Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31
Page - 335 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 335 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

Image of the Page - 335 -

Image of the Page - 335 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31

Text of the Page - 335 -

Schröder^ Wilhelm 336 Schröder, Wilhelm heim>Infante,rie bei der Eroberung einer Schanze bei Vreslau schwer verwunde worden und bald darauf seinen Wunden erlegen, und J o h a n n Friedrich wurde katholisch, trat in den Orden der barmherzigen Brüder und erhielt als solcher den Namen Firmian. Seiner ge schieht noch weiter unten Erwähnung. Die oberwähnte romantische Iugendgeschichte ist in kürzesten Worten: Wilhelm war zugleich mit seinem Bruder Johann Friedrich, nachher als barmherziger Bruder F i rmian genannt, nach Oester» reich gekommen. Wi lhelm beschäftigte sich mit Abschreiben und Unterrichterthei» len; Johann Friedrich ging nach Ungarn und war veischollen. Wi lhelm hatte auch drei Feuerwerker in der Ma- thematik so gut unterrichte!, daß sie bei einer Prüfung des Corps die Nufmerk» samkeit des berühmten Aitillerie'Generals Joseph Wenzel Fürsten Ziechten. stein auf sich zogen, und über Befragen, woher ste, da die übrigen Leute des Corps ganz unwissend geblieben, so gute Fortschritte gemacht, berichteten diese, daß ihr Lehrer ein junger Berliner, NamenS Schröder, sei, der sich kümmerlich mit Abschreiben und Stundengeben fort. bringe. Fürst Liechtenstein beschied nun den jungen Schröder zu sich, überzeugte sich, daß er ein kenntnißreicher, junger Mann sei und überredete ihn, in die österreichische Artillerie, jedoch vorerst als Gemeiner, da eg im Anfang nicht anders thunlich, einzutreten. Schröder überlegte nicht lange und sagte zu. Gr trat als Gemeiner in die Truppe. Am folgenden Tage sollte er bei dem Fürsten zu Tische erscheinen. Als er ms Palais als gemein« Artillerist kam, wies ihn der Portier in ein Zimmer, wo er eine Offi- cierS'Uniform vorfand und ihm vom Portier bedeutet wurde, zu warten, bis er zu Tisch gerufen werde. AIs nach !än> gerer Zeit endlich der Diener erschien, staunte dieser, daß Schi oder noch die Officiers-Uniform nicht angelegt habe, denn als gemeiner Soldat könne er ihn nicht zur fürstlichen Tafel lassen. Nach längerem Hin> und Herreden, wobei sich Schröder weigerte, ein Gewand anzu» ziehen, das ihm nicht zustehe, ließ er sich doch auf die Vorstellungen des Dieners überreden, zog es an und folgte dem Diener zur fürstlichen Tafel. Kaum war er in den Speisefaal eingetreten, so trat ihm der Fürst lächelnd entgegen, begrüßte ihn als Lieutenant und nun wurde Schröder inne, daß er an dem Fürsten einen huldvollen Mäcen gewonnen, der er ihm auch sein Lebelang geblieben. Indefftn war sein Bruder Johann Friedrich verschollen. Dieser war, nachdem er sich von seinem Bruder getrennt, in Dienste eines Engländers getreten, dessen Launen er nur wenige Wochen ertrug; nun verfiel er in eine chwere Krankheit,' von dieser genesen, uchte er hie und da —überall vergebens» — Unterkunft. Sein protestantischer Glaube war das Haupthinderniß für sein Fortkommen. In seiner Verzweiflung, da er öfter schon dem Hungertode nahe gewesen, trat er zur katholischen Kirche über und wurde barmherziger Bruder im Kloster zu Preßluirg. Als Bruder Fir> mian that er sich nun durch seine Geschicklichkeit bei Kranken bald so her» vor, daß sein Name weit und breit ge» nannt und seine Hilft oft in Anspruch genommen wurde. So waren viele Jahre ergangen. Wi lhelm rückte Stufe um Siufe empor, wurde Hauptmann und Major und blieb immer in deg Fürsten nächster Umgebung. Als eines Tages der Fürst Liechtenstein während eineS Auftnthaltes auf der Majoratsherischaft
back to the  book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Volume 31"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Volume 31
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Schnabel-Schrötter
Volume
31
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1876
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
402
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich