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Schrattenbach 270 Schrattcnbach
geistlichen Stand, vorzubereiten, nach
Salzburg, wo er im Jahre 4760 öffent-
lich dispiitirte und am 23. Jänner 4762
ein Canonicat erhielt. Am 3l . Mai
4777 erfolgte seine Ernennung zum Fürst,
bischofe von Lavant und St. Andrä in
Kärnthen, am 23. Juni seine Confir
mation und am 6. Juli seine Consecra
tion. Er war allgemein beliebt. Seiner
Verwendung gelang zur besseren Doti<
lung des BisthumS die im Jahre 1784
erfolgte Einverleibung der Propste, Ma>
ria-Saal in Kärnthen in dasselbe. Im
Jahre 4789 wurde er zum Dompropste
von Salzburg ernannt, er resignirte nun
am 29. Februar 4790 das Bisthum
und um den bisher geführten Fürsten
titel ferner führen zu können, kaufte er
denselben für eine geringe Summe. Er
trat nun, nachdem er 4 2 ^ Jahre Bischof
von Lavant gewesen, als salzburgischer
Oeneial.Vicar für Ober- und Nieder
kürnthen seine neue Stelle an. Er war
als solcher zugleich Prost zu Maria»Saal,
zu St. Maurizen und Magdalena bei
Fliesach, hochfürstlich salzburgischer ge-
heimer Rath und Vicedom zu Friesach.
Als sein Nachfolger im Bisthume, Gan-
dolph Ernst Graf Kuenburg, nach
erst vierjähriger Regierung am 4. De<
cember'4793 mit Tode abging, kehrte
Vincenz Joseph auf Bitten der
Geistlichkeit und Bevölkerung wieder in
fein Bisthum zurück und seine zweite
Ernennung erfolgte am 26. Juli 4793.
Er war ein Kirchenfürst, dessen Andenken
bei den Kamthnern fortlebt, seine Güte
gegen die Unterthanen, seine Leutselig,
keit, Menschenfreundlichkeit gegen Alt
und Jung, Hoch und Nieder wurden hoch
gerühmt. AlS das Städtlein St. Andrä
durch Feuer großen Schaden gelitten,
war es der Fürst, der den Verun>
glückten hilfreich beisprang und AlleS that, um daS durch den Brand entstan.
dene Elend zu lindern. Aber noch ein.
mal sollten die Kärnthner den geliebten
Kiichenfürsten verlieren, es war, als
Kaiser Franz I I . den Grafen Vincenz
im Jahre 4799 zum Bischofe von Biünn
ernannte. Bischof Vincenz wurde nun
am '46. August 4799 in seiner neuen
Würde confirmirt, am 14. November
d. I . inthronisirt und am 44. October
4800 installirt. Nachdem er 47 Jahre
sein neues Bisthum verwaltet, starb er
im Aller von 72 Jahren tief betrauert,
auch in Brunn das Andenken eines edlen
Kirchenfürsten hinterlassend. Von seinen
bei festlichen Gelegenheiten gehaltenen
Ansprachen jmd einige in, Drucke erschie»
nen, und zwar: „Nnrz<! Nnnbe liry GellM-
IM rinlr im 51. M'ärz M I in dem Frnnln-
liri, st. Olilübüll nnchst Nriinn nnf-
rl>in«prllke««in" (Nrünn 48l)4,
8",)', '— „Nrdr nn die Nlintlwchle, gelinitlil
den 5A. M»r! l^803" (ebd. 4809, 4".)' —
„Ael,e an bu» znLnmniengentste
drr Fiiiineiiwiilil" (ebd. 4899,
4".). Kaiser Franz hatte dem würdigen
Prälaten daö Großkreuz des Leopold»
Ordens verliehen.
Orsterreichische N a t i u n n l - Kncyklo»
pädie uo» Grä f fe r und Czikan» (Wie»
i»36, 8«,) Vo. IV, S . »«!>.
Echratteubach, Wolfgang Hannibal
Graf (Card inal > Grzbischof von
Olmütz, geb. zu Gratz 42. September
4660, gest. zu Brunn 22. Juli 4738).
Nn Sohn Johann Balthasar'S
S. 263. Nr. 2^> Grafen von S. au^
dessen The mit Anna Elisabeth
Gräfin WagenSberg. Von Jugend
an zum geistlichen Stande bestimmt, lei>
ckn Jesuiten seine Erziehung und wissen»
chaftliche Ausbildung, am 20. Mai 4680 '
wurde er Domherr zu Olmüh, am 44. Sep'
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon