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Schals Maximilian 244 , Maximilian
Male die am VreSlauer Theater enga»
girte Schauspielerin Fräulein Zindar,
und als diese im Jahre 4324 am König,
städtischen Theater in Berlin engagnt
wurde, begab er sich mit derselben dahin
und verbrachte daselbst, von der Kunst»
welt vergessen, den Rest seines Lebens.
Neunzigjährig, starb er im Dorfe Pankow
nächst Berlin. S. spielte im Lust«, Schau-
und Trauerspiele. I n Chevaliers, Mar>
quiö, Männern aus dei feinen Welt,
Deutsch-Franzosen bildete er wahieTypm
der Kunst. I n Hamburg nannte man
ihn neben Brockmann und Schröder.
Wie ihn Küffner al« „Hanswurst", so
stach ihn Johann Rosenberg als
„Otto von WittelSbach" in der Scene,
als Ritter Reuß ihm den Brief deg Kai«
serS vorliest. Auch als Lustspieldichter
war G. mit einigen kleinen Arbeiten
nicht unglücklich, so gefielen seine Stücke:
„Nie beiden Hüte" und „Nie beiden Fachn",
welch letzteres im Jahre 1778 im Drucke
erschien, wie noch einige andere, deren
Titelmn nicht bekannt sind. Ferner schrieb
er dramaturgische Aufsähe in Journalen.
In seinem Nachlasse fand sich ein Stamm»
buch, in welchem Blätter von I f f l and ,
Fleck. I . I . Tngel , Unzelmann,
Ramler. A. L. Karsckin u. A. mit
den Genius Sch olzens ehrenden Spin»
chen und Aphorismen enthalten waren.
— Seine erste Gemalin war, wie schon
bemerkt wurde, ein Fräulein Ti l ly,
De Luca nennt sie Gdmunda und
laßt sie am 24. Qctober 1783 in Prag
geboren sein. Sie war Schauspielerkind
und betrat frühzeitig die Bühne. Sie
spielte im Jahre 1767 in Mannheim,
1769 in Wetzlar, 1772 in Linz. wo sie
ihren nachmaligen Gatten Maximi l ian
Scholz kennen lernte, den sie, als sie im
Jahre 1774 zum Prager Theater kam,
heirathete. Zeitgenossen nennen sie eine bedeutende Künstlerin. Im Jahre 1797
starb sic im Alter von erst 44 Jahren.
Nach Weidmann's Biographie des
Komikers Wenzel Scholz (G. 8) wäre
Gdmunda Ti l ly die Mutter von
Wenzel Scholz. Das aber stimmt
mit Kaiser's nach Wenzel's Scholz
eigenhändigen Aufzeichnungen, in dessen
Biographie mitgetheilten Angaben nicht
zusammen, denn Tdmunda Tilly's
Gatte ist der obige M a x i m i l i a n
Scholz, der im Jahre 1834 in Pan-
kow bei Berlin neunzigjährig starb. Des
Wenzel Scholz Vater heißt aber nach
Kaiser nicht Maximil ian, sondern
Leopold, und ist nicht in Pankow
1834. sondern zu Wien als Regisseur
des Theaters an der Wien am 16. Fe>
bruar 1826 im Hause zum rothen Hahn
in der Kothgasse auf der Laimgrube ge-
storben. Ferner ist Wenzel Scholz,
wie bekannt, in Innsbruck geboren, und
zwar am 28. März 1787, wo der Oou-
verneur von Tirol, Graf von Sauer,
sein Taufpathe war. Daß Mai imi l ian
Gcholz mit seiner Gattin Edmunda
Ti l l y im genannten Jahre in Inns-
bmck gewesen, sindet sich nirgends auf»
gezeichnet. Wohl aber möchten oder
konnten Maximil ian und Leopold
S. Brüder oder nahe Verwandte sein;
denn die Wiener „Vorstadt»Zeitung"
1864, Nr.238, berichtet von einer armen
Schauspielerin Clara Scholz, welche
sie eine „Nichte des unvergeßlichen W e u>
zel's Scholz nennt, wonach diese also
die Tochter eines Bruders von Wenzel
Scholz sein muß. Clara Scholz fand
damals in ihrer Noth bei Iosephine
Gallmeyer die liebevollste Unkr-
stühung. Alle obigen und noch andere
abweichende Angaben i» den Niogra-
phien uon Wenzel Scholz und in
jenen seiner Eltem, wie sie von De
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon