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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 293 -
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Page - 293 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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293 Schrenogel staeter ^Bd. IX, S. 181) verwickelt, welche ihn zur Herausgabe der Flug. schilft: „Mliül Alchtwtignng gegen dil Vn- Iknmdnngen, dieHeir V»t5tiittel i«7.Hew des „Magazin« der Rnnzt und Ntttatnr" mir- ber mich unrlirinZt, lllz ein Narbericht zn einem Anti.MzMei" (Wien 1794, 4".) veran- laßte. Gegen das Ende des Jahres 1794 begab er sich ab« nach Jena, wo damals unter Schil ler ein reges geistiges Leben sich zu entwickeln begann. Während eineö zweijährigen Aufenthaltes daselbst schrieb S. — jedoch ohne Angabe seines Namens — für Schiller's „Neue Thalia" 1793 das zweiactige Lustspiel: „Die Witwe", für Wieland's „Mercur" 1793 und 1796 den Anfang des Romans: „Der neue Lovelace" und mehrere kleinere Auf» sähe für dieIenaische„Literatur>Zeitung". Im Jahre 1797 kehrte S. nach Wien zurück und lebte da anfänglich als Privat» gelehrter, bis er im Jahre 18l)2 nach Kotzebue'S Abgang als k.k. Hoftheater» Secretöt in den Staatsdienst trat. Aber schon zwei Jahre spater legte er seine Stelle nieder, um sich einem Unterneh» men, dem von ihm in Gemeinschaft mit mehreren Freunden begründeten „Kunst» und Industiie-Comptoir", zuzuwenden, aber er blieb in dieser Zeit literarisch nicht unthätig. So begründete ei im Jahre 1807 eine Wochenschrift unter dem Titel: „DaS Sonntagsblatt", im Geiste von Addison's und Sterne's „Zuschauer", welche man noch heute als sein liteiari» sches Hauptwerk, als das würdigste Denkmal seines Geistes, als eine Schö> pfung, die vordem und nachher nichts AehnlicheS aufzuweisen hatte, bezeichnet. ES war eine wahre Fundgrube von Stu» dium, Belesenheit, Philosophie, Lebens» und Kunstansichten. DaS Erscheinen der Lieferungen konnte man gar nicht erwar» ten; die vornehmsten Geister bestürmten das Vellagslocal, hochgestellte Männer holten die Nummern persönlich ab, um dem Verfasser — denn S. schrieb den größeren Theil des Blattes selbst — ihre Achtung zu bezeugen. S. führte das heut zu Tage schon höchst seltene, in kei» ner Literaturgeschichte gleich seinem Auloi erwähnte Blatt noch im I . 1808, nach Anderen bis 1818 fort, worauf er die fernere Redaction desselben an Ludwig Wieland und Dr. Lind ner überließ. Weder in Bücherkatalogen noch sonst wo gelang es mir, genauen Aufschluß über die Dauer des „Sonntagsblattes" zu erhal» ten. Daß es 1807u. 1808 Schrei vogel führte, steht fest. In der Zwischenzeit zog er sich auch von dem Kunst» und Indu» strie-Comptoir zurück und trat es 1814 an einen seiner Gesellschafter ab, selbst aber übernahm er wieder die Stelle des Hofthilltei-Secretärs und Dramaturgen bei den vereinigten k. k. Hoftheatern, in welchen Aemtern er bis kurz vor seinem Tode verblieb. Sein unmittelbarer Chef war der liebenswürdige, feinsinnige Mo» ciz Graf Dietrichstein, ein Cavalier von reinstem Waffer, das Beste wollend, oft auch anregend, es mächtig fördernd, alles Andere seinen dienstbaren Geistern überlassend, die er aber mit Menschen» kmntniß wählte und ihnen auch die Mit» tel an die Hand gab, das Zweckentspre» chende durchzuführen. Unter Dietrich» stein war Schreivogel Regent, unbe. schränkte! Regent der Hofbühne, waS freilich nur zum Glänze derselben beitrug, denn es steht fest: unterSchreivogel's Leitung hatte das Wiener Burgtheater seine goldene Aera. Anders — für das Theater eben nicht, aber für Schrei» Vogel schlimmer — wurde es, als 1824 Graf Lzernin an» Dietrichstein's Stelle tiat und sich zwei selbstständige Charaktere gegenüberstanden, die sich
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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