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Schrattenbach 274 Schrattenbllch
tember d. I . Domherr zu Salzburg. Am
28. September 1688 erhielt er die Prie»
sterweihe, am 30. Mai 1699 wurde er
Domdechant zu Salzburg »und am
14. Juli 1703 Bischof von Seckau in
Steieimark, welchen Posten er mit dem
gleichen in Olmütz vertauschte, als der
bisherige Olmützer Bischof, Prinz Kar l
von Lothr ingen, am 18. September
1711 den Kurhut von Trier erhielt. Am
18. Mai 1712 verlieh ihm der Papst auf
kaiserlichen Vorschlag dieCardinalswürde.
Im Jahre 1713 zum wirklichen geheimen
Rathe und Mit.Protector von Deutsch,
land und den österreichischen Erblanden
ernannt, begab er sich im Jahre 1714 in
Angelegenheiten des kaiserlichen Hofes
nach Rom. Daselbst setzte ihm der Papst
am 28. Juli g. I . den Cardinalöhut
auf und verlieh ihm den Priestertitel St.
Marcelli, den Sitz in den verschiedenen
Kongregationen, u. a. in jener der In»
dulgentien und des Index, und ernannte
ihn zum Protector der Erzbruderschaft
der deutschen und flandrischen Nation
<1e <ÜÄiui>o «llntc». I n Rom machte ihn
der Aufwand, den er entfaltete, wie seine
Wohlthätigkeit gegen Arme bald sehr
beliebt. Auch ließ er seine Titularkitche
auf eigene Kosten vollends restauriren
und auf das Schönste ausschmücken. Im
Jahre 1716, während der Abwesenheit
des Grafen Gal lnS, kais. bevollmäch»
tigten Ministers am päpstlichen Hofe,
übertrug der Kaiser dem Cardinal Wolf»
gang Hanniba l dessen Stellverire»
tung, und im Jahre 1719, nachdem Graf
Gal las die Stelle des Vicekönigs von
Neapel übernommen hatte, ernannte der
Kaiser den Cardinal zum Nachfolger auf
dem päpstlichen Botschafterposten. Aber
nur wenige Monate versah der Cardinal
diese Stelle, denn noch im August d. I.,
da Graf G a l las bald nach seiner An» kunft in Neapel gestorben, übernahm er
daselbst dessen Würde, die er bis zu des
Papstes Clemens XI . am 19. März
1721 erfolgten Tode bekleidete, worauf
ihn der Kaiser beorderte, nach Rom zum
Conclave zu reisen und an der Wahl des
neuen Papstes, ans welcher am 8. Mai
1721 Innocenz XII I . hervorging,
theilzunehmen. Im Jahre 1722 kehrte
Cardinal Wolfgang nach Deutschland
zurück, um seinen Bischofsih in Olmutz
wieder einzunehmen. Im Jahre 1723
wohnte er zu Prag den KrönungSfeie»
lichkeiten bei, im Verhinderungsfalle deS
vom Alter gebeugten Prager Erzbischofs
war er auSersehen, die Krönung und
Salbung Ihrer Majestäten vorzunehmen.
Von den in den Jahren 1724 und 1730
neuerdings stattsindendenEonclaven blieb
der Cardinal alteröhalber ferne. Im
Jahre 1723 wurde er an des CardinalS
von Sachsen Stelle Protector von Deutsch-
land. Im hohen Alter von 78 Jahren,
im 26. seiner CardinalSwürde, starb er
zu Brünn, jedock wurde sein Leichnam
in die Gruft seiner Vorfahren nach Ol-
mütz überführt. Zum Universalerben sei»
nes Vermögens hatte er seinen Neffen
Rudolph, einen Sohn seines Bruders
Otto Heinrich, ernannt. Cardinal
olfgang Hannibal wird als ein
Kirchenfürst geschildert, der mit den schön»
sten Vorzügen sei.ier priesterlichm Würde
Liebe zu den Wissenschaften und Künsten
verband und bethätigte. Daß ihn Peter
Leardi in seinem Werke: „Reihe aller
bisherigen Erzbischöfe zu Salzburg, wie
auch der Bischöfe zu Guik, Seckau, La-
vant und Leoben" (Gratz 1818) S. 117,
in der Reihe der Seckauer Bischöfe,
welche Würde er doch von 1703 bis 1711,
also durch neun Jahre, bekleidet, über-
'pringt (in der That ist auch die Lücke
zwischen Schratten b a ch's Vorgänger,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon