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Schuttes 176 Schuttes
denz": „Barometrische Höhen Messungen
in Oesterreich« (Bd. X I , 1805); —
.Reise in der Bukowina" (Bd. XVII)
1808); — in den Geographischen
Ephemeriden: «Wunsch über baro-
metrische Höhenmeffungen"; — im In-
telligenzblatt der Annalen der Literatur
des österreichischen Kaiserstaates: „Ueber
Mineralogie und Geologie Ostgaliziens"
(1807); — im Sammler für Geschichte
und Statistik für Tirol: .Mineralogische
und geologische Bemerkungen an der
Straße von'Innsbruck nach Botz'en"
(Bd. I I) ; — setzte dann Ioh. Paul Rein-
hard'S „Beiträge zu der Historie deS
Frankenlandes" (Bayreuth 1760 u. f.)
vom 4. Bande, der auch als der „Neuen
Beiträge" 1. Theil (ebd. 1792) erschien,
fort; — gründete im Jahre 1802 die
„Annalen der österreichischen Literatur und
Kunst", ein Organ, wie Oesterreich, die
geschmacklos redigirten „Wiener Jahr-
bücher der Literatur" mit eingerechnet,
nicht wieder besaß und auch heute nicht
besitzt, das er bis zum Jahre 1803 fort-
führte, worauf Sar to r i die Redaction
übernahm, ohne jedoch das Blatt auf
jener Höhe erhalten zu können, auf
welche es Schuttes' Geist, Kenntniß
und Eifer gehoben hatten; — besorgte
gemeinschaftlich mit I . I .Römer aus
Zürich und vom 3. Bande allein, dann
mit seinem Sohne die Herausgabe von
Linnö's: „Z^ätemg. v6F9t3.diI.ium 26-
oun6.um, öliges, oräinss, Sonera, sxs-
oies eto.", vol. I—VII (Stuttgart 1816
bis 1830, Cotta, gr. 8<>.) und der
tiS82 in vol. I—III 8VLt6lI12,ti5
dilwm Vto. (ebd. 1822-1827, gr. 8«.)
— und gab den ersten und zweiten Theil
von Karl Peter Thunberg'S „
5xei Xü-iaeg . . . " (Stuttgart
1823 u. 1824, Cotta, 8°. ma^) heraus. S., ein tüchtiger, vielseitig und in seinen
eigentlichen Fächern gründlich unterrich«
teter Mann, durch Reisen und Verkehr
mit Menschen viel erfahren, dabei wirk«
lich freiheitsbegeistert und immer das
Höchste anstrebend, gehörte zu jenen nie
aussterbenden, über Alle und Alles in
der Welt renommistisch schimpfenden Oe>
lehrten, die Alles besser wissen, oft aber
nicht immer besser machen, und eine eigene
Fertigkeit besitzen, stch die ganze Welt,
ja selbst die harmlosesten Seelen zu Fein«
den zu machen und sich die gegnerischen
Intriguanten ganz besonders auf den
Hals zu hetzen, wodurch sie sich ihre
Gegenwart und Zukunft und endlich ihre
ganze Existenz verderben. Schuttes
war eine mephistophelisch geartete Natur,
ein Geist, der immerdar verneint, wenn
er mitunter auch Gutes will. Bekannt
oder besser berüchtigt ist die Umschrift
des Halsbandes, das sein großer Hund
trug und welche lautete: „Ich bin deS
Doctor Schuttes Hund und wessen
Hund bist du?" —Sein in Wien (am
4. Februar 1804) geborner Sohn Julius
Hermann wurde gleichfalls Arzt und gra»
duirte 1823 zu LandShut, wo er nach
des Vaters Erkrankung Director an der
chirurgischen Schule wurde, spater aber
nach München als praktischer Arzt über-
fiedelte und dort im schönsten ManneS-
alter von 36 Jahren (am 4. Sep-
tember 1840) starb. Außer kleineren
medicinischen und botanischen, in Fach«
blättern zerstreut gedruckten Aufsätzen
war er als ständiger Mitarbeiter an
Dingler 's „Polytechnischem Journal"
thatig und hatte St ra t ingh 's „Ehe-
mischesHandbuch" undVital is ' „Hand»
buch der Färberei" in's Deutsche übersetzt.
Dingler's „Polytechnisches Journal" 183l,
im November-Heft. — Meyer (I.), DaS
große Conversations'Lexikon für die gebildeten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon