezeichne» ten Ruf. Schol l , mit Leib und Seele Musiker, war auf seine Leute selbst nicht wenig stolz, und seine Verdienste um die unter seiner Leitung gestellte Musikbande fanden mich im Regimente und sonst Anerkenmmg. S. wurde sogar vom Re» gimente mit einer kleinen Pension bedacht, ein Fall, der bei Militär'Capellmeistern früher sehr selten vorkam. Seine letzten Lebensjahre brachte er in Posth zu, wo er zu Anfang der Vierziger-Iahre in seiner Wohnung vom Schlage gerührt und als Leiche gefunden wurde. Daß Nikolaus Scholl auch componirt und endlich, daß er und kein Anderer der Ver» fafser deS berühmten Rakoczy-MarscheS lnicht Nakoczy-Liedes) ist, erhellt aug fol> gender, bei Mechetti in Wien erschiene» nen Composition: „Vllnbtrr Mnnch km das Mlichr k. k. Nmln-Inkllnteiie.Aegiment Fii«t «ßzzterhä ,^ unn üezsen Gllpellmli'zter lumpunirt Anl> lür ünZ ^mnllkllrte zu Ulrv Milden ein» «Nil Fr. Oül. u. Zerret", und dieser „beliebte Marsch", von dessen Vlavier» Ausgabe sich noch im Jahre 1862 ein Exemplar im Besitze des Herrn Enges» ser, Professors am Pesther Consecvato. rium, befand. ist eben der Rakoczy» Marsch". Im „Verzeichniß des Musik- und Kunst-Verlags von Pietro Mechetti ci(nonäam) Carlo kais. königl. Hof», KllNst» und Musikalienhandlung in Wien. 1846" (Lei. 8».) erscheint auf S. 20. unter den »Naroüe» xnur In ?iano ä c^uatre mainL", der Marsch mit dem Namen des Compositeurs Schol l auch thatsächlich angeführt. Nun hat sich über diesen Marsch und seinen Compositeur in den Seckziger»Iahren eine nicht unbeheu. tmde Kontroverse erhoben. Der Marsch selbst hat seine eigene Geschichte, denn er ist in Erwägung der heftigen Aufregun» gen, die der feurige Strom seiner Melo» dien in den Gemüthern hervorruft, von der Regierung bald verboten, bald wie» der erlaubt worden. Seines Composi. teurs wurde lange nicht gedacht, da die Composition sich wie ein Volkslied allge. mein verbreitet hat und dessen Autor, nachdem eben die Composition Eigen» thum der Welt geworden, weiter gar nicht in Betracht kam. Endlich tauchte denn doch die Frage auf, wer der Autor des Marsches sei? Um Wiederholungen zu vermeiden, sei nuf die Biographie deS Compostteurs ! Wenzel Ruziczka sBd. XXVII , S. 319^ hingewiesen, wo diesei Gegenstand ausführlicher erwähnt' wird. Hier werde nur das-den>.Tapell?.. Meister Scholl Betreffende und die Tradition mitgetheilt, die ihn als Com> positeur des Liedes bezeichnet, zu dessen Autorschaft er sich uuf dem Titel selbst bekennt. Als um das Jahr 1809 Oester- reich von Napoleon I. hart bedrängt, in Ungarn die Insurrection aufrief, da zogen die Weiber Tag und Nacht, begle!»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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