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Schuster, Ignaz Schufte^ Ignaz
zuwendete. In der Rolle als Hiero»
pH ant in der im Jahre 1803 gegebenen
Travestie: „Die neue Alcefte" erkannte
man aber seine volle Begabung; als der
Beifall über seine Leistung im Hause noch
immer nicht enden wollte, trat Anton
Baumann sBd. I /S. 190). selbst einer
der besten Komiker seiner Zeit. mit dem Ge-
rufenen vor die Rampe und rief: „Das ist
einmal ein Schuster, der nicht nach dem
gewöhnlichen Leisten arbeitet". Es war
keine Kleinigkeit, sich an einer Bühne
zum Lieblinge des Publicums emporzu»
arbeiten, an welcher zu gleicher Zeit
Kräfte, wie Laroche, Hasenhu t .
Baumann, Sa r to ry , Ziegelhau,
ser im komischen Fache glänzten. Län-
gere Zeit spielte nun S. die Hauptrollen
in den Perinet'schen j^Bd. XXII ,
S. 20^ Parodien und in den alten
K r i e g ste i ner'schen ^Bd. XI I I ,
S. 218^ > Localpoffen. bis zwei neue
Volksdichter, Adolph Bäuerle ^Bd. I,
S. 118 j^ und Karl Meis l ^Bd. XVN,
S. 284^j, auftraten und, Schuster's
eigentliche Stärke erkennend, ihre Stücke
im näcksten Hinblicke auf ihn schrieben.
Insbesondere eine Charge war es, in
welcher Schuster außergewöhnliches
Glück hatte, nämlich die Rolle des „Sta«
berl" in Bäuerle's Stück: „Die Bür-
ger in Wien", welches im Jahre 1813
zum ersten Male aufgeführt wurde und
den Reigen der sogenannten „Staberlia-
den" eröffnete, welche geraume Zeit hin-
durch daS Zwerchfell der Wiener erschüt»
terten und noch einer anderen komischen
Kraft, dem Director Car l , Gelegenheit
boten, daS Publicum zu ergötzen, wenn»
gleich sich die Leistungen Beider in der
Rolle des „Staberl" zu einander ver»
halten wie Caricatur (Carl) und Natur
(Schuster). Welchen Erfolg diese Posse
in Wien und vornehmlich durch Schu«
v. Würz bach, biogr.Leiikon. XXXII. sGe> ster's Meisterleistung hatte, erhellet schorr
aus dem Umstände, daß dieselbe während
des Congreffes an hundertmal und ftetS
bei überfülltem Hause gegeben wurde.
Ignaz Schuster als „Staberl" war
eine Type geworden, welche alle drama«
tischen Halb-, Drittels- und Viertels-
talente auf den Provinzbühnen nach«
ahmten, denn jeder Komiker, wollte er
sich halten und beliebt machen, mußte
a 1a Schuster und a Ia S t a b e r l
agiren. Als Schuster zu Anbeginn deS
Jahres 1818 schwer erkrankte und AlleS
fürchtete, ihn zu verlieren, da zeigte sich
die Theilnahme des Wiener Publicums
für den beliebten Komiker, und der Sm»
pfang, der ihm beim ersten Auftreten nach
seiner Genesung, am 17. April, in der
Rolle des Tancredi von Seite des
Publicums wurde, glich förmlich einem
Feste. Nach dem „Staberl" sollte aber
noch eine andere Rolle kommen, die
Schuster's Talent von einer anderen
Seite, im geschulten Gesänge, zeigte
und im Erfolge nicht weniger glänzend
ausfiel, als eben der „Staberl".
Bauerle hatte nämlich in Rücksicht der
tüchtigen musikalischen Ausbildung S chu-
fter's das Lustspiel: „Die falsche Prima»
donna" geschrieben, deffen erste Auffüh-
rung am 24. December 1818 stattfand.
Schuster's Leistung in der Rolle des
Schauspielers Lustig war einzig in ihrer
Art. Im folgenden Jahre fand ein
eigenes, auf Bühnen nicht seltenes, in
seinem Ausgange aber vielleicht einzig
dastehendes Ereigniß Statt. Am 16. April
1819 ging nämlich Meisl 's Quodlibet:
„Die beiden Spadifankerln", in welchem
Ferdinand Raimund die Hauptrolle
spielte, in die Scene. AlsRaimund aber
so erkrankte, daß an sein Auftreten in
nächster Zeit nicht zu denken war, übertrug
die Direction seine Rolle an Schufter,
r. 29.Mai t«?6.) 16
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon