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Schulz Leopold Karl
verfaßtes Buch: „Neber das geradlinige
Dreieck" — die bibliographischen Titel
seiner Werke folgen S. 195 — diesem
folgten: „Die Elemente der reinen Mathe»
matik, welch letzteres Director L i t t row
für das beste Buch der Mathematik
erklärte; und in der Zeit des Laibacher
Aufenthaltes arbeitete S. auch an den
„Elementen der AnalyfiS". Mit ah. Ent-
schließung vom 24. Juli 1834-wurde S.
zum Professor der Mathematik und prak»
tischen Geometrie für die Universität in
Lemberg ernannt. Nach einer fiebenjäh»
rigen segensreichen Wirksamkeit in Lai«
bach trat Schulz nunmehr seine lehr«
amtliche Thätigkeit in Lemberg an. Wie
vordem in Laibach, entwickelte S. in
Lemberg eine verdienstvolle Thätigkeit.
Gleich im Anfange seiner Wirksamkeit in
Lemberg legte er das philosophische
Doctorat ab und ward bereits im näch»
sten Jahre zum Decan dör philosophi-
schen Facultät erwählt. Mit dem Pro»
feffor der Philosophie, Dr. Franz von
St ro i l sk i (nachmaligen Director der
Universttäts'Bibliothek in Krakau), schloß
er eine dauernde und innige Freundschaft.
Um diese Zeit erschienen seine „Elemente
der reinen Geometrie" als zweiter Band
seiner „Elemente der Arithmetik". Aus
Gesundheitsrücksichten bewarb sich S.
bereits um die im Jahre l833 in Erle-
digung gekommene Lehrkanzel der höhe«
ien Mathematik an der Wiener Univerfi«
tat, erhielt aber nicht diese, sondern erst
mit ah. Entschließung vom 3. April 1838
die Lehrkanzel der Elementar-Mathema«
tik am Wiener Polytechnicum, während
jene dem Professor Sa lomon verliehen
wurde. Da sein jetziger Gehalt weniger
betrug, wurde dieser Abgang durch eine
Personalzulage gedeckt. Mit ah. Ent-
schließung vom 29. Jänner 1843 wurde
dann S. im Range und Gehalte den ^ Schulz Leopold Karl
übrigen Professoren des Institutes gleich-
gestellt und ihm, wie dem Prof. Salo«
mon gestattet, die Schüler wahrend
zwei Jahren durch die Elementar« und
höhere Mathematik zu, führen. Durch
Schulz'S Berufung nach Wien sollte
seine bisherige Thätigkeit eine andere
Richtung erhalten. Bis jetzt hatte er in
Schrift und Lehre vorzugsweise für Aka-
demien gewirkt; die Interessen des Insti»
tutes forderten eine geänderte Thätigkeit.
Manche, in einem höheren Lebensalter
stehend, wurden durch die leichte Zugang»
lichkeit und die humane Behandlungs«
weise an der Anstalt, welcher Prüfungs-
zwang oder nöthigende Vorschriften über
die Reihenfolge der zu besuchenden Vor-
lesungen fremd waren, dahin bewogen,
die technischen Studien zu ergreifen und
damit eine völlig neue Lebensbahn ein«
zuschlagen. Diesen geänderten Anforde-
rungen in der Lehrmethode wußte Schulz
bald in trefflicher Weise zu genügen; es
gelang ihm meisterlich, die an Fähig,
keiten Schwächeren herauszufinden und
sie durch fortwährende Beschäftigung
geistig zu heben, ohne dadurch die Talent-
volleren zu ermüden. Bei seinem so
gründlichen Vortrage gelang es ihm, be«
reitS in der Glementar-Mathematik ganze
Parthien durchzunehmen, die sonst erst
im Jahrgange der höheren Mathematik
gelehrt wurden, und in diesem Jahrgange
die dießfalls gesteckten Grenzen vielfach
zu erweitern. Schulz verstand es, den
Bedürfnissen der Anstalt vollkommen
nachzukommen und zur Hebung und
Blüthe der damals in ganz Deutschland '
im besten Rufe stehenden Wiener poly-
technischen Schule wesentlich beizutragen.
Außer den Vorträgen am Institute
supplirte er auch durch einige Jahre die
Mathematik an der philosophischen Fa-
cultät. Auf schriftstellerischem Wege suchte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon