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Schul) v. Straßnitzki) Familie 201 - v< Straßnitzki) Familie
70.000 Mann zählenden russischen Auriliav
Corps, das sich auf den ungarischen Kriegs,
schauplatz begab, mehrte die Anforderungen
des Dienstes, der dadurch schwieriger ward,
weil es galt, gegenüber den fremden Truppen
kräftig, doch ohne irgend zu verletzen, die
Zollgesetze gegen das Inland zu wahren.
Welche Umsicht und hilfreiche Thätigkeit S.
mit der Finanzwache am 17. August 1849
bei dem fürchterlichen Brande, welcher Brody
verheerte und an 400 Häuser einäscherte, ge>
leistet, das berichtet die amtliche Wiener Zei-
tung vom 4. October 1849, Nr 236, und be,
zeugt die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes
der Stadt an S. Im Jahre 1851 wurde S.
aus Gesundheitsrücksichten nach Böhmen über
setzt und ihm dort die Leitung einer der wich
tigsten Bezirksdirectionen, nämlich die an
Sachsen und Preußen grenzende, die Groß»
industrie von Reichenberg, Friedland, Tann«
wald, Gablonz, Turnau' u. s, w. umfassende,
übertragen und S. als Ministerial-Commissär
zur Durchführung desHoll, und HandelSuertra»
ges vom Jahre 1853 mit dem deutschen Zoll.
vereine an der preußisch'österreichischen Grenze
delegirt. Im Jahre 1864 erhielt S. die Lri»
tung der Finanzbezirks-Direction in Wiener»
Neustadt, welche er bis zu ihrer Auflassung
am 1. November 1867 führte, worauf er zur
Dienstleistung nach Wien einberufen wurde.
Im Juli 1868 trat S. als Oberfmanzrath
in den Ruhestand über. Preußen und Nuß»
land haben ihn mit ihren Decorationen aus»
gezeichnet. Seinen einzigen Sohn Leopold
Hugo raffte der Tod im Alter von 23 Jahren
dahin. Hingegen sind seines Bruders, des
Mathematikers Leopold Kar l , drei Söhne
Johann, Leopold Franz und Fried,
rich am Leben. — 5. Der älteste, Johann
(geb. 6. Juli 1831), hat nach beendeten Rechts«
studien die juridische Doktorwürde erlangt,
wählte die staatsdienstliche Laufbahn und ist
zur Zeit Ministerial-Secretür im Ackerbau»
Ministerium. In den Jahren 1839—1863 hat
er als Redactionsmitglied der von Höften
herausgegebenen „Austria" mehrere Aufsätze
national-ökonomischen Inhalts publicirt; auch
in der Stubenrauch'schen „Zeitschrift für
die innere Verwaltung" längere Anzeigen der
Werke von Lorenz Ste in gebracht. Er ist
mit Dorothea, Tochter des jüngst (l873) ver-
storbenen Dichters Hermann von HermannstHal,
vermalt. — 6. Sein jüngerer Bruder Leo-
pold Franz (geb. 3. Februar 1835) trat
gleichfalls in den Staatsdienst und ist zur Zeit Sectionsrath im Ministerium für Cultus
und Unterricht, in welchem er das Referat
für Unterrichts- und Kunstangelegenheiten
leitet. Auch er ist in seinem Gebiete durch
Aufsätze und Kritiken kunsthistorischen Inhalts,
welche in den „Recensionen für bildende
Kunst", in der mit der Wiener Zeitung in
den Jahren 1863—l865 verbundenen „Oester»
reichischen Wochenschrift", in der „Neuen
freien Presse" und in der „Deutscken Zeitung"
abgedruckt stehen, schriftstellerisch thätig. Von
diesen sind zu erwähnen in der Wochen»
schrift: „Waagen über Gemälde und zeich-
nende Künste in Oesterreich" (1862. S. 294,
299, 320. 341); — „Die Künstlerstivendien"
(ebd. 1863, S. 31); — in den (Czarto«
ryski'schen) „Recensionen und Mittheilun»
gen über bildende Kunst: „ I , Bach's Zeich»
nungen zu Dante's göttlicher Komödie" (1863,
S. 163. 170); — im Pest er L loyd: „Die
Gallerie Eßterhäzy" (1867. Nr. 30—34); —
in der Neuen freien Presse: „Führich'S
Zeichnungen zur Geschichte des verlorenen
Sohnes" (!870, Nr. 209!): — „Der neueste
Katalog der Gemälde.Gallerie im Belvedere"
(1870. Nr. 2033); — in der Wiener Zei-
tung: „Ein österreichischer Künstlei (Füh«
rich)" (1370. S. 814); — in der D eutschen
Zei tung: „Ueber die Reform des Unter»
richts an der Akademie der bildenden Künste
in Nien" (1872. Nr. 262); von seinen An<
zeigen und Berichten in den obengenannten
Recensionen: über „Serbiens byzanti<
nische Monumente" von Kanitz (1863,
S. 86); — über „Raphael Santi" von Wol .
zogen (ebd.. S. 137); — über „Das Hol'
brin-Aloum" von Wol tmann (ebd., S. 398);
— über „Wiens Getnalde»Gallerie" von
P^tti Paol i (ebd., S. 182); — in der
Neuen freien Presse: über „Michel An-
gelo, Lionardo und Nafael" von Charles
Cle ment (»869, Nr. 1903); — in Lützow's
Zeitschrift für bildende Kunst: über „Das
glückliche Wien" von Karl Grün (1869, -
I I , S. 380) u. m, a. Le opold Franz ist
mit Itatalie gedornen Freiin von Crimschütz
- vermalt. — 7. Der dritte Bruder Friedrich
(geb. 13. Juni 1836) widmete sich dem tech.
nischen Dienste und ist zur Zeit Ingenieur
bei der Kaiserin Elisabeth«(West<)Bahn. I n
der „Zeitschrift des österreichischen Ingenieur»
und Architekten-Vereins" ist auch er schrift»
stellerisch thätig; so erschienen von ihm:
„Schutz der Panzerplatten gegen die Einwir.
kungen des Seewassels" (Bd. XVI, S. 79);
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon