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Schmanberg 272 Schwanberg
Redekunst, dann bei den Ordenszöglm«
gen in den mathematischen und philoso«
phischen Disciplinen verwendet wurde.
Mit Erlaubniß seiner Oberen nahm er
alsdann eine Erzicherstelle in den Farm«
lien der Grafen Pachta und Thun an,
und zuletzt wurde er Feldcaplan im k. k.
Regimente Harrach, als welcher er im
Alter von erst 49 Jahren starb. Er
schrieb in lateinischer Sprache: „Kurze
Lebensbeschreibungen der sämmtlichen
böhmischen und mahrischen Gelehrten
sammt Angabe ihrer Werke". welches
im Manuscripte befindliche Werk noch in
Prag aufbewahrt wird.
Schaller (Iaroslaus), Kurze Lebensbeschrei»
bungen jener verstorbenen gelehrten Männer
nutz dem Orden der frommen Schulen, die
sich durch ihr Talent u. s. w. ausgezeichnet
haben (Prag 1799, Ger^bek, 8".) S. l46.
Echwanberg, unrichtig auch SchwlttU-
berg, die Herren von. Ein altes böhmi»
sches Dynastengeschlecht, das nach seiner
Stammburg Krasykow auch den Namen
der Herren Krasykowsky führte, meh-
rere berühmte Sproßen zahltr, nach dem
Erlöschen des Rosenber g'scheu Hauses
mit dem 1611 erfolgten Ableben Peter
Wuk's von Ro senbe rg die Herrschaf-
ten desselben ererbte, mit seinem Stamm»
Wappen jenes der Rosenberge ver«
einigte und mit Adam von Schwan»
berg, der am 24. December 1664, ohne
Nachkommen aus seiner Ehe mitKatha«
rina Repicky von Sudomer zu hin.
terlassen, starb, erloschen zu sein schien.
Die älteste urkundliche Nachricht dieses
Geschlechtes reicht in den Anfang des
13. Jahrhunderts zurück, wo zwei Brü-
der, Neu stup und Bohus law von
Schwanberg, in der Bestätigungs-
urkunde der Stiftungen und Besitzungen
des Klosters Ostrow, welche König Prze-
mysl Ottocar ääo. 17. Jänner 1203 erließ, als Zeugen erscheinen. Das Ge»
schlecht breitete sich bald in mächtiger
Weise aus und seine Mitglieder sprachen
in entscheidender Weise in Angelegenheiten
der böhmischen Krone mit. — 1) Bohu-
slaw von S. hatte 1419—1421 für den
König und die katholische Religion gegen
Ziska und die Taboriten gekämpft. Als
diese nun seine Burg zerstörten und ihn
selbst gefangen nahmen, die Königlichen
aber für seine Befreiung keine Schritte
machten, sich überhaupt nicht mehr um
ihn kümmerten, machte Bohus law
weiters auch keine Umstände mehr, trat
zur Partei der Taboriten über und wurde
in kurzer Zeit einer der größten Anführer
derselben und nach Hiska's Tode an des«
sen Stelle deren oberster Feldhauptmann,
Nachdem er im November 1423 die Stadt
Reh in Niederösterreich erobert, starb er
wenige Tage darnach an einer in diesem
Kampfe erhaltenen Verwundung. —
2) Sein jüngerer Bruder Hynek Kru-
syna (gest. um 1433) blieb treu der
Sache des Königs, bekämpfte, energisch
die Hussiten und verfocht mit unerschüt«
tcrlicher Standhaftigkeit daS königliche
Interesse und den katholischen Glauben.
— 3) Sein einziger Sohn Bohuslaw
(gest. 1489), hob in ansehnlicher Weise
Besitz und Einfluß seines Geschlechts; er
gehörte dem von Zd enko von Stern«
berg gegen Georg von Podiebrad
in's Leben gerufenen Grünberger Herren«
bunde an und war ein standhafter An»
Hänger des Gegenkönigs Math ias von
Ungarn. — 4) Johann Crasmus von
S. (gest. 1380) war 1361—1566 Oberst.
Münzmeister des Königreichs Böhmen,
1372 Mitglied der Commission zur
Untersuchung der Ioachimschaler Sil<
berwerke und noch 1373 Mitglied des
Landtags. Eine auf ihn geprägte Denk»
münze zeigt uns noch sein Ebenbild.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon