Page - 187 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
Image of the Page - 187 -
Text of the Page - 187 -
Schulz Leopold 187 Schulz Leopold
ten österreichischen Künstler, mit Moriz
Schwind, gearbeitet, der glücklicher
Weise kein Nazarener und der Romantik,
welche Schulz spater mit dem Nazare»
nerthum vertauschte, nicht abtrünnig, so
aber auch eine der leuchtendsten Gestalten
in der deutschen Künstlerwelt geworden
ist. Viele andere Gemälde des Künstlers
wurden nie ausgestellt, meist Altar« und
Heiligenbilder, find sie in Kirchen Oester«
reichS und im Privatbefitze zerstreut. Ein
großes Familienbild: die Familie des
preußischen Königshauses bringt Fried-
rich Wi lhelm I I I . zu seinem Geburts-
tage ihre Wünsche dar, ist durch eine
Lithographie von Lecke, betitelt: „Der
dritte August". bekannt geworden. Es
hat durch die 27 Bildnisse, welche das
Tableau umfaßt, historischen Werth. Von
Zeichnungen des Künstlers sind mir be>
kannt mehrere Blätter zu Ladislaus
Pyrker's: „Bilder aus dem Leben Jesu
und der Apostel" (Leipzig 1842, gr. 40.),
dann mehrere Blätter zu den von Ludw.
Aug. Frank l herausgegebenen „Sonn-
tagsblättern", als: „Friedrich der Schöne
und Ludwig der Bayer", später von dem
Künstler in einem größeren Oelgemälde
ausgeführt; — „Johann V. von Lurem«
bürg, gefallen 4343 in der Schlacht bei
Crecy"; — „Friedrich der Streitbare,
gest. 1267"; — „Ernst der Eiserne und
CimburgisvonMafsovien"; — „KarlV.
in St. Just", die beiden letzteren später
auch in größeren Gemälden ausgeführt;
sämmtlich Blätter, welche entfernt nicht
an die schönen, geistvollen Zeichnungen
Ioh. N. Geiger's in derselben Zeit»
schrift hinanreichen. Schulz war ein
Künstler und noch dazu ein nicht unbe-
deutender, aber er ist ein warnendes Bei»
spiel, auf welche Irrwege ein schönes
Talent durch eine unbestimmte Geschmacks«
richtung gedrängt werden kann. Treffend bemerkt der Kunsthistoriker Franz Reber
über ihn: „Unentschieden in Bezug auf
sein Stoffgebiet, wie er je nach Gelegen«
heit war, war er auch wandelbar Hin-
fichtlich seiner technischen Richtung, so
daß z. B. das Bild: „Ludwig der Bayer
eröffnet Friedrich dem Schönen seine
Freilassung", an die Lessi ng'sche Schule
gemahnt, während er später in den Com>
Positionen zu den „zehn Geboten Gottes"
und zu dem „christlichen Glaubensbekennt-
niffe" wieder seine alte cornelianische
Schule vorkehrte". Und doch war weder
das Eine, noch das Andere seine eigent«
liche Richtung. Wer seine „Hymnen Ho«
mers" und „Idyllen Theokrit's" in
München, seine zwei „Psychebilder", die
ihn an die Seite Meister Sch Wind's
stellen gesehen, ja selbst noch sein gestal«
tenreiches „Martyrium des heiligen Flo>
rian" im Stifte zu St. Florian bewun«
dert, erblickt in ihm einen Anderen, als
es Jener ist, der uns in seinen späteren
schablonenhaften, freilich immer technisch
correcten Heiligenbildern entgegentritt.
Für diese fehlt ihm der Schwung und,
die durch und durch religiöse Intention
eines Führ ich, während er in dem
kleinen Genre, das sich in seinen griechi«
schen und mythologischen Fresken aus-
spricht, der Mann am Platze war.
AllgemeineZeitung (Augsburg. Cotta, 4«.)
1873. Nr. 278. S. 5352: „Historienmaler 3eo<
'pold Schulz". — Frankl (Ludwig Aug.),
Sonntagsblätter (Wien. so,) 1842. S. 407,
in der „Atelierschau"; 1844, S. 22. — Die
Künstler aller Zeiten und Völker. Begon»
nen von Prof. Fr. Mü l le r . fortgesetzt von
Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart t86ft.
Ebner u. Seubert, gr.8<>.) Bd. I I I , S. 49s
^dieses so kostspielige und dabei so lückenhafte
Lexikon wird Einem bei seinem Gebrauche
durch seine Citate geradezu verleidet; waS
soll's z. B. mit einer Citation wie die fol-
gende: „Cotta'sches Kunstblatt 1836—1845"?
Nun blättere, armer Kunstforscher, die zehn
Jahrgänge des Kunstblattes Seite um Seite
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon