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Schuselka 223 Schuselka
berichten die Presse 4866. Nr. 299.—
daS Fremden > B la t t von Gustav
Heine (Wien. 40.) 4866. Nr. 230, —
und das Neue Frernden>Blat t
1866. Nr. 230. alle drei unter der glei«
chen Rubrik: „Kriegschronik", daß der«
selbe bei Königgratz geblieben und wid-
men ihm einen ausführlichen Nekrolog.
Der Name Schurz ist unrichtig. Es ist
unter diesem Karl Schurz der General«
Major Karl Schulz zu verstehen, der
mit seinem Adjutanten Paul v. Moser
am 3. Juli 1866 vor Königgrätz auf
dem Felde der Ehre geblieben und deffen
schon in diesem Bande, S. 182. ausführ«
licher gedacht wurde.
Schllselkll, Franz (Publ ic ist und
Abgeordneter des Frankfurter Par-
laments im Jahre 1848. geb. zu Bud«
weis in Böhmen am 13. August 1812,
n. A. bereits 1811). Seine verschiedenen
Biographen lassen ihn den Sohn eines
niederen Beamten sein. Bei dem Toaste,
den Schuselka selbst während des Fest«
effens, das anläßlich seiner Wiederwahl
im Bezirke Alsergrund stattgefunden
hatte, ausgebracht, versprach er, „nie zu
vergessen, daß er aus den untersten
Schichten des Volkes — sein Vater starb
als Artillerie-Corporal — hervorgegan«
gen sei". Bereits als Kind kam er mit
seinen Eltern nach Wien und daselbst
besuchte er daS Gymnasium, gab aber
auch, um den mittellosen Eltern eine
Stütze zu sein, Privatunterricht. Spater
bezog er die Wiener Hochschule, widmete
sich daselbst den Studien der Rechts«
Wissenschaften, nach deren Beendigung er
bei dem Wiener Criminal.Se»ate als
Praktikant eintrat. Diese Stellung sagte
ihm aber nicht im Mindesten zu und so
verließ er sie denn schon in kurzer Zeit.
Er trat nun als Privatlehrer in die Familien des Grafen Friedrich Deym
Md. I I I , S. 277, im Texte) und später
in jener des Fürsten August Longin Lob-
kowitz lBd.XV) S. 337) ein. Auch trat
er um diese Zeit mit einigen theils popu»
lären, theils unterhaltenden Schriften,
wie „Karl Gutherz" und „Lustiges und
Lehrreiches" stie bibliographischen Titel
seiner Schriften folgen auf S. 229^ > in
die Oeffentlichkeit. Zu gleicher Zeit schrieb
er für die „Zeilschrift für österreichische
Nechtsgelehrsamkeit" criminalistische Ab«
Handlungen, und zwar: „Ueber einen
Crimwal-Rechtsfall" (1836. Bd. I,
S. 213). welcher in Fr. Zini'S italieni«
scher Zeitschrift: „Aiuri8pruä6N22. prg.»
tioa« (1836, I , v. 213) übersetzt er-
schien; — dann „Bemerkungen über
§§ 38 und 363 des Strafgesetzbuches,
I. Theils" (1841, Bd. I I , S. 297) —
und ,Kann man überhaupt und nach
österreichischen Gesetzen insbesondere durch
Unterlassung das Verbrechen des Mordes
begehen?" (1839. Bd. I I , S. 333).
Conflicte, in welche er mit der österreichi«
schen Censur — ein im Vormärz nur zu
hausiges Vorkommniß — gerathen sein
soll. sowie überhaupt der Druck, der auf
jeder freien Geistesrichtung im Kaiser«
staate lastete, bestimmten ihn, denselben
zu verlassen und in Deutschland sein
Glück zu versuchen. Er begab sich zuvor«
derst nach Weimar, aber daselbst war die
Goethe« Schiller'sche Periode nur
mehr eine Erinnerung, ein literarisches,
wissenschaftliches Leben, wie eS der junge,
dem Bann der Gedanken entronnene
Flüchtling suchte, gab es nicht mehr, so
zog er denn eine «Station weiter und
machte in der benachbarten Universitats«
stadt Jena Halt. Dort nahm er für
einige Zeit bleibenden Aufenthalt, ge«
wann in den von Liebe zur Wissenschaft
durchgeistigten Kreisen der dortigen Ge-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon