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bei dem 6. Bataillon dieses Regiments
als dasselbe den Feldzug des genannten
Jahres mitmachte. Während des Feld
zuges 1809 in Italien fand er bereits'
Gelegenheit, wichtigere Dienste zu leisten.
Er wurde damals c^ ls Bataillons» und
zeitweise auck als Regiments'Adjurant
verwendet und als solcher nach der
Schlacht an der Piave in der Nacht vom
8. auf den 9. Mai von dem unter Gene»
ral Kalnassy(?) abgeschnittenen Corps
mit einem Vertrauten durch die feind
lichen Vorposten, welche das Corps ein
geschlossen hielten, entsendet. Es gelang
ihm, sich glücklich durchzuschleichen und
nack Sacile zu dem Erzherzog Johann
zu gelangen, wodurch es ermöglicht
wurde, dem in ernsthafter Gefahr befind»
lichenCorps entsprechende Befehle zugehen
zu lassen, die es aus seiner Verlegenheit
zogen. Bei der Erstürmung der Leon«
Hardi-Vorstadt und des von den Fran»
zosen besetzten und hartnäckig vertheidig»
ten Schlosses zu Grah im genannten
Jahre war Schul zig der Erste mit
40 Mann in dasselbe eingedrungen. Im
Jahre 1813 lieferte Schulzig als 3ieu>
tenant den Entwurf zu der Militär-
Schwimmschule in Wien, erbaute die»
selbe an der Stelle, wo sie sich noch
jetzt befindet, und richtete sie als Unter»
director ein. Das Jahr früher hatte er
bereits zu Leitmeritz die erste Militär»
Schwimmschule eingerichtet, auch wurde er
wegen seiner besonderen ausgezeichneten
Verwendung zum CapitaN'Lieutenant bei
dem 1. Siebenbürger Iäger«Bataillon
befördert, nachdem er in demselben blos
kurze Zeit die Oberlieutenants-Charge be»
kleidet hatte. Im schon erwähnten Jahre
1813 führteer die Avantgarde eines unter
dem Oberstlieutenant Här ing stehenden
StreifcorpS. nahm am 29. März 1814
das vom Feinde sehr stark besetzte franzö« stsche Dorf Chirans im Sturme, faßte
dann auf einem Hügel, der den Schlüssel
der Stellung bildete. Posto und hielt
hier vom Mittag bis 3 Uhr Nachmittags
Stand, wo er durch eine Musketenkugel
schwer verwundet wurde und von seiner
über 19l) Mann zahlenden Compagnie
blos 28 Mann unverwundet geblieben
waren. Für diese ausgezeichnete Verthei<
digung, die man noch später bisweilen
als Muster aufgestellt hat, wurde Schul-
zig durch den Feldmarschall-Lieutenanl
Grafen Ignaz Hardegg dem Ober-
befehlshaber besonders anempfohlen und
außer der Tour zum wirklichen Haupt-
mann befördert. Nach der Auflösung des
blos auf Kriegsdauer aufgestellten Sie«
benbmger Iäger»Bataillons wurde er
1816 zu Kaiser«Iäger eingetheilt und
leitete dort den Unterricht in der von
ihm eingerichteten Bajonnet» , Pointe-
und Spadon-Fechtschule. Zwei Jahre
später wurde S ch ulzig zum 2. Jäger-
Bataillon übersetzt und reichte im Jahre
1819 dem Hofkriegsrathe einen Entwurf
ein, wie die Mannschaft mit trockener
Montur und Armatur, ohne Anwendung
von Schiffen oder Plätten, im schlagferti-
gen Zustande auf das jenseitige Ufer eines
Flusses zu schaffen sei. Der Entwurf fand
ehremverthe Anerkennung. Im Jahre
1828 wurde Schulzig zum Infanterie»
Regimente Geppert als Hauptmann,
Lehrer und Leiter der Officiers» und Ca-
detenschule transferirt und bald darauf
zum Major befördert. Aehnliche Dienste
als Unterrichter, und zwar in der Si«
tuationszeichnung und Militäraufnahme^
hatte er schon in den Jahren 1810 bis
1312 in dem Regimente Simbschen und
dann im Regimente Vogelsang Nr. 4?
geleistet. Im Jahre 1834 zum Oberst,
ieutenant und zwei Jahre spater zum
Obersten bei dem Infanterie>Regimente
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon