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Schreyer 308 Schrittwieser
Zeich nisse des österreichischen Kunstuereins,
i3V8, März. Juni, Juli; !85S, März, Juli,
August, Decbr,; 18»?. Jänner, Juni! 1838,
Sept,; 1839, Februar, N°u,; 1860, Sept;
13S2, März, April, — Katalog zur I I I .
allgem. deutschen Kunstausstellung in Wien,
1. Sept. 1868, Nr. 5l3, 828. — 1'Incls-
Dsnäauoe bol^e (Brüssel, gr, Fol.) 188t.
Nr. 143, im Feuilleton: «Saiau äs 186t «,
?»rl«"; Nr. 288- „VxxoLttiau, ä'H,2V«r2";
— dieselbe l8L3, Nr. 233, im Feuilleton:
„NxV08>tlon cl« <3ancl". — I/e Narä (Bcüs>
seler polit. Blatt) i86t, Nr. 128 u, 18l, im
Feuilleton: ^Nxposltian, Äs« I>L2,ux arts". —
^aui i l l l l äs» vst iat», 3N. ^.vri! 18L4,
im Feuilleton: „HxDüLiliun äs l864". —
1.2, I>2ti iL (Pariser polit, Blatt) t8L4,
1?. Juni: „Lalon äs 186^«.
Roch ist nennensweith: 1. Eine Susanna
Schreyer, sie lebte im ersten Dritttheil des
laufenden Jahrhunderts als Künstlerin in
Wien und in der Iahres-Ausstellnng 183» in
der Akademie der bildenden Künste bei St,
Anna in Wien war als ein Kunstwerk ihrer
Nadel eine in Seide meisterhaft gestickte
^Schweizergegend" zu sehen, — L, An den
Namen Schreyer knüpft sich auch die Erin>
nerung an das berühmte Schreyer'sche
Affentheater im Wiener Prater, seiner Zeit
Me! SehenSwMigkeit Wiens, die, so kürz
ste unter diesem Namen währte, sich doch
noch bis zur Gegenwart im Gedächtnisse der
Wiener erhalten hat. Heinrich Schreyer,
Menagerkbesitzer und Thierhöndler, war aus
Lemberg in GaWen gebürtig (geb, 1793,
gest. zu Wien 22. August l847), Im Sommer
1847 kam er nach Wien, wo er im Prater
das große Affentheater erbaute, welches er im
Juni d. I , eröffnete. Der Zulauf zu dieser
Sehenswürdigkeit — die Dressur der Hunde
und Affen war psychologisch merkwürdig —
war ein ungeheurer. In wenigen Wochen
hatte S, einen Gewinn von über 20,000 fi,
erzielt. Aber mit diesem Glücke seines Unter»
nehmens schritt das Unglück in seiner Familie
Hand in Hand. Kaum in Wien angekommen,
«krankten Frau und Kinder am Typhus.
Kaum waren aber diese genesen, wurde er
selbst von der Seuche hingerafft. Das Theater
führte nun die Witwe fort. Später übernahm
das Ganze Casanova, der in Schreyer's
Diensten gestanden und der nun einige Zeit
noch in Wien Vorstellungen gab. Im Jahre
186l brachte der damalige Nolkssänger Fü rst
bie Vude käuflich an sich, staltete sie um und
v.Wurzbach,b'iogr.Lexikon.XXXI. eröffnete sie am 21. April 1882 al« Singspiel«
halle, au« welcher das Voltstheater im P.'ater
und zuletzt das „FZrst.Theater" sich ent.
wickelte. Anregend im Hinblick auf Abrichtung
der Thiere, wirkte die Schreyer'sche Affen,
bude auf die Bevölkerung ganz anders, wie
dn Cancan der Fürst'schen Bühne! Noch
sei bemerkt, daß Schreyer während seines
kurzen Aufenthaltes in Wien im Jahre 185-7
dem im genannten Jahre errichteten Affen'
hause in der Schonbrunner Menagerie die
erste Affendeuölkerung lieferte. s.IUustrii.
tes Wiener Extrablatt. Von Berg
und Singer (gc. i«,) 1872, Nr. Itä, im
Feuilleton: „Ein Affentheater", uon Wi(m.
»!)«. Diesem über Thellteruerhältnisse und
verwandte Culturzustände Wiens gut unter,
richteten Verfasser verdankt Herausgeber in
letzterer Zeit in dieser Richtung manche schätz'
bare Mittheilung.)
Schreydogel, siehe: Schreivogel, Io-
seph sS.
Schrittwieser, Julius (Architekt,
geb. zu Wien 14. August 1838). Sein
Großvater und Vater, welch Letzterer zur
Zeit in Vaden nächst Wien in PenNon
lebt, waren unbemittelte Magistrats»
beamte der Commune Wien; seine Mut.
ter eine Tochter des Malers Heinrich
Steegmayer und Nickte der zu ihrer
Zeit auf der Bühne gefeierten Katharina
Ennöckl , zweiten Frau Adolph
Bäueile's. Von Jugend auf zeigte S.
Lust und Liebe zur Kunst, zeichnete und
malte aus freiem Antriebe, worin ihn
sein Großvater müttlerlicherSeits freund»
lich förderte, betrieb dabei fieißig- die
technischen Studien und nebenbei Musik
(Violoncell und Piano). 183», damals
20 Jahre alt. hatte er das polytechnische
Institut in Wien beendet und sollte nun
auch in die Dienste der Commune treten,
aber sein Drang nach Edlerem und der
Tinfiuß der Mutter behielten dm Sieg,
er wurde in die Akademie der bildenden
Künste geschickt, welche er unter van der
Nul l M . XX, S. 422) und Sic-
«.Jänner 1876.) 2l)
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon