Page - 251 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32
Image of the Page - 251 -
Text of the Page - 251 -
Joseph 281 Schuster, Joseph
(Wien i837, Staatsdruckerei, kl. 40.) S. 626
u. 1?43. — Wappen. Von Silber und
Schwarz quergetheilter Schild. In der oberen
silbernen Hälfte ein gespannter Bogen mit
drei roth gefiederten Pfeilen; in der unteren
schwarzen Hälfte sieht man ein goldenes Post»
Horn. Auf dem Schilde ruht die Freiherrn»
kröne, uuf welcher ein in's Visir gestellter
gekrönter Turnierhelm sich erhebt. Die Krone
des Helms trägt zwei von einander gekehrte
Büffelhörner, deren rechtes schwarz über
' Gold. linkes silbern über schwarz quergetheilt
ist und welchen ein rothgekleideter Mann mit
weißer Binde, rother Zipfelmütze, der cinen
rothbesiederten Pfeil auf dem Bogen zum
Abschuß bereit hält, eingestellt ist. Die Helm«
decken sind beiderseits schwarz, rechts mit
Gold. links mit Silber unterlegt. Schi ld'
Halter-, zwei goldene aufgerichtete Löwen,
welche den Schild'mit ihren Vorderpranken
anfassen.
Schuster, Joseph (Blumenmaler,
geb. zu Grätz nächst Troppcm in Oefter-
reichisch'Schleslen im Jahre 5812). Der
Großvater des Künstlers hieß Simon,
war Kirckenschneider bei den Schotten in
Wien und besaß überdieß das Wirths«
haus „zum Staberl" in Wien. S imon
hatte unter mehreren Kindern die Söhne
Joseph und Ignaz. Ignaz ist der
nachmalige berühmte Volkskomiker, dessen
Lebensgang in einer besonderen Biogra«
phie ^S.240 u. f.) dargestellt wurde, und
ist somit ein Onkel unseres Blumen«
malers; Joseph, der Vater unseres
Künstlers und Bruder des Ignaz, besaß
gleich diesem viel komiscbes Talent und
trat auch zuweilen als Dilettant auf. Die
Mutter unseres Künstlers, Anna ge-
borne Kaimer, stammt aus Nußland
.und war mit ihrer Familie ausgewan»
deri. Die Eltern, die einige Zeit in Schle«
fien gelebt, übersiedelten spater nach
Wien. wo der kleine Joseph die Nor»
mal- und Realschule und die zwei ersten
Gymnasialclassen besuchte, aber. durch
einen Besuch seiner Mutter bei Maler
Johann Fischbach j^Bd. IV, S. 236) angeregt, schon frühzeitig Talent zur
Kunst zeigte und den Wunsch auSsprach,
Maler zu werden. Der Vater aber, der
zu jener Zeit Zuckerbäckereichef im Haufe
des kais. FeldmarschallS Johann Fürsten
Liechtenstein war, bestimmte den
Sohn für sein Geschäft, die Zucker-
bäckerei. Es wäre wohl bei der Be<
stimmung des Vaters geblieben, wenn
nicht zufällig der Professor Mößmer
<M. XVII l , S. 431) einige Zeichnun-
gen des Knaben gesehen und dessen Ta»
lent erkannt hätte. Mößrner gab der
jungen Prinzessin Liechtenstein Unter«
richt im Zeichnen, erwähnte des Knaben
und seines Talents, der Fürst erhielt
davon Kenntniß und befiehlt sofort:
„Der Junge muß auf die Akademie",
und aus dem Zuckerbäcker in 8^6 wurde
ein Blumenmaler in re. Auf der Aka-
demie bildete sich der junge Schuster
unter Mößmer , Sebastian
mayer und Franz Petter ^Bd.
S. 137^, welch Letzterer den meisten Ein»
fluß auf den talentvollen Schüler übte.
Die Stellung des Vaters im fürstlichen
Hause ermöglichte es diesem, seinen Sohn
im Dienste des Fürsten unterzubringen;
dieser Dienst ließ ihm genug Muße. um
seine Kunst zu üben. Als Fürst Johann
im April 5836 starb, wünschte die Witwe,
eine geborne Landgräsin von Fürsten«
berg, daß er auch ferner irr ihren Dien»
sten verbleibe, und er blieb in denselben
bis zu ihrem im Jahre 1848 erfolgten
Tode. Wahrend seiner Dienstzeit im
fürstlichen Hause erscheint S. mehr als
Dilettant, denn als zünftiger Künstler,
von 1843 ab widmete er sich aber aus«
schließlich der Kunst, die nun sein IebenS-
erwerb wurde. Durch ein Nervenleiden
(okiks), welches sich S. an den Füßen
zugezogen,, war er genöthigt, auf An-
rathen seines Arztes die Heilquellen von
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schrötter-Schwicker, Volume 32"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon