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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 266 -
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Page - 266 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Schrattenbach 266 Schrattenbach bauten bald zu den Alltäglichkeiten des Bauwesens zählen, mit Recht bewunderte Neuthor. Es ist ein 4lü Fuß langes, 22 Fuß breites und 39 Fuß hohes, mit einer runden Wölbung durch den Sand< stein des Mönchsberges ausgebrocheneS Thor, durch welches man nach Leopolds- krön. Riedenburg, Marglan außerhalb der Stadt gelangt. Auf der dor Stadt zugekehrten Seite zeigt es in einem weiß. marmornen Medaillon das Brustbild des ErzbilHofs mit der Inschrift: „1o 8«a lognuntur". Ueber dem der Riedenburg zugekehrten NuSgange sieht man die 46 Fuß hohe, aus einem 700 Centner schweren Steine von weißem Marmor von dem berühmten Salzburger Statua» riuS Ha genauer gemeißelte, aufrecht» stehende Statue des heiligen Königs S i» gismund. Der Bau wurde unter Auf» ficht des salzburgischen Ingenimr'Majors von Geyer und unter Leitung des Hannoveraners David Zimmermann am 48. Mai 1768 begonnen und nach drüthalb Jahren am lö. November 1767 vollendet. Das großartige Werk kostete — die Hand- und Spanndienste der umliegenden Gemeinden und die Verwendung von Soldaten und Arre> stantm zu Handdiensten ungerechnet — an Baumaterialien und Handwerker» dienst 20.000 fl. Die Iandescultur hatte durch diese Oeffnung der Stadt von die» sei Seite offenbar gewonnen, ein bedeu» tender Theil der bis dahin öde gelegenen Gegend von Riedenburg wurde urbar gemacht und bildet heute eine ganz rei» zende, mit einigen Gärten und Villen bebaute Anlage, wohlhabende Familien aus dem Civil» und Kaufmannsstnnde bauten sich Hänser, legten Gärten an und schufen wüste Platze in fruchtbringende Aecker und Wiesen um. Die beim Durch» bruche gewonnenen Steine und Quadern wurden aber größtentheils zu Dammwe» ken an den Ufern der Salzach verwendet. Auch ließ Erzbifchof S i gismund die vor der Domkirche befindliche Statue der unbefleckten Mutter Gottes durch den Bildhauer Ha genauer aufstellen. Er weihte die fertig« Denksäule am 29. Mai 1771 persönlich ein. Es war sein letztes Auftreten mit großem festlichen Gepränge. Seine Hoffnung, daS Jubeljahr seines Priesterthums feiern zu können, erfüllte sich nicht. Im letzten Lebensjahre nah» men seine Kräfte zusehends ab und nach einer Krankheit von wenigen Wochen starb er im Alter von 74 Jahren. Ueber ihn als Kirchenfürst und Regent urtheilt der Priester und Laie sehr verschieden. Ersterer nennt ihn ein Vorbild für die Gläubigen in Zehre, in Wandel, in Liebe, in Glauben, in Keuschheit. Sein Wohl» thätigkeitsfinn und Herzensgüte sind un> antastbar. Zur Wiederherstellung der den Einsturz drohenden Kirchen und zur Erbauung ganz neuer, als zu Hallein, Buchbach, Großarl, Mühldorf, St. Gil- gen, Übersee und Veckstein steuerte er große Summen bei. Vicariate mit zu kleiner Dotation vermehrte er in wt> sprechender Weise, wie jene in Eschenau, in der Taurach, in Tweng. Für die Kranken ließ er im Iohannesspitale auf seine Kosten den 3. Stock eröffnen, für den er jährlich 3000 fl. spendete. Viel that er für Unterricht und Erziehung junger Mädchen und Knaben, nebstbei errichtete er zwei Waisenhäuser; ein Freund der Musik, schickte er junge Leute beiderlei Geschlechts nach Italien zur Ausbildung in der Musik und unterhielt selbst, wie keiner seiner Vorfahren und Nachfolger, an seinem Hofe zahlreiche Musiker. Der Laie nennt S ig ! smund einen beschränkten Kopf von frömmeln« der Richtung, der ohne eigenen inneren
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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