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Schwab 263 Schwab
von Sch. trat, 17 Jahre alt, als Cadet
in das 29. Infanterie-Regiment, damals
Herzog von Nassau, wurde 1832 Fähn
rich, 1838 Lieutenant. 1844 Oberlieute
nant im Regiments und am 1. Mai 1848
Hauptmcmn im 1. Wiener Freiwilligen»,
später 24. Iäger-Bataillon. Daselbst
hatte er Gelegenheit, seine organisatori
schen Kenntnisse und Diensteserfahrungen
bei der Zusammenstellung und Ausbil-
dung der disparatesten Elemente zu er>
proben. Das Bataillon wurde eigentlich
während des Marsches auf den Kriegs
schauplatz in Italien herangebildet. Da
selbst Ende Mai angelangt, zur Ein-
schlicßung von Palmanova, dann zu
jener von Venedig beigezogen, im Feld
zuge 1849 aber zur Hauptarmee einge
theilt und daselbst in der provisorischen
Division Wimpf fen vor Casale und
am Po erfolgreich verwendet. Am9. April
1838 zum Major beim Tiroler Jäger»
Regimente Kaiser befördert, machte
Schwab als Commandant des 3. Ba>
taillons dieses Regiments den Feldzug
1839 in Italien in der Brigade Phi-
l ippovich des 8. Armeecorps mit. I n
der Schlacht bei Solferino wirkte das
Bataillon mit glänzendem Erfolge bei
Erstürmung von S. Martino mit, gegen
Abend, als der Rückzug über den Mincio
bereits angeordnet war, ward es aber
als Bedeckung für die bei Casa Ortciglia
aufgestellten 16 Geschütze bestimmt. Um
6 Uhr griffen die Sarden erneuert an,
drängten den rechten Flügel des Armee»
corps zurück und bedrohten die Batterie
derart, daß sie ihr bisher sehr wirksames
Feuer einstellte. Major von Schwab
ging nun, eine Compagnie zum unmittel»
baren Schutze der Batterie zurücklassend,
offensiv in die Flanke der Italiener vor,
degagirte dadurch den gewichenen rechten
Flügel, brachte den Feind in Unordnung und drängte denselben im Vereine mit
den wieder raillirten Truppen des rechten
Flügels zurück, so daß die Stellung von
S. Martino bis zum erneuerten Rück-
zugsbefehle behauptet wurde. Schwab
erhielt für sein ausgezeichnetes, umsichti«
ges und tapfe-res Benehmen in der
Schlacht bei Solferino den Orden der
eisernen Krone 3. Classe mit Kriegsdeco»
rarion, ia Folge dessen er im Jahre
1867 in den Ritterstand erhoben wurde.
Am 16. Jänner 1860 wurde Schwab
Oberstlieutenant und Commandant des
14. Jag er »Bataillons, und machte 'sich
um die Ausbildung dieses früher aus der
Lombardie ergänzten Bataillons sehr ver>
dient, indem er durch geschickt geleitete
Feldübungen, sowie durch guten Schieß-
unterricht Osficiere und Mannschaft auf
eine ausgezeichnete Stufe brachte. Am
14. Juni 1863 zum Obersten befördert,
machte Schwad mit dem 1l. Jäger-
Bataillon den Feldzug 1864 gegen die
Dänen mit, und zwar das Gefecht bei
Loopstedt, 3. Februar, dann bei Fahr»
dorf, am 4. Februar, endlich die Be»
rennung von Fridericia vom 19. bis
21. März, und erhielt wegen seiner
verdienstlichen Leistungen bei Fridericia
die ah. belobende Anerkennung, später
den kön. preußischen KroN'Orden 2. Classe
mit den Schwertern, schon früher hatte
er daS Comthurkreuz 2. Classe des groß»
herzoglich hessischen Philipp-Ordens er-
halten. Im Feldzuge 4366 war Oberst
Schwabe mit seinem Bataillon in der
Brigade Safsran des 2. ArmeecorpS
eingetheilt; in der Schlacht bei König«
gratz zum dritten Angriffe auf den Swiep»
wald beigezogen, drang Schwab mit
seinen Jägern, zwar mit großen Ver»
lusten, ein, drängte jedoch den Feind bis
an den nordwestlichen Waldrand zurück.
Der beim -Erscheinen der feindlichen zwei-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon