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Schok, Wenzel 220
gar nicht sprach, durch sein Mienenspiel
am mächtigsten auf daS Zwerchfell. Sein
Erscheinen erregte schon allgemeine Hei.
terkeit, seine Mimik erschien wie eine in
Stein gehaueneKomik. Aber sie erschien
nur so. Seine Mimik mahnte vielmehr
an die seiner Zeit stark verbreiteten Gutta»
percha>Larven, welche in unglaublicher
Biegsamkeit jeden Ausdruck vom wü<
thendsten Zorne bis zur ausgelassenen
Freude ermöglichen und immbi und unter
allen Umständen komisch aussehen und
komisch bleiben. Nach Scholz'S Tode
erwiederten die Wiener auf die Frage:
,Wo ist jetzt der beste Komiker?" — „ In
Dombach". „Dem Minnen flicht die
Nachwelt keine Kränze«, sagt eine zum
geflügelten Worte gewordene Dichter-
phiase. Dem ist nicht so: denn das An»
denken von Männern wie Raimund,
Schuster, Beckmnnn, Nestroy und
Scholz lebt fort, und die Erinnerung
an sie durch ihre Lebensskizze, durch die
Darstellung ihrer Spielweise, ihrer son»
stigen Eigenthümlichkeiten und Mensch«
lichkeiten festzuhalten, ist keine ganz un»
dankbare Aufgabe. Weiter unten folgen
nun die Quellen zu einer ausführlicheren
Lebensbeschreibung deS Künstlers, Ur»
theile von tüchtigen Fachmännern über
seine Leistungen, eine Uebersicht seiner
Bildnisse und Costumebilder und sonst
Einzeln heilen, welche das Gesammtbild
dieses letzten .Wiener Komiker«" ergän»
zen helfen.
j . ViozraPhitn und Biographisch«. IC« werden
hjer nur solche Nekrologe angeführt, d« bio<
giaphisch«« Detail enthalten und nicht Ab>
diüse eines von den anderen sind. Die ver»
schiedenen Episoden au« dem Leben des
Künstlers bieten Material« zu einer entspre»
chenderen Biographie, al« ee Weidmann's
seichte Arbeit ist.) Weidmann (F. E, Vr.).
Wenzel Scholz, Erinnerungen. Mit Porträt
und Facsimile (Wien i8«7, Tendier u. Comp.,
«",) ftie einzige selbstständig übel Scholz Schob, Wenzel
erschienene Biographie. Ohne Bedeutung und
höchst mangelhaft). — Coulissett'Ge,
he im nisse aus der Künstlerwelt, Vom Ver<
fasser der „Dunklen Geschichten aus Oester.
reich" und der „Hof- und AdelSgeschichten"
(Wen 18L9, R. u, Waldheim. Lee, 8«,)
S. 149 - „Wenzel Scholz und der Räthsel,
nan". — D idas ta l ia. Blätter für Geist.
Gemüth und Publicität (Frankfurt a, M„ 4».)
1837, Nr. 244: „Wenzel Scholz". — Donau
(Wiener polit. Vlatt) 183«. Nr. 0L: „Das
fünfzigjährige Künstler'Jubiläum Wenzel
Scholz'K". — Erinnerungen (Präger
Unterhaltungsblatt, 4°.) l«37. S, 332: „N«L
Scholz'Leben". — FremdeN'Blatt , Von
Oustao Heine (Wien. 4».) ,807, Nr, 3:
„Wenzel Scholz und die Straßenraub»"
stauch: Neues Wien« Tagblatt 4369. Nr, 133,
in der Beilage); Nr. 98: „Ein Duell de«
Komikers Wenzel Scholz": Nr. 201: „Wie
Wenzel Scholz Dichter wurde"; Nr. «3«:
„Der kranke Scholz. Episode aus dem Tbea»
WIeben"; Nr. 2«?- „Wenzel Schol, bei Kai.
ser Franz"; l8?0, Nr, 7«, in den „Wiener
Plaudereien" ftder Scholz's Familie). —
OratzerZeitun « <«»?, Abendblatt Nr. «37.
S. 2i?, in den „Vermischten Nachrichten"
»ine Episode auü S.'ü Leben). — Heinrich
(Ä.). Deutscher Bühnen-Almanach (Berlin
l8»8, 8°) XXlI . Jahrg. S, 100 lnach die.
sem geb, am 28. März 1788, gest. am 3. Oc.
tob« 1827), — I l l u s t r i r t e Zei tung
(Leipzig, I . I , Weber, tl. Fol.) Nr. 78l vom
21. Nov. <«ö?. S. U4U- „Wenzel Scholz",
Uom Herausgeber dieses Lei/itllNö. — Inns'
brucker Tageblat t >8l>8, in der Beilage:
„Dn Erzähler" <8«8, Nr, 3, S. <l- „Die
letzte Stunde drS Komikers Wenzel Scholz".
-—Ir is . Herausgegeben uon Cajetan Cecri
(Gratz, schin, 4«) 18»?, Bd. IV, 4> Liefrg.
S. len l»ach dieser am 2«. Mai 1788 ge-
boren), — Morgen Post (Wiener polit.
Vlatt) 1838, Nr. 71—10«!, im Feuilleton-
Wenzel Scholz. Ereignisse und Denlwür»
digkeiten aus seinem Leben, nach seinen hin<
terlassenen Schriften und den Miltheilungm
sciner Witwe zusammengestellt von Friedrich
Kaiser fticht uninteressant, aber in Nr, »5
bemerlt Kaiser Folgendes- „Bevor wir diese
Mittheilungen fortsetzen, halt«» wir es für
ein« Pflicht gegenüber dem Andenken de«
Verstorbenen sowohl, als gegenüber seinli,
Hinterbliebenen zu erklären, daß un« eben
jetzt aus der verläßlichsten Quelle mitgethli»
und bewiesen wird, daß so mcmch« der in den
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon