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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 207 -
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Page - 207 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Scholl 207 elf Benjamin tet von einer trefflichen Zigeunermusik, unter der Leitung des berühmten B iha r i ZBd. I, S. 394^ durch die Straßen, um die kampflustigen Söhne des Landes unter die Fahnen zu rufen. Bei diesen Querzügen hat B ihar ! sehr oft unter seinen anderen ungarischen Weisen die Rakoczy'Nota gespielt, ein auS den Tagen deS Rak o czy stammendes Lied, welche be! der heißblütigen Jugend immer wieder einen förmlichen Sturm von El» jens hervorrief. Als Scholl in späteren Jahren diese Rakoczy'Nota spielen hörte, meinte ei, daß ein darauf gefetzter Marsch auf den Soldaten von hinreißender W!» kung sein müßte, und componirte einen sol> chen. Die Komposition war ihm glänzend gelungen, denn kein anderer berühmter Marsch, wie z. B. der Dessauer-Marsch, der Radehky'Marsch u. a.. hat einen solchen Erfolg gehabt, wie der Rakoczy. Marsch Scholl 's. Dabei ist zu bemer» ?en, daß nicht der ganze Marsch streng dem Liede Rcikoczy's entlehnt, sondern daß gerade das so hinreißende Trio zum größten Theile Scholl 's eigene Compo» sition sei. Er war dabei vorzugsweise darauf bedacht, einem Mitgliede seiner Bande, welches das Posthorn mit unge. wohnlicher Virtuosität behandelte, die gehörige Berücksichtigung zu Theil wer> den zu lassen. Ungeachtet deffen ist das erwähnte Trio dem Ganzen so geschickt angepaßt, daß es nicht im Geringsten störend auf den musikalischen Hörer zu wirken vermag. Als die starke Musik» bände des Regiments Vßterhl>.zy zum ersten Male in Pesth diesen Marsch auf» spielte, da konnte man durch die Straßen, wo die Bande marschirte. buchstäblich nicht durchkommen und ein fortwähren» des Bravo, Nivat, Nljm erscholl aus den dichtgeballten Schnuren der unüberseh« baren begeisterten Menschenmenge. Um natürlich jeder weiteren Controverse in dieser Angelegenheit die Feder abzuschnei» den, sei nochmals ausdrücklich betont, daß eS sich hier nur um den Marsch und nicht um das Lied (die sogenannte Ra> koczy'Nota) handelt, dessen Entstehung bis in die Zeiten Rakoczy's zurück» reicht. Und eben auch der Marsch und nicht das Lied war es, der sich behörd» licher Aufmerksamkeit zu erfreuen hatte, denn die ungarische Revolution der Jahre 4848/49 wurde ja förmlich nach den Tönen deS Rakoczy'Marsches abgespielt, der in Folge dessen später verboten und. als AlleS wieder in Ordnung war, nach geraumer Zeit wieder erlaubt wurde. Diese Mittheilungen über Scholl und seinen Maisch stammen aus dem Munde dcS lieFonLllliori der städtischen Haupt» Pfarrkirche in Pefth, Franz Bräuer. Schlllz, Benjamin (N a t u i f o r s cd e r. geb. zu Wien 9. Februar 1786. gest. zu Heil igenstadt nächst Wien 2. Juli 1833). Nachdem er die medicinischen Studien an der Wiener Hochschule been» det und die Doctorwürde aus denselben erlangt hatte, bereitete er sich für ein Lehramt aus dem Gebiete der Chemie vor und erlangte auch die Professur der technischen Chemie am polytechnischen Institute in Wi«i, später aber wurde er Director der k. k. Porzellanfabrik zu Wien und der k. k. Spiegel» und Smalte» fabrik zu Schlögelmühl. welche Fabriken er mit großer Umsickt leitete. I n seinem Fache war S. auch schriftstellerisch thätig. Die Titel der von ihm selbstständig her» ausgegebenen Schriften sind: „AiifllüFg- Miibe im Phyüik n!5 Vurlirnitung zum Sw- dimn der lLIiemn. Mit cilirr Vurrcde uun I . F. Frrilmrii nun Äarqniü". Mit 4>K. K. (Wien 1816, gr. 8».; 2. umgearb. Aufl. mit 6 K. K. ebd. 1821; 3. Nufl. 1827;
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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