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Schreck!) 31t Schlöckl)
jene zum akademischen Lehrstande, in
ihm geweckt. Indessen sollte seinem Geiste
noch in anderer Richtung neue Nahrung
geboten werden. Der Bruder seiner Mut»
ter. Karl Andreas Be l , lebte alsProfes-
sor in Leipzig, war bei Herausgabe der
«Leipziger gelehrten Zeitungen" beschäf-
tigt und hatte nach Menken's Tode die
Redaction der „H.Lta eruäitorum" über»
nommen. Dieser berief im Jahre 1734
seinen Neffen zu sich, er sollte ihm, da
derselbe tüchtig unterrichtet und in ver-
schiedenen wissenschaftlichen Disciplinen'
ausgebildet war, bei seinen RedactionS»
arbeiten, namentlich im Recenfionsge>
schäfte unterstützen. Hatte der bescheidene
S. anfänglich auch seine Bedenken, so
wußte der Oheim ihn bald über dieselben
Hinweg zu bringen, und in der That
arbeitete er unter dessen Aufficht mit
-ganz besonderem Erfolge. Wahrend der
sechs- bis siebenjährigen Thätigkeit in
dieser Richtung, so wenig sie ihm im
Ganzen zusagte, gewann er doch eine
außerordentliche Literaturkenntniß, erwei»
terte seinen Gesichtskreis und gewann'
bald eine große Leichtigkeit im Schreiben.
Zudem setzte er an der Leipziger Hoch'
schule seine Studien fort, besuchte die
Vortrage von Christ und Ernesti,
aus denen er nur um so größere Liebe
für das Studium des Alterthums
und eine Läuterung seines Geschmacks
gewann. Ueber Aufforderung des Letzte«
«n betheiligte er sich als Mitarbeiter an
dessen , Theologischer Bibliothek". Im
Jahre 1783 erlangte S. die Magister»
würde, im Jahre 1786 habilitirte er sich
und begann seine Vorlesungen, welche
zunächst die christliche Kirchengeschichte,
die Morgenlandischen Sprachen, vor»
nehmlich die philosophischen Erklärungen
des alten Testaments, Geschichte der
Theologie und Gelehrtengeschichte betra» fen. Im nämlichen Jahre noch erhielt er
eine Anstellung im kleinen Fürstencollo
gium und diese ermöglichte ihm seinen
bleibenden Aufenthalt in Leipzig während
der Dauer des siebenjährigen Krieges.
In einigen Jahren bot ihm sein Oheim
eine Stelle als Custos an der Uniuersi»
täts'Bibliothek an, welche er auch zunächst
mit Rücksicht auf die ihm nun ermöglichte
unbeschränkte Benützung derselben an»
nahm. Im Jahre 1762 erhielt ei eine
außerordentliche Professur der Philoso,
phie. Bis dahin hatte S. mit Ausnahme
der oberwäh'ntm Recensionsarbeiten kein
selbststänbigeS Werk veröffentlicht. Als
aber nun von Seite verschiedener Ver»
leger an ihn Einladungen zur Abfassung
von Werken, deren Inhalt in sein Gebiet
siel, ergingen, entschloß er sich dazu, um
sein ebm nicht bedeutendes Einkommen
durch schriftstellerische Arbeiten zu steigern,
und so entstanden denn zunächst seine
„ Lebensbeschreibungen berühmter Gelehr»
ten" s^die bibliographischen Titel der ein<
zelnm Schriften S.'s folgen auf S.3l3^.
welche in der gelehrten Welt, wie im
Publicum beifällige Aufnahme fanden.
Im Jahre 1767 folgte er — obgleich er
sich schwer entschloß, von dem ihm lieb>
gewordenen Leipzig zu scheiden — einem
Nufe als Professor der Poesie nach Wir»
tenberg, welche Lehrkanzel er aber nach
mehreren Jahren, 1778, mit der Pro»
fessur der Geschichte vertauschte, wobei
ihm die Universität auch die Dicection
der UniversitätS-Bibliothek übertrug. In»
dem er nun die Vorlesungen über hebrai»
sche Sprache, welche er bisher gegeben,
fallen ließ, verband er mit den bisher
gehaltenen Vorträgen über Kirchen», Li-
teratur» und Reformationsgeschichte. über
Geschichte der Theologie und christliche
Alterthümer, annoch die Vorlesungen
über deutsche Reichs«, europäische Staa-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon