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Schuselka-Krünning 236 Schuftekh-Herve
selben nahezu dreiviertel Jahre. Hatte
sie früher als Soubrette im Genre der
Dejazet sich zu einer Berühmtheit em«
porgeschwungen, so war sie nun in das
Fach der Heldenmütter übergegangen
und spielte Rollen, wie die El isabeth
in „Effer". die Dorothea im,Testa«
ment des großen Kurfürsten", die Fia»
mina u. f. w. Im Herbste 1834 eröff.
nete sie wieder ein Gastspiel im Theater
an der Wien und zu Ostern 1883 über«
nahm sie die Direction deS Theaters in
3inz auf zwei Jahre, welche anfangs
April 1837 zu Ende ging. Ende Juni
1836 begann sie im Vereine mit ihren
Töchtern Olga und Bertha ein Gast-
spiel im Wiener Carl-Theater, im Jahre
1839 eines im Weimarer Hoftheater.
Im Jahre 1863 übernahm sie die Di-
rektion eines deutschen Theaters in Paris,
im Saale Beethoven auf dem Louis-
varä. des Italiens, und fungirte der be>
rüchtigte Camillo Schlechta als Theo
ter-Secretar und Dramaturg bei demsel»
ben. Aber obgleich sich Kaiser Napo«
leon für das Unternehmen interesfirte,
erhielt es sich nur bis zum Jahre 1864.
Im folgenden hielt Frau Sch..Bi. dra-
matische Vorlesungen, deren Gegenstand
die Meisterwerke der deutschen Dichtung,
wie „Faust". „Braut von Mesfina",
„Emilia Galotti", „Sohn der Wildniß",
„Nathan der Weise", „Don CarloS".
„Maria Stuart", „Fechter von Ra-
venna" u. s. w.. waren. Sie begleitete
ihre Vortrage mit kurzen Notizen über
Autor und Stück und gab in franzö»
fischer Sprache eine Analyse der Scenen.
Während der vorbeschriebenen Periode
war sie auch schriftstellerisch für ihr Fach
thatig gewesen. So hatte sie schon im
Jahre 1844 mehrere Bearbeitungen klei-
ner französischer Stücke für die deutsche
Bühne, als: „Zu Hause", ,Auf dem Dache" und „ In der Barbierftube zu
Meudon" , ausgeführt und dieselben
unter dem Gesammttitel: „Nie kleinen
Veiden des menschlichen Vebens" im Theater
an der Wien zur Aufführung gebracht;
ihr Stück: „Jeunnettens Hochzeit", ob Ori»
ginal oder auch nur Bearbeitung, ist
nicht angedeutet, ist im Jahre 1834 in
Dresden durchgefallen. Im Jahre 1839
war sie mit einer Bearbeitung von Alex.
Dumas' üi8 Schauspiel: „1^6 pörs
proäiFus" beschäftigt. I n der Car l .
schen Vaudeville-Periode soll sie auch
ihrem Director manches Opern- und
Pofferi'Sujet in ein Vaudeville verhall»
hörnen geholfen haben. Frau Ida Sch.
lebt gegenwärtig in Paris, wo sie eine
Schule für deutsche Sprache und Litera«
tur hält. Alljährlich besucht sie im Spät«
sommer ihren Gatten in Wien und ver»
weilt einige Wochen in Schottwien, wo
sie in einem ihr gehörigen Häuschen
ihre Sommerfrische verlebt. Ihre beiden
Töchter find verheirathet, die ältere,
Olga, an einen Kaufmann in Moskau.
Ihr Sohn Ernst studirt die Rechte in
Wien.
Wanderer (Wiener Untechaltungsblatt. 4«.)
1844. Nr. 64. S. 234. im „Kurier der Thea.
ter und Spectakel". — Wiener Zei tung
4865. Nr. 61. S. 79l. — Europa. Von
Gust.Kühne. 1859. S. 1684. — Theater»
Zei tung, herausg. von Adolph Bäuer le
(Wien. gr. -4°.) 1854. Nr. 11. S. 61. —
Kaiser (Friedrich). Unter fünfzehn Theater»
Directoren. Bunte Bilder aus der Wiener
Bühnenwelt (Wien 1870, R. v. Waldheim,
12«.) S. 119. 126—129. 178, 191, 192. —
Porträt. Facsimile des Namenszuges: Ida
Schuselka-Brünnina. Lichogr. von Prinz ho»
fer 1834 (Wien. Müller. Fol.).
Schllstekh-HerVe, Emanuel Freiherr
(k. k. Feldmarschal l .Lieutenant
und Ritter des Maria Therefien<OrdenS,
geb. zu Szegedin in Ungarn 10. Octo»
ber i732, gest. zu Hermannstadt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon