Page - 251 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Image of the Page - 251 -
Text of the Page - 251 -
Schottky 231 Schllttky
bereits am 3. Februar 1863 gestorben, was
unrichtig ist; sein Tode«tag ist bestimmt der
3. März.
Schottky, Johann, n. A. Julius
Maximilian (Schriftsteller, geb. zu
Kupp bei Oppeln in Preußisch-Schlesien
im Jahre 1794, gest. um daS Jahr
1849). Ueber sein Vorleben sind nur
sehr lückenhafte und wechselnde Nachrich-
ten vorhanden. Nach Einigen war er,
bevor er nach Wien übersiedelte, bereits
Professor der deutschen Sprache und
Literatur in Posen, nach Anderen ging
er erst, nachdem er seit 1818 in Wien
privatisirt, nach Posen, legte dann diese
Stelle nieder, begab sich nach Prag, wo
er bis 1831 einen längeren Aufenthalt
nahm, und von dort nach München, von
wo er noch 1834 einen Ausflug in Oester-
reichS südliche Nlpmländer, nach Tirol,
worauf seine letzte gedruckte Arbeit hin»
deutet, unternommen hat. Von da ab
verliert sich seine Spur und taucht erst
wieder gegen Ende der Vierziger/Iahre
auf, als 1848 das Parteiblatt: „Rhei-
nische Volkshalle" in'S Leben trat und
ein Arbeiter um den andern in die Re>
daction berufen wurde. Einer von diesen
war Schottky, der, da er die weite
Welt durchwandert und Vieles aufge-
zeichnet hatte, wag sich im Feuilleton
verwenden ließ, immerhin leistungsfähig
war. Der Versuch jedoch, wie Wilhelm
Chezy in seinem „Helle und dunkle
Zeitgenossen" berichtet, ihn im politischen
Theile, und zwar in der Zusammenfiel«
lung der Zeitungsnachrichten auS ver>
schiedenen Ländern zu verwenden, fiel
kläglich aus. Der vielgereiste Mann
schien keinen. Begriff von der örtlichen
Eintheilung unseres ErdtheileS zu haben
und kein Gedächtniß für die laufenden
Begebenheiten zu besitzen. Am Donner-
stag strich er in Zeitungen von jenseits des Rheins Mittheilungen an, die schon
am Sonntag in Cöln gelesen worden,
und theilweise sogar aus dem Blatte, für
das er eben schrieb, genommen waren.
Lange kann er bei diesem Blatte, wo sich
fein Einkommen monatlich kaum auf
12 Thaler belief, nicht geblieben sein,
denn gegen das Frühjahr 1849 kam er
in eine Lage, die er als eine glänzende
prieS. Roderich Benedir und andere
Gönner hatten ihm nämlich seine Beru»
fung nach Trier als Redacteur der dorti-
gen Zeitung mit einem Icchrgehalie von
4U0 Thalern vermittelt. Aber nicht lange
sollte er sich dieses Glückes freuen, denn
schon nach wenigen Wochen riß ihn ein
Schlagftuß aus der Witte der Lebenden.
Schottky hat sich als geographischer,
ethnographischer und vornehmlich cultuc>
historischer Forscher uortheilhast bekannt
gemacht, so daß Wenzel und Laube
in ihren Literaturgeschichten seiner geden»
km. Wie der Rieger'sche „ZioviM
llauai!/« (Bd. VI I I , S. 363) dazu
kommt, seine meisten Arbeiten eitel Com»
pilation und durchwegs unkritisch und
unzuverlässig zu nennen, muß demselben
nachzuweisen überlassen bleibm. Schon
Schottky's Verbindung mit dem ge>
diegenen Tschischka hätte ihn gegen
so harten Vorwurf schützen sollen. Die
Titel der von Schottky veröffentlichten
Schriften sind: „OeswmchiLihe Valkslili!«
init ihren Zingmisen" (Pesth 1819, Hart-
leben, gr. 8".), S. gab dieselben in Ge>
meinschaft mitFranz Tschischka lMka)
herauS — eine zweite vermehrte und
verbesserte Auflage besorgte im 'Jahre
1844 Tschischka allein— mit diesem
zusammen hatte Schottky die Lande
ob und unter der Gnns, Salzburg,
Tirol, Kärnthm und Steiermark bereist.
Man hatte bisher allenthalben die öster»
reichifche Mundart für einen verdorbenen
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon