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Schraud 274 Schraub
der Regierung dahin abgeschickt, die
nöthigen Vorkehrungen zu treffen, um
dem Weitergreifen des Uebels einen
Damm zu setzen. Schon hatte er in Pesth
Gtuhlweiffenburg, Raab die entsprechen
den Vorkehrungen getroffen und wollte
eben von Gisenstadt nach Oedenburg sich
begeben, um dort das Erforderliche an-
zuordnen, als ihn selbst in Eisenstadt die
Krankheit befiel, der er aucb, erst48 Jahre
alt. in kurzer Zeit erlag. Als oberster
Arzt Ungarns hinterließ S. auch sonst
noch Spuren seiner weitgreifenden se.
gensvollen Thätigkeit. Um der Quack<
salberei, die in seinem Vaterlande fast
verheerend, gleich einer Seuche, wüthete
und namentlich in dem ungeregelten
Baderweftn seinen Ursprung hatte,
einen Damm zu setzen, grlff S. mit euer»
gischer Hand in diele Zunft und organi»
sirte das Chirurgenwesen Ungarns. Die
künftigen Chirurgen Ungarns konnten
nicht ohne vorangegangene Studien und
daraus abgelegte Prüfungen ihr ueraut»
wortliches Amt ausüben, wodurch nun
großem Unheile für die Zukunft gesteuert
wurde. Für die Kuhpockm-Impfung,
nachdem er deren Segen erkannte, trat
er mit aller Energie und mit allen ihm
in seiner hervorragenden Stellung zu Ge>
böte stehenden Mitteln ein. Als Schrift»
steller seines Faches entfaltete S. eine
fruchtbare Thätigkeit. Von ihm sind
außer der schon erwähnten Abhandlung
im Drucke erschienen: „<3M«au?« ?'sm
poli 1788, 8".); — „AlchlwdlunZ uun im
Verbindung der Nnztwiche mit dem SäMUncke
und dessen WInMnrt" (Wien 1791, 8°);
— „ Beobachtungen im« der Irzneiknnde" (ebd.
1792, Heubner, 8".); — ,,
«illc?« ms<A'c?i« (?68tiui 1794
8".); — „^p/io?>ls«n 6s LaN'a
Mä. 1798, NUN«, 8".); — ^ >" (Vionnae
8". ) : - "
8«.); - ^e" (ibiä. 1797,
1797, Fr. 8«.); — „Geschichte der Pest in
Sizrmicn in tmi Jalin'i! H795 nni> N9l). Nebst
einem Anhange, weicher die Geschichte i>er Nest
in Gstglilizien, Vurzchritten der PestPalizei nn!»
Ideen über die Änsrattmig einiger nnsteckenllen
Killnlcheiteii entliült", 2 Theile, mit einer
Karte von Syrmien (Pesth u.Wien 1801,
gr.8".), auch lateinisch: „
. (Lnäao 1802, 4». ni^'.); —
der inüiükiZcheil Pulizei negm die
Pest und das gelbe Fieber". Mit 2 Tabellen
(Wien i«N3, gr. 8".); — „Nachrichten imm
Zchnrbiick in Nugurn im Inhre MH nclizt
MrüchriNen der »ndiciniLche» Fllllizei liir nicht
»»Ztrckende Nullukriüiklieiten" (ebd. 1896,
8".), Schraud war correspondirmdes
Mitglied der königlichen Gesellschaft der
Wissenschaften zu Göttingen und der
mineralogischen zu Jena. Für seine
Geschichte der Pest in Syrmien schickte
ihm Kaiser Alexander I. von Ruß»
land einen prächtigen Diamantring.
Schraud war als Arzt ein großer
Wohlthäter der Menschheit, dessen Na»
men in den Annalen der Geschichte der
Medicin bleibend glänzen wird, und er
war ein Held, der auf dem Felde seiner
Kunst für die Menschheit den Heldentod
starb.
Ungarischer Plutarch oder Nachrichten von
dein Leben merkwürdiger Personen des König»
reichs Ungarn und der dazu gehörigen Pro<
uinM, Aus authentischen Quellen geschöpft...
uon Carl Vincenz Kölesy und Jakob Mel,
Z er (Pesth l8lU. I . Eggenberger, 8«,) Nd. IN,
S. 2»?. — Oesterreichische National.
Encyklopädie uon Gräffer und Czi>
kaun (Wie» l8ü«, «».) Bd. IV, S. !>8t. —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon