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Schwanberg 274 Schwanberg
Thatsächlich haben sich neben der von
Bohuslaw gestifteten Hauptlinie der
Schwanberg zu Ende des 18. und
Anbeginn des 16. Jahrhunderts mehrere
Nebenlinien, wie die Schwanberg auf
Strebel, aufHradek, aufMuckow.
llufPllmda«Königswarth, aufRo»
kican u. s. w. gebildet, mehrere derselben
find allmälig erloschen und ihr Besitz
ist auf andere Linien ihres Hauses oder
auch auf fremde Familien übergegangen;
mehrere hingegen sind verarmt. Unter
diesen letzteren befindet sich eine Seiten«
linie. die
sich auf einer Rusticalwirthschaft
im Dorfe Iesenic schon seit Beginn deS
46. Jahrhunderts niedergelassen, in ihren
beschränkten Verhältnissen in der ersten
Hälfte des 17. Jahrhunderts auf die ihr
zukommenden Standesprärogativen still-
schweigend verzichtet und unter dem ein«
fachen Namen Kruchina (Krusina) sich
fortgepflanzt hat. Die Abstammung dieser
Linie wird auf Grund eines Majeftäts-
briefes des Königs Wladis law ääo.
Prager Burg, Mittwoch vor Christi Hirn«
melfahrt 1309, vonBohuslaw j^Nr. 3).
Sohn Hynek'sv. Schwanberg (gest.
1489), abgeleitet, sie hat im Anbeginne
dieses Jahrhunderts ihre Standesrechte
reclamirt und die Abkömmlinge derselben
wurden im Jahre 1806 von Kaiser
Franzl. für Freiherren Kruch ina von
Schwanberg anerkannt. Jedoch haben
die Träger desselben gegenwärtig das
Prädicat von Schwan berg an die
Stelle des Namens Kruchina gesetzt
und diesen letzteren als Prädicat beibehal«
ten. — Auch'eine andere Familie, Ret»
tel von Schwanberg in Schlesien,
aus welcher der kaiserliche Geheimrath
Felix Rettet von Schwanberg im
Jahre 1734 in den Reichsfreiherrnstano
erhoben worden, soll ihren Ursprung von
den oberwähntm böhmischen Schwan- l berg ableiten. — Die Abstammung der
obengenannten Ieseniczer Schwan«
berg leitet sich folgendermaßen auf die
Gegenwart: ein Bohuslaw (Busek) von
Schwanberg, wahrscheinlich ein Sohn
des berühmten gleichnamigen Taboriten-
führerS ^Nr. I^j. war vor den Verfolgun»
gen der katholischen Partei um 1466
nach Frankreich geflohen und hatte über
20 Jahre sich dort aufgehalten, bis er
im Jahre 1489 wieder in die Heimat
zurückkehrte und herzlich von seinen Ver«
wandten aufgenommen wurde. Er hielt
sich zunächst bei Johann von Macho«
viö auf und nahm defsen Tochter Anna
zur Frau. Auf Verwendung des genann.
ten Johann von Machovio wurde un«
serem Bohuslaw das Adelsdiplom
erneuert. Von Kavka von Rican
kaufte Bohuslaw ein kleines Anwesen
zu Iesenic bei Seloan und lebte da in
ländlicher Zurückgezogenheit bis an sein
im Jahre 1319 erfolgtes Ableben. Nach-
dem er seine Frau durch den Tod ver>
loren, verrichtete er Kirchendienste zu
Iesenic. Seine Nachkommen lebten nun
immerfort in diesem Orte als einfache,
mittellose Landleute, und ein Enkel oder
Urenkel, Namens Wenzel, gab den
Namen Schwanberg gänzlich auf und
nannte sich nur Wenzel Krusina.
welch letzteren Beinamen schon Hynek
fNr. 2^ j Schwanberg führte. Unter
diesem Namen pflanzte sich dieser Neben-
zweig des Schw an berg'schen Ge«
schlechts unbeachtet fort. Adalbert Kru-
8ina (geb. 1739), ein Sohn S imo n'S
(geb. 1709), eines Urenkels des vorge-
nannten WenzelKrusina, war Archi»
tekt in Diensten des Fürsten Lobkowitz
auf der Herrschaft Chlumec. Ad albert
hatte drei Söhne: Irauz (geb. 4775).
der, wie sein Vater Architekt, gleichfalls in
Fürst Lobkowitz'schen Diensten stand;
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Volume 32
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Schrötter-Schwicker
- Volume
- 32
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1876
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon