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Schröckmger 318 Schröckinger
lassen. Hier ward ihm auch die sorgfäl
iigste Hilfeleistung von Seite dor Aerzte
und eine wahrhaft mütterliche Pfieg
von Seite seiner Wärterin Julie Fr ied
i!ch; allein menschliche Kunst und Be
mühung vermochte nicht mehr seine Tag
zu fristen. Als ei erkannte, daß es kein
Rettung für ihn gab, widmete er mi
echter Dichterliebe seine ganze Sorg>
seinen Werken. Er berief seine Freundl
an sein Sterbelager, bat sie, seine zer
streuten Arbeiten zu sammeln, eine Ge>
sammtausgllbe dßiselben zu veranstalten
und dabei „auf Correctheit, deutlichen
Druck und weißes Papier" zu sehen.
Bis zu seiner letzten Stunde arbeitete
und schrieb er. Der heiße Wunsch des
Dichters und Jünglings, nicht vergessen
zu werden, erfüllte seine Seele. Am
Abend deS 23. December 1819 entschlief
er sanft. Sein Jugendfreund und Schul
genösse Heinrich H ü t t e n b renn er,
selbst nicht ohne poetisches Talent und
später Professor der Rechte zu Gratz,
dessen Bruder, der rühmlich bekannte
Tondichter Amselm Hüttenbrenner
sBd. IX, S. 406), der gefeierte Lieder-
compositeur Franz Schubert und einige
andere Befreundete begleiteten den Sarg
des allzufrüh Hingeschiedenen Sängers
nach dem Kirchhofe in Währing. Sein
Grab, daS anfangs eine Trauerweide
zierte, blieb außerdem spitalsmäßig unbe»
zeichnet; aber die Stußentenschaft von
Gratz, aufgefordert von Prof. Schnei»
ler, widmele ihm eine Gedenktafel auS
vaterländischem Gußeisen. Sie wurde an
der Nordseite der gothischen Leechkirche,
einem stillen Lieblingsplätzchen des jun>
gen Dichters, in die Außenwand einge-
fügt und zeigt außer einer goldenen
Leier, deren erste Saite abgerissen ist,
folgende Inschrift: 168 1.5001
ttraeosnLiL
l Nvoooxix l
VisnnNO odiit 2NN08 nktiiL XXI. ^
Blatt und Saame wird zerstreuet > Und
die Blüthen fallen ab > Doch sie lächeln
bald erneuet > Aus dem grünen Hoff»
nungögrab j Schlöckinger". Aglaja.
von Euderes, seine Tante mütterlicher
Seits, bemerkt bezüglich derselben: ,Gs
ist charakteristisch für die Menschen,
dieses Landes (Steiermark), daß sie
ihrem Dichter diese Stätte zur Erinne»
rung geweiht; mitten in der Stadt
(Gratz), mitten in das Herz ihres eigenen
Lebens haben sie das Gedächtniß an den
Mann gerückt, der ihnen angehörte und-
auf den fie einst die schönsten Hoffnun»
gen, die ein Volk hegen kann, mit Necht
gebaut." Dem Ausspruche G o ed eke's:
„eine Auswahl aus S.'S Nachlasse halte
ich für wünschenswert!) schon im psycho»
logischen Interesse, mehr noch literar»
geschichtlichen", wird wohl Mancher bei-
stimmen. Außer den bereits genannten
dramatischen Arbeiten S.'S sind noch zu,
nennen: „PraMin A»«gi", Drama in
2 Aufz.; — „Her Nebe Nampt nnd Opter«,
romantisches Schauspie! in 3 Aufz. —
„Nn Füll ulli, HcheManten", Trauer-
piel in 5 Aufz.; — diegedrucktenNrzäh»
ungen: „Der Henneberg. Volkssage",
n der „Wiener Theater.Zeitung" 1817,
136; — „DaS Spital im Zerre»
walde", ebenda 18l8; — „Die Haar»
ocke", romantische Erzählung", in I .
Schick H'S „Wiener Zeitschrift" 1819,
llr. 139. Lyrische Gedichte und
Bal laden finden sich aber viele einzeln
bgedruckt inBäuer l e'S „Wiener Thea»
ei-Zeitung" 1817—1819; mSchickh'S^
Wiener Zeitschrift" 1819—1821' in
ho im ayr's „Archiv" 1818; im „Hes-
eruö" (Prag) 1821. Beilage; im Gratzer
Aufmerksamen" 1817—1819,' in der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon