Page - 333 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Image of the Page - 333 -
Text of the Page - 333 -
Schröder, Sophie 333 Schröder, Sophie
Der Sammler (Wiener belletr. Blatt, i».)
<8<8, Nr. 93 u. 94: „Sophie Schröder" ftier
schwungvolle Sonnette auf die große Tra>
aödin von dem zu früh verblichenen Karl
Ioh, Schrüctinaer (s, über diesen S. 3lL^.
— Der Zeitgeist (Wiener Localblatt) <868,
Nr, 7- „Nachruf an Sofie Schröder", uon
Franz Fitzinn er.
I. Vrnl> und Wrabdcnkmlll. Fremd en. V latt.
Von Gust, Heine (Wien 4«,) l8«8, Nr. «8:
„Das Leichenvegängüiß von Sophie Schröder",
— Die General-Directiun des k. Hoftheatecs
zu Dresden schickte einen Lorbeerkranz auf
weißem Atlaöliffen an Baron Werfall nach
München, damit ihn dieser auf den Sarg
der Künstlerin niederlege. — In den ersten
Tagen des November <869 fand auf dem süt>>
lichen Gottesacker in Münche», auf welchem
Sophie Schröder ruht, die Enthüllung des
Denkmal« Statt, welches die Mitglieder d?e
Hofthrater« der berühmten Tragüdin hatten
errichten lassen. Auf einem Sockel uon rothem
Untersberger Marmor erhebt sich die Nüsse
der Verewigten aus weißem Marmor. Die
Büste ist uon Zumbusch, der jede <Hnt<
schädigung dafür nbgelehnt, ausgeführt und
das Denkmal trägt außer dem Dat»m der
Geburt und des Todes als einfache Inschrift
in Gold: „Dem Andenken der großen Tra<
gödin von ihren deutschen Kunstgenossen".
Mit dem Sockel ist da« Denkmal etwa« über
9 Schuh hoch, davon entfallen 2/, auf den
Socke!, l^Neue freie Presse (Wien) 1860,
Nr. i«»u.) — Eine Abbildung der Vüste ist
im Holzschnitt uon A. N. ausgeführt. Das
Platt führt den Titel: „Sophie Schröüer's
Denkmal auf dem neuen Kirchhose zu Mün»
chen. Nach der Natur aufgenommen" stauch
in der Gartenlaube l8LU, S. 7L7. Vergleiche
übrigen« die Neue freie Presse 1863,
Nr, lüia, S, «- „Sophie Schröder'S Monu»
mrnt auf dem Münchener Friedhofc"),
II. Vi»)eln cs. Der Schröder Veliurtzott. Die
Stadt Padcrborn, wo die Schröder gebo>
ren, kann sich auf den Nuhm, eine Schröder
hervorgebracht zu haben, gerade nicht zu viel
einbilden. Die große Künstlerin selbst, al«
Jemand sie an diese Herkunft uon der „Teu<
toburger Haidc" erinnerte, erwiederte lachend:
„Nun ja, irgendwo muß ich doch geboren
sein. Meine Mtern gchörten zu einer wan>
drrnde» Schauspielerlruppe, die gerade in
Paderborn spielte; dort bin ich zufällig —
auf einem Kornboden — geboren. Ich bin
halt ein Theaterrind au6 der alten Zeit!" — Einst und Jetzt. Sophie Schröder war
eine Künstlerin, wie es nach ihr keine zw«ite
gab. Im I, 18l? erhielt sie für uier Nollen
zusammen ein mit 2«a Thalern garantirte«
Benefiz, dessen Gcsamniteinnahme ihr mit,
292 Thlrn. <« Gr. verabfolgt wurde. Später
erhielt sie eiwa 20 Thaler für jede einzelne
Rolle. — Und die heutigen Loulisse^Vircuo'
sen mit ihren einstudirten Bravourstücken,
mit frappanten Einzelheiten ohne tünstleri.
schen Zusammenhang des Ganzen, mit ihren
Gasijagdspielen und Parnderollen! — König
Ludwig I- «°n Bayern und SoPhie Schröder.
Ehe König 3u d w ig I., der ler Künstlerin
ebenso huldvoll beaeqneie, als sie sonst in
Ehren hielt, im Herbste 1««7 nach Nizza ging.
besuchte er sie n°ch vor seiner Abreise in ihrer
Wohnung in München. Veim Scheiden fugte
die berühmte Künstlerin aanz traurig, e« ist
wohl das letzte Mal, daß ich Cure Majestät
sche" — „Glauben Sie d<nn, Frau Sophie
— so pflegte er sie zu nennen — daß ich
sterbe?" — Frau Schröder entgegnete:
„Nein, ich muh zuerst sterben, um Euere
Majestät drüben empfangen zu können". In
der That starb Sophie Schröder wenige
Tage uur Ludwig I. Sie war am 25. Fe>
bruac !8L8, vier Tage später König Ludwig,
am 29. Februar d. I . , gestorben. — Vrill-
pnyer über Sophie Schröder.
Zwei Schröder, Frau und Mann,
Umgrenzen uns'ce« Drama Hähern Lauf;
Der Cine stand in Kraft, als l« begann,
Die And're schied — da hört's wohl, fürcht'
ich, auf.
Wien, am 24. Mai 1854. —
Friedrich Hcvbel üb« Sophie Schröder. Der
Dichter der „Judith" schrieb in da« Album
der Künstlerin:
„Unvergänglicher Lorbeer in schnell verblei«
chender Zacke,
Welch ein gewaltige« Bilo menschlicher
Größe unü Kraft.
Erinnern Sie Sich bei diesem Ver« eines
Ihrer aufrichtigsten Vewnnderer,- Sie haben
ein Recht lluf denselben, denn Sie sind ein
Typus deutscher Kunst geworden, und wenn
ein königlicher Dichter oen Auöspruch über
Sie that, daß Sie einzig srie», so haben Sie
die Wahrheit seines Wortes jetzt bei uns
abermals bewiesen, Wien, den 2». Mai «854."
— Wilhelm Kmels, Soll» der S. Schröder.
Der Dichter Wilhelm Smet« ist ein S°hn
der Sophie Schröder, Er wurde in frühe,
ster Kindheit seiner Mutter durch Ebeschei'
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Volume 31
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schnabel-Schrötter
- Volume
- 31
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 402
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon