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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 324 -
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Page - 324 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

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Schröder, Sophie 324 Schröder, Sophie Johanna in „Die Jungfrau von Or- leanS", zuerst die Luise, dann die Lady Mi l fo rd m „Kabale und Liebe", die Grä f in Terzky im „Wallenstein", die Armgard im „Wilhelm Tell", die Turandot im gleichnamigen Stücke, die Leonore in „Fiesco" und die Bea> trice in „Die Braut von Messina"', von Lessing die Minna in „Minna von Barnhelm", die Orsina in „Gmilia Galotti" und die S i t tah in „Nathan der Weise"' von Kotzebue die Mai» garetha in „Die Hagestolzen", den Iu l iuS in „H.dk6 äe I'N^LL«, die Emma in „Die Kreuzfahrer", Ma» dame Mül ler in „Menschenhaß und Reue", die Cora in „Die Sonnen« jungfrau"; von anderen Dichtern, und zwar von Goethe nur die Sophie in feinen „Mitschuldigen" , ferner die Blanca in „Julius von Tarent" von Leisewitz, die Bianca in „Bianca de la Porta" von Col l in , die Ch>> mene in „Rodrigo und Chimene" uon Klinge mann und die Medea und Merope in Gotter'S gleichnamigen Stücken. Nach kurzen Gastspielen in ver» schndenen Städten Deutschlands nahm daö Ehepaar Engagement bei dem unter Liebich's Leitung stehenden deutschen Theater in Prag, wo es zwei Jahre blieb. Im Jahre 18l» kam Sophie S. zum zweiten Male nach Wien, wo sie vom 10. April bis 12. Juni in acht Rollen gastirte, und zwar als Merope in Voltaire's gleichnamigem, vonGot» ter übersetzten Trauerspiele, als Mar ia Stucirt, als Isabel la in „Die Braut, von Messina", als Elisabeth in „Wa- riaStuart«, als Ophel ia in „Hamlet". Orsina in „Tmilia Gallotti" und P h ä d r a im gleichnamigen Trauer» spiele. Diesem Gastspiele folgte ein festeS Engagement, in welchem die Künstlerin bis zum Jahre 1839 ununterbrochen ver> blieb. I n diese Zeit fällt der Tod ihres zweiten Gemals, der im Jahre 1818 einem unheilbaren Leberleiden in Karls» bad, wo er Hilfe suchte, erlag, und im Jahre 1828 am 28. Ocwber ihre dritte Heirath mit dem Schauspieler Wilhelm Kunst sDd. XI I I , S. 382^. Nlcht die Warnung treugesinnter Freunde, und deren besaß die Künstlerin genug, nicht die Vorstellungen des Kaisers Franz, der die von ihm hochgeschätzte Tragödin in Audienz zu sich befchied, konnten sie von dem unheilvollen Schritte abhalten. Schun nach wenigen Wochen, nach Aus» sagen von Zeitgenosse» der Schröder, schon nach der Hochzeitsnacht, stellte eö sich heraus, daß ein dauerndes Bündniß unter zwei so ungleichartigen Naturen nicht bestehen konnte, und nach sechs- monallicher Dauer wurde die unglückliche Ehe getrennt. Inzwischen war aber ein glückliches Familienleben zerstört und waren die ökonomischen Verhältnisse ze» rüttet worden. Ein Zerwürfniß mit der Intendanz des Burgtheaters bestimmte die Künstlerin, um ihre Entlassung wie» derholt einzukommen. Ihr Biograph und Schwiegersohn P. Schmidt be» merkt über diesen Schritt seiner Schwie» germutter.' „Hätte S o p h i e S . Gründe gehabt, die vor der Vernunft bestehen konnten, als sie ihr Wiener Tngage» mmt aufgab, so würden diese in spä> teren Jahren sicher der Familie nicht unbekannt geblieben sein, was doch in der That nicht der Fall ist". Wer nicht berufen ist, die Pfade des Genie'S zu wandeln, dem mußte es Bedenken erre» gen, wenn Sophie S., dem fünfzigsten Lebensjahre nahe, ihre Stellung in Wien aufgab. Durch ihr Vierzehnjähriges Tn> gagement an der Hofbiihne waren ihre Ansprüche auf Pension langst begründet.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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