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seinem Amte, auS welchem er im Jahre
1834 in Ruhestand übertrat, und so be«
liebt seines humanen Sinnes und seiner
sonstigen trefflichen Eigenschaften wegen
S. bei seinen Amtscollegen und Unter«
gebenen war. so ist es doch nicht dieß.
was ihm für dieses Werk eine Eignung
verleiht; sondern seine Verwandtschaft
mit Lenou, dessen Schwester seit 1814
seine Gattin gewesen, und die nahezu
fanatische Begeisterung, die er für den
Dichter— nicht zur Schau trug, sondern
thatsachlich — empfand, verbunden mit
seinem eigenen Streben und Ringen nach
höheren Zielen, geben ihm ein Anrecht
auf einen Platz unter Oesterreichs denk»
würdigen Persönlichkeiten. Ueber daS
innige Verhältniß, welches zwischen 3e.
nau und Schurz ihr lebelang bestan«
dcn, gibt die ausführliche Biographie
Schurzens über Lenau genügende
Aufschlüsse. Diese Biographie erschien in
zwei stattlichen Banden unter dem Titel:
,VlNüu'5 Aben. Grüsltentheils an« des Nichters
tigknen Hrikten" (Stuttgart 1833, Cotta,
8o.). Sie ist mit einer Pietät ohneglei-
chen geschrieben und bietet wohl eine
Fülle interessantesten Materials, ist aber
doch nur mehr Material und Grund«
läge für einen künftigen Biographen deS
unglücklichen Dichters. Schurz hat über>
dieß schon früher Lyrisches in Taschen«
büchern und Almanachen erscheinen lassen
und eine Sammlung seiner Poesien unter
dem Titel: .Gedichte" (Stuttgart 1841,
Hallberger, 8<>.) herausgegeben. Feiner
veröffentlichte er in dem von KrauS
herausgegebenen .Jahrbuch für Bergbau
und Hüttenkunde" eine „Beschreibung
des großen Grubenbrandes im Queck»
silberbergwerke Idria im Jahre 1846";
im 1. Bande des ,Albums österreichischer
Dichter" (Wien 1830, Pfautsch. 8<>.)
einen „LebenSabriß Nikolaus Lenau's"; im Jahrgange 1831 des Taschenbuches
„Gedenke mein" Proben einer größeren
Arbeit, welche den Titel führt: „Eine
Dichterwoche, oder Lustflug von Wien
auf den Wechsel". I n Handschrift hin«
terließ er eine umfassende Biographie
des Dichters Math. Leopold Schleifer
sBd. XXX, .S. 82) und einen Roman-
zenkranz über Speckbacher. Schurz
starb im Alter von 65 Jahren und liegt
auf dem Friedhofe von Weidling, wo
Lenau ruht, neben ihm begraben.
Schurz war eine nicht uninteressante,
durch und durch originelle Persönlichkeit.
Die Sommerfrische brachte er gewöhnlich
in Weidling zu, da er gleichsam alK
Wächter des Grabes Lenau's demselben
nahe sein wollte. Dort lernte ihn Her-
aüsgeber dieses Lexikons kennen und ver-
lebte ein paar schöne Nachmittagsstunden
in seiner Gesellschaft. — Daselbst be-
fand sich auch seine Tochter Katharina»
bamalS ein munteres angenehmes Mad«
chen. das sich, da ihr Vater selbst ein
tüchtiger Sänger und Mitglied deS Wie«
ner Mufikvereins war, im Gesänge aus«
bildete und nach des Vaters Tode, da
sie eine schöne Altstimme-besaß, als Sän-
gerin zur Bühne ging. Im Jahre 1867
wurde Fraulein Kathar ina Schurz,
als Altistin im Stadttheater in RegenS-
bürg engagirt und hat daselbst mit gro»
ßem Beifalle gesungen. Später sang sie
in Salzburg und auf anderen Bühnen.
Wiener Theater-Zei tung. Herausg. von
Morländer. 1860, Nr. 1, in den Kunst,
notizen. — Wanderer (Wiener polit. Blatt»
Fol.) 1839, Nr. 299, in den Tagesneuigkeiten.
— Wiener Zeitung 1839. Nr. 333,
S. 3587. — Didaskal ia . Blätter für
Geist, Gemüth und Puolicität (Frankfurt
a. M.. 4o.) 1860. Nr. 11 snach dieser gest.
am 29. December 1859).
Schurz, Karl (General«Major).
Ueber einen kais. General dieses Namenö
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon