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Schulz Leopold 188 Schulz Leopold Karl
um und suche nach dem Namen Leopold
Schulz); Ergänzungsband (1870), S 39i.
— Meyer (I.)> Das große Conoersations»
Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburg«
hausen. Bibliographisches Institut, gr. 8<>.)
Zweite Abthlg. Bd. VI I I , S. 83. Nr. 14. -
Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines
Künftler-Lerikon (München 1839. E.A.Fleisch'
mann. 8°.) Bd. XVI, S. 6ss. — Nat ional '
Zeitung (Berliner Parteiblatt, Fol.) 1858,
Nr. 514. im Feuilleton: „Die allgemeine
deutsche Kunstausstellung in München", von
Ernst Förster, störst er schreibt über
Schulz: „Ebenso entschieden katholisch, aber
bei weitem nicht mit der Schärfe Füh rich's.
tritt Leopold Schulz auf. Was seinem
Wirken in weiteren Kreisen den Eingang ver«
sperrt, das ist die dem Katholicismus eigene
Materialisirung des Symbols, welche dem
Bilde, indem sie es zu wörtlich nimmt, die
poetische Bedeutung, die künstlerische Wirkung
nimmt. Sehen wir in einem alten Altarbilde
die Madonna auf dem Throne, rechts zwei
oder drei Heilige links ebenso viel. im Vor>
dergrunde den Donator oder mehrere, so
fällt uns nicht ein, daß damit?in Vorgang
bezeichnet sei. Wenn aber Schulz die Ma-
donna mit dem Kinde auf einem Postament
fitzend zeigt, das im Freien unter einer Eiche
vor einem Springbrunnen wie für eine Fest.
lichkeit aufgestellt worden, und wenn hier in
mannigfachen Stellungen amd Gebeiden eine
Anzahl Heiliger, die Schutzpatrone Oester«
reichs, knieen, stehen, kommen, sich gruppi«
ren, so bekommt das Ganze das Ansehen
eines wicklichen Ereignisses und man muß
fragen: Wie hat sich denn das Alles hier so
zugetragen, wann und zu welchem Zwecke?
Der feierliche Kirchenstyl verträgt die Natu.
ralisirung nicht, außer im Humor eines C o r»
reggio oder Paul Veronese und unter
dem Zauberpinsel Tizian's, und unter ihren
Händen hat er die Farbe und den Geist des
Jahrhunderts angenommen. Ein Carton von
Schulz spricht seine katholische Anschauungs«
weise noch entschiedener aus. Er ist als
„Glorie des Himmels" bezeichnet und be.
stimmt, in der Altlerchenfelder Kirche gemalt
zu werden. Eine Anzahl Heiliger ist zum Lobe
Gottes versammelt, mit Orgelspiel. Gesang
und andächtigem Denken und Leben. Der
Himmel thut sich auf über ihnen und in den
Wolken erscheint — nicht Gott Vater, nicht
Christus, nicht die Dreieinigkeit, sondern —
die Monstranz 1 Also selbst im Himmel gibt's keinen andern wahren Gott, als — die
Hostie!") — Neues Wiener Tagb la t t
(gr. 4".) 1868. Nr. 314, im Feuilleton: „Die
Oesterreicher auf der dritten deutschen Kunst»
ausstellung", von Ludwig Eckard t. —
Reber (Franz- Dr.) Geschichte der neueren
deutschen Kunst (Stuttgart 1876. Meyer u.
Zeller, gr. 8<>.) S. 344. 363 u. 443. — Scha.
den (Adolph von), Artistisches München im
Jahre 1833, nach von dortigen Künstlern
selbst entworfenen Artikeln (München 1836,
A. Weber. 8") S 149. — Wolny. Kirch-
liche Topographie von Mähren (Brünn,
gr. 8«.) Olmüher Erzdiöcese, Bd. V, S. 142.
— Kataloge der Iahres-Ausstellungen in
der k. k. Akademie der bildenden Künste bei
St, Anna in Wien (80.) 1828. 1836. 1838,
1839. 1840, 1842, t850 u. 1832. — Kata.
loge der Monats«Ausstellungen des österrei«
chischen Kunstvereins. 1833, August; 1862. No«
vember; 1372. März, April —
Monogramm des Historienmalers
Leopold Schulz:
Schulz von Straßnitzki, Leopold
Karl (Mathematiker, geb. zu Kra»
kau 31. Mär; 1803, gest. im Bade
VöSlau nächst Wien 9. Juni 1832).
Als Leopold geboren ward, diente sein
Vater als- 5. k. Kreiscommiffär in Gali«
zien. Seine Mutter Karol ine geb. von
Hi l lmayr verlor er. da er noch nicht
acht Jahre alt war. Früh erwachte deS
Knaben Lern» und Wißbegierde, und
kaum hatte er daS Lesen erlernt, als er
auch schon eine besondere Neigung für
Bücher an den Tag legte. Da er wegen
seiner fortgesetzten Kränklichkeit nicht viel
an den Spielen der Kinder theilnehmen
konnte, so gewöhnte er sich frühzeitig
daran, sich selbst zu genügen. Nach dem
im Jahre 1811 erfolgten Tode seiner
Mutter kam er mit seinem Bruder nach
Wien in die Obhut seines väterlichen
Großvaters Leopold Ludwig ^s. d.
S. 496^, der einen ganz entschiedenen
und nachhaltigen Einfluß auf seine Bil '
dungsrichtung nahm. Der Enkel hatte
sein ArbeitStischchen unmittelbar am
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book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon